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Freuen sich auf das Wohn-Pilotprojekt: Genossenschaftsvorstand Jörg Höchstetter, Caritas-Pflegedienstleiterin Daniela Dost, Caritas-Kreisgeschäftsführerin Heidi Schaitl, Astrid Ziller, Einrichtungsleiterin in der BRK-Sozialservice-Gesellschaft, Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath sowie stellvertretender Helios-Geschäftsführer Viktor Helmers.

Neue Genossenschaft zur Wohnungsvermittlung gegründet

Ein Herz für die Berufe mit Herz

Bezahlbarer Wohnraum im Landkreis ist knapp. Gerade für die Angestellten in sozialen Berufen sind die hohen Mieten und der leer gefegte Markt ein großes Problem. Mit einem ganz neuen Ansatz versucht eine Genossenschaft nun dagegen anzukämpfen.

Dachau – „Wir haben einen Pflegenotstand.“ So fasst Astrid Ziller, Einrichtungsleiterin in der BRK-Sozialservicegesellschaft des BRK, die aktuelle Situation zusammen. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch ein gewichtiger Grund ist die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt in der Region. Eine passende Wohnung zu finden, ist enorm schwierig geworden – insbesondere bei den Gehältern, die Pflegekräfte und Erzieher bekommen.

Um dem entgegenzuwirken, startet im Landkreis ein Pilotprojekt, wie es es bisher noch nirgends gibt. Drei Einrichtungen – die Caritas, die Helios-Kliniken und die Sozialservice-Gesellschaft des BRK – haben sich zu einer Genossenschaft zusammengetan, die Wohnungen für Angestellte in sozialen Berufen anmieten und weitervermieten will.

Und Wohnungen gäbe es im Landkreis genügend, wie Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath erklärt. Ungefähr 1800 stünden aktuell leer. An diese Wohnungen will die Genossenschaft ran. Dass das nicht einfach wird, ist allen Beteiligten klar. „Das wird viel Klinken putzen und Überzeugungsarbeit“, vermutet Jörg Höchstetter, Vorstand der neuen Genossenschaft. Der muss es wissen, schließlich arbeitet er hauptberuflich als Immobilien- und Hausverwalter und kennt den Markt.

Dass er sich dennoch die Mühe machen will, hat einen einfachen Grund: Er kennt die Situation der Pflegekräfte. Seine Frau arbeitete lange in der Helios-Klinik in Indersdorf und wurde dort immer wieder angesprochen, ob sie nicht von einer freien, günstigen Wohnung wüsste.

Und genau darum soll sich nun die Genossenschaft kümmern. Sie mietet Wohnungen an, die die teilnehmenden Arbeitgeber dann als Werkswohnungen an ihre Angestellten weitervermieten können. Der Mietvertrag ist dann natürlich an das Arbeitsverhältnis gekoppelt.

Seidenath nennt dabei auch die Möglichkeit einer Subventionierung durch den Arbeitgeber und bringt ein Rechenbeispiel: „Die Genossenschaft mietet eine Wohnung für 14 Euro pro Quadratmeter und der Arbeitgeber vermietet sie dann für zwölf Euro weiter. Die Differenz würde der Arbeitgeber subventionieren und der Arbeitnehmer müsste lediglich die zwei Euro als geldwerten Vorteil versteuern.“

Damit es aber so weit kommt, müssten die Eigentümer der leerstehenden Wohnungen erst einmal ihre Räume der Genossenschaft vermieten. Viele der Eigentümer scheuen vor einer Vermietung aber zurück, weil sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Mietnomaden oder ähnlichem hatten. Dem will die Genossenschaft entgegentreten. Sie tritt als zuverlässiger Mieter auf und gibt dem Vermieter eine gewisse Sicherheit. So erhält der Eigentümer selbst dann eine Miete von der Genossenschaft, wenn diese die entsprechende Wohnung nicht weitervermietet hat.

Gleichzeitig machen sich die Vermieter aber auch an der Gesellschaft verdient, wenn sie Wohnungen für Menschen in sozialen Berufen bereitstellen. Das ist auch der Grund, weshalb sich die Genossenschaft auf diesen Bereich beschränkt. „Uns ist natürlich klar, dass auch andere Berufsgruppen ähnliche Probleme haben“, erklärt Seidenath, doch irgendwo müsse man ja anfangen und da seien diese Berufe nun einmal von enormer Wichtigkeit für das gesellschaftliche Zusammenleben.

Deshalb hoffen alle Beteiligten auf einen Erfolg des Pilotprojekts. Eine Prognose, wie es laufen wird, wagt aber keiner abzugeben. „Die anderen Kreise schauen interessiert zu, was wir hier machen“, meinte der Landtagsabgeordnete. Sollte man Erfolg haben, könnte sich dieses neue Modell ganz schnell ausbreiten. Thomas Benedikt

Wohnungen zu vermieten?

Wer interessiert ist, eine Wohnung an Angehörige sozialer Berufe zu vermieten, soll sich an Jörg Höchstetter wenden. Er ist unter Telefon 0 81 31/33 89 24 sowie E-Mail: info@ish-dachau.de zu erreichen.

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