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Laut, steil und eng: Die Straße hinauf zum Schloss ist – für normale Verkehrsteilnehmer nicht nachvollziehbar – bei Besitzern getunter Autos beliebt. Mit verschiedenen Maßnahmen, etwa einem Tempolimit, soll der Raserei nun ein Ende gesetzt werden. 

Nächtliche Ruhestörung am Dachauer Schlossberg 

Der Gipfel der Raserei

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Seit Jahren klagen die Anwohner des Dachauer Schlossplatzes über nächtliche Lärmbelästigung durch PS-Verrückte aller Art. Verwaltung und Stadtrat möchten helfen. Doch die Lösung des Problems könnte teuer werden.

Dachau – Die Menschen, die am Schlossberg wohnen, sind „keine Nörgler“, betont Dominik Härtl. Der Dachauer Jurist hat sich, wie seine Nachbarn, vor einigen Jahren „sehr bewusst“ für diese Adresse entschieden: Die zentrale Lage der Häuser überwog dabei kleine Schönheitsfehler wie die enge, gepflasterte Straße und den Schloss-bedingten Ausflugsverkehr.

Zuletzt aber habe sich die Stimmung in seiner Nachbarschaft „substanziell verändert“. Grund: Immer mehr PS-Verrückte brettern, vor allem im Sommer, den Schlossberg hinauf, drehen dort eine Runde und donnern hochtourig zurück in Richtung Augsburger Straße. Manchmal, so Härtl, herrsche sogar derartiger Verkehr, dass die Bergauf-Raser in der engen, unübersichtlichen Kurve zwischen Kloster- und Schlossstraße hupen müssten – um einen Zusammenstoß zu verhindern. An Schlaf ist da, selbst bei geschlossenen Fenstern, nicht zu denken.

Das Lärm-Problem der Schloss-Anwohner hat sich nun herumgesprochen. „Der Leidensdruck ist extrem hoch“, konstatiert Stadtrat Bernhard Sturm. Sein Bündnis für Dachau ebenso wie die CSU-Fraktion ergriffen daher die Initiative und beantragten, die Zufahrt vom Schlossplatz nachts zwischen 23 und 6 Uhr zu beschränken. Während sich die Christsozialen bereits mit einer „Minimallösung“, beispielsweise einem „Anlieger frei“-Schild begnügt hätten, forderte das Bündnis eine Schranke.

Beides aber, so erklärte Ordnungsamtsleiter Stefan Januschkowetz im Rahmen der jüngsten Verkehrsausschusssitzung, ist nicht möglich. Die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung als zuständige Aufsichtsbehörde würde aus „gestalterisch ästhetischen als auch aus bau- und verkehrstechnischen Gründen“ ein Schrankensystem vor dem Schlossareal ablehnen. Und als Anlieger gelte per Gesetz jeder, der vom Schlossberg aus die Aussicht genießen will. Das bedeutet: „Mit Schildern können wir niemanden aussperren.“

Eine Schranke bereits am Fuß den Schlossbergs sah Januschkowetz ebenfalls kritisch: „Wir reden von 100 Bewohnern, die dann hinter der Sperre leben würden; bald werden es noch mehr.“ Wer sollte da die Schranke bedienen dürfen? Wie wäre die Zufahrt für Feuerwehr und Rettungsdienste gewährleistet? Und wie löst man die Zufahrt bei größeren Veranstaltungen im Schloss, beispielsweise bei Konzerten oder Hochzeiten?

Angesichts dieser vielen offenen Fragen drohte das Gremium fast schon zu resignieren: Stadtrat Robert Gasteiger (Freie Wähler) etwa sah „riesige Probleme“. Sein Kollege Wolfgang Moll (parteilos) schimpfte: „Das gibt’s doch nicht, dass es nix gibt, das funktionieren könnte!“ Denn auch Volker C. Kochs (SPD) Gedanke, doch einfach das Kopfsteinpflaster zu entfernen und einen leiseren Straßenbelag aufzutragen, entpuppte sich als nicht wirklich gangbarer Weg: „Am Ende spricht sich rum, dass man jetzt noch schneller den Berg rauf rasen kann“, befürchtete Norbert Winter (Bürger für Dachau).

Schließlich hatte OB Florian Hartmann, inspiriert von Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) und unterstützt von der Verwaltung und den übrigen Ausschuss-Kollegen, die zündende Idee: Die Verwaltung soll nun prüfen, eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 10 km/h auf dem Schlossberg einzuführen. Dazu sollte die Möglichkeit abgeklopft werden, statt einer Schranke im Boden versenkbare Poller als Durchfahrtssperre zu installieren. Optisch würden diese das Schloss-Ensemble nicht beeinträchtigen; per Fernbedienung könnten die Poller bewegt werden. Wer die Kosten, die sich laut Ordnungsamtsleiter Januschkowetz allein für eine Schranke „deutlich im sechsstelligen Bereich“ bewegen würden, letztlich übernimmt, „muss man halt schauen“.

Die Anwohner um Dominik Härtl sind schon jetzt dankbar für die Unterstützung und weiterhin offen für kreative Ideen. Denn: „Alles, was das Problem löst, ist uns recht.“

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