+
Gründungsversammlung: Emma Stremplat und Michael Stanizewski initiierten die Gründung einer Fridays-fot Future-Ortsgruppe. Amm Mittwochabend fand im Jugendkulturzentrum Freiraum das erste Treffen statt. 

Fridays for Future jetzt auch in Dachau

Neue Ortsgruppe will fürs Klima kämpfen

Dachau hat jetzt auch eine „Fridays for Future“-Ortsgruppe. Emma Stremplat aus Günding und Michael Stanizewski aus Karlsfeld gründeten die Bewegung, die schon über 30 Mitglieder hat. Die erste Aktion findet bereits am morgigen Sonntag statt.

Dachau – Greta Thumberg (16) aus Schweden hat die internationalen Schulstreiks für mehr Klimaschutz ausgelöst. Vor einigen Monaten hat ihre Bewegung „Fridays for Future“ Deutschland erreicht – und nun auch Dachau: Am Mittwochabend hat sich im Freiraum Dachau eine Ortsgruppe „Fridays for Future“ (FFF) gegründet mit über 30 Mitgliedern. Emma Stremplat (17) aus Günding und Michael Stanizewski (19) aus Karlsfeld sind die Initiatoren. Der Biologie-Student sagt: „Ich konnte nachts nur noch schlecht schlafen. Weil ich das Gefühl hatte, dass die Politik in Sachen Klima- und Umweltschutz versagt. Ich wollte da aktiv werden.“

Michael Stanizewski fuhr deshalb zu den Treffen der Münchner Fridays for Future-Gruppe – genauso wie ITG-Schülerin Emma Stremplat. Über eine gemeinsame Freundin nahmen die beiden Kontakt auf und fragten sich: „Was können wir hier im Landkreis Dachau machen?“ Über soziale Medien streuten sie den Termin für das erste Treffen im Freiraum: „Dazu sind vor allem Schüler gekommen, ein paar Studenten und Ältere, zwischen 12 Jahren und Mitte 20“, schätzt er.

Zuerst sammelten sie Ideen, was sie als Fridays for Future-Gruppe Dachau schaffen wollen. Stanizewski: „Am Sonntag wollen wir zur Klima-Großdemo nach München fahren“, und: „Wir wollen hier Müll sammeln, Banner für Demonstrationen entwerfen oder Vorträge und Workshops organisieren“, etwa wie jeder Plastikmüll vermeiden kann.

In den kommenden Monaten werden die jungen Leute auch konkrete Forderungen an Stadt und Landkreis ausarbeiten, wie: „Den öffentlichen Nahverkehr fördern, mehr Windräder bauen oder mehr Bäume pflanzen.“ Gleichzeitig betont Stanizewski: „Natürlich geht das nicht an einem Abend. Wir müssen schauen, was da machbar ist.“

Für den Biologen ist es eine  Herzensangelegenheit

Ziemlich einig waren sich die Klimaschützer allerdings bei einer Frage: Soll sich eine FFF-Ortsgruppe sofort gründen? „Da gab es 30 Ja-, zwei Neinstimmen und zwei Enthaltungen.“ Michael Stanizewski wurde zum Pressesprecher gewählt, für ihn ist Fridays for Future ein Herzensprojekt. Denn als Biologe sieht er vor allem Korallen durch den Klimawandel gefährdet. „Durch die höheren Temperaturen sterben sie ab und damit 25 Prozent der Tierarten im Meer, die auf den Korallen leben.“ Und wenn diese Meerestiere sterben, dann habe das auch Auswirkungen für die Fischer auf der ganzen Welt, denn: „Die leben davon.“

Aber in der Gesellschaft vor Ort sei das Bewusstsein für die Klimakatastrophe noch nicht angekommen: „Die Leute fahren weiter mit ihrem SUV, fliegen in der Welt herum - und die Regierung macht nichts.“ Daran will Stanizewski und die Dachauer Fridays for Future- Bewegung etwas rütteln. Einmal im Monat diskutieren sie im Freiraum über Aktionen und treffen sich bis dahin in Arbeitsgruppen. Themen sind dabei, wie sich die Gruppe finanziert, in sozialen Medien präsentiert, welche Aktionen anstehen, wie Mitglieder geworben werden oder zu Demos hinfährt.

Die Schülerdemonstrationen fürs Klima sprach zuletzt auch der Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz (CDU) an. Er forderte, dass es nach den Sommerferien Sanktionen für die Schüler gibt, die statt in den Unterricht zur Demo gehen. Student Michael Stanizewski findet: „Die Schüler müssen selbst entscheiden, ob sie streiken oder nicht“, und kündigt bereits an: „Langfristig planen wir auch eine Klimademo in Dachau.“

VON ANNA SCHWARZ

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Seit 145 Jahren eine feste Größe
145 Jahre Soldaten- und Reservisten-Kameradschaft Dachau: Dieser Jahrestag wird Anfang September groß gefeiert. Dabei hieß der Verein nicht immer so.
Seit 145 Jahren eine feste Größe
82-Jähriger ist wieder aufgetaucht
Die Polizei suchte einen 82-Jährigen aus München, der aus dem Landkreis Dachau stammt. Am Sonntag tauchte er in München auf.
82-Jähriger ist wieder aufgetaucht
Markus Erhorn: „Mutiger planen und realistischer umsetzen“
Die Freie Wähler Dachau haben Markus Erhorn einstimmig zu ihrem OB-Kandidaten gekürt. In der Dachauer Lokalpolitik läuft nach Ansicht des 30-Jährigen vieles falsch.
Markus Erhorn: „Mutiger planen und realistischer umsetzen“
Jugendlicher schlägt Jungen (12) Minigolfschläger an Kopf: Bewusstlos in Klinik
Einen Minigolfschläger gegen den Kopf geschlagen hat ein Jugendlicher einem 12-Jährigen auf der Minigolfanlage des Waldkletterparks in Jetzendorf. Der Junge wurde …
Jugendlicher schlägt Jungen (12) Minigolfschläger an Kopf: Bewusstlos in Klinik

Kommentare