Ab 1. Januar sind Rauchmelder Pflicht

Nächtliche Lebensretter

Ab dem 1. Januar 2018 gilt in Bayern eine Rauchmelderpflicht. Mieter und Eigentümer müssen mit der Neuregelung zum Jahreswechsel einiges beachten. Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser findet die neue Regelung dennoch ausschließlich positiv.

Landkreis – Nur einmal die Frühstückssemmeln im Ofen oder das Essen auf dem Herd vergessen – und schon kann die ganze Küche in Flammen stehen. So geschehen vor wenigen Wochen in Dachau. Dank eines Rauchmelders konnte die Feuerwehr aber frühzeitig alarmiert werden und Schlimmeres als nur angesengte Semmeln verhindern. „Aus solchen Kleinigkeiten können sich sehr gefährliche Situationen entwickeln“, wie Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser betont.

Damit solche Fälle in Zukunft noch häufiger verhindert werden können, tritt ab Januar ein neues Gesetz in Kraft. Denn auch wenn die Zahl der Brandopfer seit dem Jahr 2000 bereits halbiert werden konnte, stirbt noch immer durchschnittlich jeden Tag ein Mensch in Deutschland bei einem Wohnungsbrand.

Die allermeisten dieser Fälle geschehen nachts, wenn die schlafenden Opfer den Rauch und das Feuer zu spät oder gar nicht bemerken und so keine Chance mehr zur Flucht besitzen. Dabei wäre es dank Rauchmeldern so einfach, auch in der Nacht rechtzeitig vor der Gefahr gewarnt zu werden. Dennoch gibt es immer noch zahlreiche Haushalte, die über keinen dieser kleinen Lebensretter verfügen. Eine gesetzliche Verpflichtung, für einen entsprechenden Brandschutz zu sorgen, gab es bisher nur für Neubauten und bei Umbaumaßnahmen.

Das ändert sich nun ab dem 1. Januar! Bis dahin müssen auch bestehende Wohnhäuser und Wohnungen mit ausreichend Rauchmeldern ausgestattet werden. Für den Einbau der Anlagen sind die Vermieter beziehungsweise Eigentümer der Räumlichkeiten verantwortlich. Die Wartung und Instandhaltung sind hingegen Aufgabe der Mieter.

Da ohne gegebenen Anlass keine Kontrollen durch die Behörden geplant sind, setzt Reimoser auf „die Vernunft der Menschen“ und deren Wunsch nach „Vorsorge für die eigene Gesundheit und das eigene Hab und Gut“.

Viele Menschen unterschätzen noch immer die Gefahren und Folgen eines solchen Brandes. Von dem entstehenden Rauch geht die größte Bedrohung aus. Dieser kann innerhalb von zwei Minuten zu einer tödlichen Rauchgasvergiftung führen. Wenig Zeit also, um sich im Ernstfall rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Dies spiegelt sich auch in den Statistiken wider: Während gerade einmal 35 Prozent aller Brände in der Nacht ausbrechen, fallen 70 Prozent der Brandtoten in eben jenen Zeitraum.

Deshalb hofft Reimoser auf einen positiven Effekt des neuen Gesetzes und zeigt sich zuversichtlich, „dass durch die Neuregelung auch viele Rauchmelder eingebaut werden“. Wie erfolgreich die Gesetzesänderung ausfällt, wird sich erst in ein paar Jahren beurteilen lassen. „Aber jeder Brand und jedes Brandopfer, das durch einen Rauchmelder verhindert werden kann, ist die Gesetzesänderung schon wert“, so Reimoser.

Thomas Benedikt

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