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Die Sicherheitsvorkehrungen steigen: Die Kinder brauchen einen festen Sitzplatz – mit Gurt. 

Auflagen werden schärfer

Gurtpflicht beim Kinderfestzug

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Jedes Kind braucht einen Sicherheitsgurt, jeder Wagenreifen einen Betreuer: Auch beim Kinderfestzug werden die Auflagen immer mehr, die Sicherheitsvorkehrungen steigen. Ein müdes Kind schnell auf einen Wagen setzen: Das ist so nicht mehr möglich.

Dachau– Am Sonntag werden Dachaus Straßen von Rittern, Prinzessinnen, Wikingern, Meerjungfrauen und vielen weiteren märchenhaften Gestalten bevölkert. Rund 600 Kinder werden wieder beim Kinderfestzug mitlaufen, der alle zwei Jahre stattfindet – und der für die Ehrenamtlichen jedes Mal etwas aufwendiger zu organisieren ist. Sie müssen sich an immer strengere Vorschriften halten.

Die farbenfrohen Kostüme sind vorbereitet, die aufwendig gestalteten Wagen dekoriert. Seit einigen Jahren ist die TÜV-Abnahme der Wagen Pflicht. „Die Auflagen sind in den letzten Jahren immer größer geworden“, sagt Günter Dietz, der den Kinderfestzug schon seit über 30 Jahren mitorganisiert. „Es gibt ein genaues Protokoll, alles muss passen.“

Kontrolliert wird zum Beispiel, ob Traktor und Anhänger in Ordnung sind und ob die Absturzsicherung die strengen Vorgaben erfüllt.

Für jedes Kind, das auf dem Wagen sitzt, ist inzwischen ein Sicherheitsgurt vorgeschrieben. „Es dürfen nur die Kinder auf den Wagen hinauf, die dort einen festen Sitzplatz haben“, erklärt Dietz. Spontan ein weiteres müdes Kind mit auf den Wagen nehmen, geht nicht mehr. Außerdem muss beim Zug neben jedem Wagenreifen ein Betreuer mitgehen. „Das ist zur Sicherheit, damit niemand unter die Räder kommen kann“, sagt Dietz. Natürlich würden die Vorgaben einen Mehraufwand für die Ehrenamtlichen bedeuten. „Aber uns ist ja auch sehr wichtig, dass nichts passiert“, erklärt er.

Generell ist es so, dass sich für das Volksfest im Laufe der Jahre die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt haben. „Man wird vorsichtiger“, erklärt Markus Haberl, der für das Volksfest zuständige Amtsleiter im Rathaus. „Das Sicherheitskonzept bei großen Menschenmassen wird immer ausgefeilter.“

Beim Kinderfestzug kümmern sich rund 100 Betreuer während des Zuges um die Kinder. Sie laufen nicht nur mit, sondern sind für die Kinder auch Ansprechpartner bei allen Problemen – egal ob ein Kind zum Beispiel auf die Toilette muss oder erschöpft ist. „Wir passen gut auf und lassen kein Kind alleine“, spricht Dietz.

Der Kinderfestzug funktioniert nur mit vielen freiwilligen Helfern. Vor allem eine Gruppe von rund zehn Ehrenamtlichen kümmert sich seit Monaten darum, dass alles funktioniert. Allen voran Heidi Fitzthum, die den Kinderfestzug im Jahr 1989 wiederbelebt hat und sich seitdem mit großer Leidenschaft um die Kostüme kümmert. Heuer kann sie aus gesundheitlichen Gründen leider nicht dabei sein. „Aber sie ist trotzdem schon ganz gespannt und fiebert mit“, sagt Günter Dietz.

Wie jedes Jahr wird am Umzugstag in der Klosterschule schon früh morgens Hochbetrieb herrschen. „Es ist eine große logistische Leistung“, sagt Dietz. Bevor die Kinder eintreffen, müssen 600 Wurstsemmeln geschmiert werden. Später kommt es vor allem darauf an, dass jedes Kind das richtige Kostüm bekommt und sich die Gruppen zusammen finden. Auch heuer gibt es traditionelle Themen wie Dornröschen, Frau Holle, Aschenputtel und Robin Hood. Auch der große Drache vom Drachenreiter von Berk wird wieder dabei sein.

Erstmals Minions beim Kinderfestzug in Dachau dabei

Dazu kommen neue Attraktionen: Zum ersten Mal läuft eine Minions-Gruppe beim Umzug mit. Die süßen, gelben Figuren aus dem Animationsfilm sind gerade sehr beliebt bei den Kindern. Außerdem kommen Hänsel und Gretel nach Dachau. Das Märchen war schon früher Thema beim Kinderfestzug. Damals war auf dem Wagen ein echtes Zuckerhaus dabei. „Aber es wurde von den Wespen aufgefressen“, erzählt Dietz. 2017 fehlte das Motto deswegen, doch heuer gibt es ein neues Haus. „Dieses Mal ohne Zucker“, sagt Dietz.

Trotz aller Arbeit ist auch bei ihm die Vorfreude groß: Schon seine Tochter war einst beim Kinderfestzug dabei, inzwischen laufen seine drei Enkelkinder von ihm mit. „Wenn man sieht, wie die Kinder strahlen, ist es phänomenal“, sagt Dietz. „Da bekommt man gleich Gänsehaut.“

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