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Begeistert von Dachau: Léognans Bürgermeister Laurent Barban (rechts) im vergangenen Jahr beim Volksfestauszug in der Kutsche mit OB Florian Hartmann (2.v.l.), dessen Verlobter Julia Märkl sowie Fondis Bürgermeister Salvatore De Meo.

Nach Besuch im französischen Léognan

Neue Städtepartnerschaft für Dachau: Ein eindeutiges „Oui“!

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Die Große Kreisstadt und das südwestfranzösische Léognan sind einer möglichen Städtepartnerschaft einen Schritt näher gekommen.

Vier Tage verbrachte eine Dachauer Delegation – bestehend aus Oberbürgermeister Florian Hartmann, Mitgliedern des Stadtrats und der Verwaltung – zuletzt in dem 10 300-Einwohner-Ort. Auf dem Programm standen verschiedene Besichtigungen, ein gemeinsames Konzert der Knabenkapelle und der Banda Léo sowie eine Gedenkfeier am Kriegerdenkmal von Léognan.

Wie berichtet, hatten die Franzosen bereits im vergangenen Jahr in Dachau vorgefühlt, ob Interesse an einer Städtepartnerschaft besteht. Zustande gekommen war der Kontakt beider Kommunen über die Freundschaft der beiden Musikkapellen, der Knabenkapelle Dachau und der Banda Léo aus Léognan. Im vergangenen August hatte zudem Bürgermeister Laurent Barban Dachau besucht und dabei, gemeinsam mit der Banda Léo, am Volksfestauszug teilgenommen.

Genau wie Dachau hat Léognan Erfahrungen in Sachen Städtepartnerschaft: Die Franzosen pflegen seit Jahren Freundschaften nach Italien, Portugal und Spanien. Nur Deutschland fehlt bislang – in Zeiten, in denen Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron immer wieder betont, wie wichtig eine gelebte Partnerschaft zwischen den beiden Nachbarländern ist.

Oberbürgermeister Florian Hartmann nimmt die Avancen aus Léognan denn auch mit großem Wohlwollen zur Kenntnis. Der Besuch sei „sehr schön“ gewesen, man sei „sehr herzlich empfangen“ worden und die Gastgeber hätten sich „richtig ins Zeug gelegt“, um den Dachauern ihren Aufenthalt so unvergesslich wie möglich zu gestalten. Höhepunkt der Reise war ein gemeinsames – und ausverkauftes – Konzert der Dachauer Knabenkapelle und der Banda Léo.

Äußerst emotional war außerdem eine Gedenkfeier am Kriegerdenkmal der Stadt Léognan, wo der OB mit seinem Amtskollegen Barban sowie dem Jugendbürgermeister der Stadt einen Kranz in den Farben Frankreichs, Deutschlands und Dachaus niederlegen durfte. „Sehr ergreifend“, beschreibt Hartmann die Zeremonie, bei der neben der französischen auch die deutsche Hymne gespielt wurde.

Zum Abschied aus Frankreich sprach Hartmann direkt eine Gegeneinladung aus: Zum Volksfest sollen nun neben den Vertreter des Stadtrats auch Vereinsvertreter aus Léognan nach Bayern kommen. Denn Bedingung einer möglichen Partnerschaft sei, so Hartmann, ganz klar, „dass wir die Freundschaft auf eine möglichst breite Basis stellen“, es solle ja „eine Partnerschaft unter Bürgern“ werden.

Ähnlich sieht es Stadtrat und Partnerschaftsreferent Wolfgang Moll (Wir). Das im Einzugsgebiet von Bordeaux gelegene Léognan biete alle Voraussetzungen für eine erfolgversprechende Partnerschaft: Es sei eine charmante Stadt in der Nähe einer Großstadt samt einer beeindruckenden Landschaft drumherum. Nach diesem „großartigen Wochenende“ in Léognan gelte es nun, die Beziehungen „wachsen zu lassen und sich weiter kennenzulernen“. Das Interesse der Franzosen an Dachau und deren Wertschätzung könne man – gerade in bewegten Zeiten wie diesen – nicht hoch genug einschätzen. Dass der Kontakt der beiden Städte zudem über die Freundschaft der jungen Musiker entstand, ist für Moll ein „Signal: Die Jugendlichen zeigen uns, wie man Geschichte aufarbeiten muss“!

In diesem Zusammenhang berichtet Stadträtin Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) eindrücklich, wie einige ältere Bürger Léognans bei der Kranzniederlegung betont hätten, wie sehr ihnen die deutsch-französische Freundschaft am Herzen liege. Einer dieser älteren Bürger sei eine Dame gewesen, so Geißler, „die Vater, Brüder und Onkel in den beiden Weltkriegen verloren“ hatte. Etwas Wichtigeres als Frieden und Freundschaft in Europa könne es daher nicht geben.

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