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Neue Bewohnerin der Ruckteschell-Villa: Briga will in den kommenden vier Wochen die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Dachaus musikalisch begleiten. 

Kandadische Künstlerin Briga zu Gast in Dachau

Die Neue in der Ruckteschell-Villa

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Die kanadische Künstlerin Brigitte Dajczer, kurz Briga, ist aktuelle Musik-Stipendiatin der Stadt Dachau und darf als solche in den kommenden vier Wochen in der Ruckteschell-Villa leben und arbeiten.

Dachau – Briga stammt aus der – französisch sprechenden – Metropole Montreal, ihr Vater war Pole, ihr Geigenlehrer der bulgarische Virtuose Georgi Yanev. Ihre Leidenschaft sind „Balkan-Sounds“, und ihre Arbeit führt sie durch die ganze Welt: Kein Wunder, dass Brigas Musik keinem Genre zuzuordnen ist und dass ihre Einflüsse so vielfältig sind, dass sie selbst Schwierigkeiten hat, sie aufzuzählen. Als „Mash-up of cultures“, also eine Vermischung der Kulturen, bezeichnet sie selbst ihre Arbeit. Daneben verdient sie ihr Geld aber auch noch mit der Komposition von Film- und Videospielmusik.

Nach Dachau kam Briga durch den Tollhaus-Vorsitzenden Kai Kühnel beziehungsweise einen gemeinsamen Bekannten, den Musiker Geoff Berner. Berner hatte bereits in Dachau gespielt, als er zu einem weiteren Konzert im Café Gramsci seine Freundin Briga mitbrachte. Die Tollhaus-Macher waren direkt so begeistert von Berners Kollegin, dass sie die Violinistin nicht nur direkt für ein Solokonzert buchten, sondern auch noch für das Stipendium in der Villa vorschlugen.

„Leider“, sagt Briga, könne sie nur vier Wochen in Dachau bleiben. Ihre Verpflichtungen in Kanada erlaubten es ihr nicht, länger in Deutschland zu arbeiten. Ihre ersten Tage in der Großen Kreisstadt nutzte sie für ausgiebige Radtouren, wo sie vor allem den Klang der Stadt einzufangen versuchte. „Kirchenglocken und Vogelgezwitscher“ seien dabei besonders eindrücklich gewesen. Und die Kanadierin gibt zu, dass sie ein Vorurteil über Deutschland revidieren musste: „Ich war überrascht, dass es hier so viele Immigranten gibt!“

Die kommenden Wochen will sie nun nutzen, um ein 30 bis 70 Minuten langes neues Stück zu komponieren – möglichst mit Elementen deutscher Volksmusik. Wobei Briga unter Volksmusik nicht „Oktoberfest-music“ versteht, wie sie betont. Wer also bayerische Volkslieder kenne, solle sich daher gerne an sie wenden! Der Höhepunkt ihres Dachau-Aufenthalts wird jedoch in Polen stattfinden: Briga wird als Teil einer städtischen Delegation in Oswiecim (Auschwitz) spielen. Ihr verstorbener Vater, glaubt sie, wäre stolz.    zip

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