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Das sind Wir: Petros Tanidis, Maximilian Schuster, Markus Witte, Wolfgang Moll, Arne Bauer, Joachim Schweiß, Gabi Siegl, Günther Mayerhanser und Gerd Häcker (von links). 

Neue Gruppierung Wir stellt sich vor

Ein Start-up für die Dachauer Politik

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Wir sind die Neuen in der Dachauer Lokalpolitik: Stadtrat Wolfgang Moll hat am Donnerstagabend im Thomahaus seine neue politische Vereinigung präsentiert. Molls Mitstreiter sind allesamt alteingesessene, gestandene und bekannte Dachauer – ohne jede politische Erfahrung.

„Immerhin kann man mir nicht nachsagen, dass ich bei anderen Parteien gewildert habe“, sagt Wolfgang Moll mit einem Augenzwinkern. Denn abgesehen von ihm, der seit 2008 Mitglied des Stadtrats ist, haben seine Wir-Kollegen keinerlei politische Erfahrungen – weshalb er ihnen auch ganz offen erklärt habe: „In der politischen Welt, da weht einem der Wind schon anders um die Ohren. Da lernt man die wahren Charaktere kennen!“

Doch Moll ist überzeugt, dass sein Team diesem Gegenwind widerstehen kann. Im Gegenteil: „Das sind Leistungsträger unserer Gesellschaft. Ich bin überzeugt, dass wir unsere Heimat mit vernünftigen Entscheidungen voranbringen können.“ Seine Kollegen seien „alles Leute, die mit vielen Bereichen des Dachauer Lebens verflochten sind“, aus „alteingesessenen Dachauer Familien“ stammten und – vor allem – „in allen Lebenslagen voll ihre Frau oder ihren Mann stehen“. Zusammengefunden habe man durch den gemeinsamen Freundeskreis, nach losen Treffen im vergangenen Sommer habe Moll dann aber schnell gesehen: „Da kann ein Schuh draus werden.“ Vor allem die Diszipliniertheit seiner Mitstreiter, die gemeinsame Wellenlänge und die sich daraus entwickelnde Eigendynamik hätten ihn am Ende dazu bewogen zu sagen: „Hier kann ich nicht nein sagen.“ Am 6. November fand die Gründungsversammlung statt.

Gründungs- und Vorstandsmitglieder neben dem 54-jährigen Moll sind Markus Witte, 52, Maximilian Schuster, 53, Petros Tanidis, 56, Arne Bauer, 54, Gabriele Siegl, 63, Joachim Schweiß, 60, Günther Mayerhanser, 53, sowie Gerd Häcker, 51.

Gemeinsam, so Moll, wolle man nun in den kommenden Wochen ein Programm ausarbeiten, das dem Leitbild von Wir – Heimat, Werte und Zukunft – entspricht und dann, klar, für die Kommunalwahl 2020 „unsere Hüte in den Ring werfen“.

Maximilian Schuster betont, den zuweilen rauhen Wind der Politik gut aushalten zu können: Er arbeite in der Automobilzulieferer-Branche, „glauben Sie mir, das ist ein sehr hartes Pflaster“! Sein thematischer Schwerpunkt sei natürlich die Wirtschaft, der Mittelstand. „Wir können das Rad nicht neu erfinden“, gibt er zu, aber „ich denke, wir können die Entwicklung von Dachau zumindest ein bisschen anschieben“.

Gabi Siegl, seit Jahrzehnten Lehrerin in Dachau-Ost und aktiv beim TSV 1865, erklärt, schon oft von Dachauer Parteien angesprochen und zur Mitarbeit eingeladen worden zu sein. Erst bei Wir fühle sie sich nun aber gut aufgehoben: „Da geht’s nicht um Parteipolitik. Hier kann ich für Themen arbeiten und bin nicht in fixen Fraktionsstrukturen gefangen.“

Gerd Häcker, als Gesellschafter einer Vermögensverwaltung in München tätig, sieht in Wir ein politisches Start-Up: Wir seien bewegliche und innovative Akteure mit viel Know-how aus unterschiedlichsten Bereichen.

Petros Tanidis, der seit 1970 in Dachau lebt und seit 25 Jahren ein Taxiunternehmen leitet, begründet sein Engagement so: „Ich habe so viel von der Stadt bekommen. Jetzt ist es Zeit, auch was zurückzugeben.“

Wechsel im Stadtrat

In der kommenden Stadtratssitzung am Dienstag, 5. Februar, wird eine Neuordnung der Ausschussbesetzung beschlossen. Grund ist, dass Stadtrat Jürgen Seidl (FDP) seine Ausschussgemeinschaft mit Wolfgang Moll (bislang parteilos, jetzt Wir) aufgekündigt hat. Die damit frei werdenden Ausschusssitze Seidls und Molls sollen nun wieder die Grünen erhalten. Warum Seidl die Zusammenarbeit mit Moll beendet, wollen beide Seiten nicht kommentieren. Jürgen Seidl erklärt lediglich, dass es zu Beginn der Zusammenarbeit mit Wolfgang Moll „Willensbekundungen“ gegeben habe, die nun keine Gültigkeit mehr hätten. „Damit ist die Geschäftsgrundlage entfallen“, so Seidl, und er habe „sich konsequenterweise von Wolfgang Moll trennen müssen“. Moll wiederum betont, Seidl stets über seine Pläne bezüglich Wir informiert und einbezogen zu haben. Die Trennung hat nun konkrete Folgen für den ganzen Stadtrat: Laut Geschäftsordnung dürfen nur Stadträte in Ausschüssen mitarbeiten, die entweder in Fraktionen oder Ausschussgemeinschaften organisiert sind. Eine Fraktion kann ab drei Stadträten gebildet werden, eine Ausschussgemeinschaft ab zwei. zip

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