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Neue Anlaufstelle in Dachau für Pflegebedürftige

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Von: Verena Möckl

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Profis bei der Arbeit: die Pflegeberaterinnen Angelika Keller (l.) und Anke Wolf in ihrem Büro im Pflegestützpunkt Dachau. 
Profis bei der Arbeit: die Pflegeberaterinnen Angelika Keller (l.) und Anke Wolf in ihrem Büro im Pflegestützpunkt Dachau.  © Möckl

In Dachau gibt es nun einen Pflegestützpunkt. Betroffene erhalten dort eine kostenlose und neutrale Beratung rund um das Thema Pflege.

Dachau – An wen kann ich mich wenden, wenn ich plötzlich pflegebedürftig werde? Was habe ich für einen Pflegegrad, und welche Leistungen übernimmt welche Pflegeversicherung? Das sind nur wenige von vielen Fragen, die auf Betroffene und deren Angehörige zukommen.

Im Landkreis Dachau gibt es für solche Fälle eine Vielzahl von Beratungsstellen, etwa im Landratsamt oder bei den jeweiligen Krankenkassen. Nun hat Dachau endlich eine zentrale Anlaufstelle: den Pflegestützpunkt. Nach drei Jahren Planung konnte er am Donnerstagnachmittag am Oberanger 14 eröffnet werden. Dort erhalten Betroffene gebündelt alle Beratungsangebote und Informationen zum Thema Pflege – und das kostenlos.

Darum ist der Dachauer Pflegestützpunkt besonders

Der Pflegestützpunkt in Dachau ist einer von insgesamt 17 Pflegestützpunkten in Oberbayern. „Der Bezirk Oberbayern hat die Initiative gezündet“, sagt Bezirkspräsident Josef Mederer. Das Besondere: Der Dachauer Pflegestützpunkt ist der erste in ganz Oberbayern, der an eine Genossenschaft übergeben wurde. Nämlich an die Genossenschaft zur Stärkung der gesundheitlichen Versorgung im Landkreis Dachau.   

Der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath hat die Genossenschaft vor fünf Jahren gegründet. Vorsitzende der Genossenschaft ist Annette Eichhorn-Wiegand. Sie ist auch die Geschäftsführerin der Gesundheitsregion Plus, die ebenfalls ein Büro im Pflegestützpunkt hat. Die Gesundheitsregion Plus bildet mit der Hebammenkoordinierungsstelle und dem neuen Pflegestützpunkt die drei Säulen der Genossenschaft.

So wird der Pflegestützpunkt finanziert

Eichhorn-Wiegand schätzt die Kosten für den Pflegestützpunkt in Dachau zwischen 200 000 und 300 000 Euro jährlich. Die Finanzierung übernehmen zu einem Drittel der Bezirk Oberbayern und der Landkreis Dachau, zu zwei Dritteln die Pflege- und Krankenkassen. Diese seien anfangs skeptisch gewesen, wie AOK-Direktor Maximilian Georg bei der Eröffnung des Pflegestützpunktes berichtet. „Wir hatten die Befürchtung, dass unsere eigenen Angebote durch den Pflegestützpunkt überflüssig werden.“ Doch mit Blick auf die anderen Landkreise habe Georg gesehen, dass es kein Konkurrenzverhältnis gebe. Vielmehr arbeiten die Krankenkassen und die Pflegestützpunkte Hand in Hand zusammen. „Die Beratungsangebote der Krankenkassen sind vom Wissen begrenzt. Unsere Kapazitäten reichen für die vielen Landkreisbürger nicht aus“, sagte der AOK-Direktor.

Unterschied zu anderen Beratungsangeboten

Im Gegensatz zu den Beratungsangeboten von Krankenkassen ist der Pflegestützpunkt nicht kassenbezogen. „Zu uns können alle Menschen kommen, die Hilfe und Orientierung beim Thema Pflege brauchen“, sagt Angelika Keller. „Unsere Beratung ist neutral und unabhängig.“ Die 63-Jährige arbeitet in Vollzeit als leitende Pflegeberaterin im Pflegestützpunkt in Dachau. Sie hat am Konzept des Pflegestützpunktes mitgearbeitet. Unterstützung erhält Keller von der Pflegeberaterin Anke Wolf, die in Teilzeit im Pflegestützpunkt arbeitet.

Ein Brot als Geschenk bekam Annette Eichhorn-Wiegand, die Vorsitzende des Trägers, bei der Eröffnung des Pflegestützpunktes in Dachau überreicht.
Ein Brot als Geschenk bekam Annette Eichhorn-Wiegand, die Vorsitzende des Trägers, bei der Eröffnung des Pflegestützpunktes in Dachau überreicht. © Möckl

Im Gegensatz zu den Beraterinnen im Landratsamt, sind Angelika Keller und Anke Wolf ausgebildete Pflegeberaterinnen.

Aufgaben der Pflegeberaterinnen

Keller und Wolf kennen die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen. Sie wissen, mit welchen Herausforderungen Betroffene zu kämpfen haben. Sie informieren Pflegebedürftige und deren Angehörige über Angebote von Pflegediensten, erstellen Versorgungspläne, helfen bei Antragstellungen. „Wir sind mit sozialen Akteuren vernetzt“, sagt Keller. So vermittelt der Pflegestützpunkt etwa zu Demenzgruppen oder einer Wohnumfeldberatung.

Teilzeit-Beraterstelle für Pflegestützpunkt gesucht

Damit Keller und Wolf ihre Arbeit stemmen können, ist eine weitere Teilzeitstelle ausgeschrieben. Interessierte Pflegeberater können sich bei Annette Eichhorn-Wiegand unter info@dachauplus.de oder unter 0 81 31/ 6 69 83 08 melden.

vm

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