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Die Neuen im Dachauer Kulturleben: Michael Kottermeier, stellvertretende Vorsitzende Andrea Schieri, Alexandra Wacher, Vorsitzende Kristina Seeholzer, Susanne Natter, Sophia Mair-Kühnel und Theresa Wirthmüller (von links).

Für Kunst, Vielfalt und Begegnung

Neuer Verein „Schere Stein Papier“ mischt Dachauer Kulturlandschaft auf

Es kommt Bewegung ins Dachauer Kulturleben. Der neu gegründete gemeinnützige Verein „Schere Stein Papier“ startet mit seiner ersten Ausstellung am ersten Februar-Wochenende und hat dafür schon eine geballte Vielfalt an Künstlern in die Kleine Altstadtgalerie zusammengeführt.

Für Vielfalt und Begegnung möchte der Verein auch nach dem Auftakt stehen. Der Verein entstand aus einer zunächst fixen Idee: beim abendlichen Zusammensitzen vierer Freunde – Kristina Seeholzer, Andrea Schieri, Susanne Natter und Sophia Mair-Kühnel – nach ein paar Drinks. „Wir kamen gerade von einer überfüllten Veranstaltung und uns war klar, dass das Interesse der Leute an kulturellen Veranstaltungen da ist, aber dass Angebote fehlen“, erzählt Seeholzer. So kam der Gedanke von einem neuen Verein auf.

Daraus wurden schnell Taten. Das erste Treffen im März 2019, ein Sammeln an Ideen für Veranstaltungen, verlief konstruktiv. Eine Heimat wurde schnell gefunden, denn Seeholzer und Andrea Schieri fiel das Angebot Frank Donaths wieder ein, die Räumlichkeiten der Kleinen Altstadtgalerie zu nutzen. Seitdem ist der Grafiker und Galerist ein wichtiger Unterstützer und Ratgeber für die Freunde, der unabhängig vom neuen Verein weiter Ausstellungen organisieren wird.

Aus den vier Freuden wurden schnell acht kulturinteressierte Menschen zwischen 26 und 40 Jahren. Mittlerweile ist nach dem „sehr langwierigen Prozess einer Vereinseintragung“ auch offiziell ein gemeinnütziger Verein geworden. Seeholzer wurde die erste Vorsitzende des neuen Kulturvereins, der nach langem Überlegen den Namen „Schere Stein Papier“ erhielt. „Der Name drückt aus, dass Kulturarbeit auch spielerisch sein kann sowie die Vielfalt, die bei uns willkommen ist“, fasst es Theresa Wirtmüller zusammen. Egal ob Künstler oder Handwerker, männlich, weiblich, divers, alt oder jung, weiß oder schwarz, Atheist oder Moslem – alle sind willkommen!“ Die Mitglieder möchten mit dem Verein zudem jedem eine Plattform bieten – vor allem denen, die sich woanders unwohl fühlen oder eine Ausstellungsfläche für den Start suchen. Explizit betont Wirthmüller, dass der Verein „keine Konkurrenz zu anderen Vereinen darstellen soll, wir möchten einfach das Angebot ergänzen“.

So hat das Kultur-Projekt seinen Namen direkt bei der ersten Veranstaltung zum Programm gemacht: „Schere Stein Papier“ in der Kleinen Altstadtgalerie eröffnet bereits am ersten Februar-Wochenende und ist eine Gemeinschaftsausstellung vom Scherenschnitt-Künstler Martin Off, der Keramikerin Pauline Peter und dem Graffitikunst-Verein Outer Circle, dessen Künstler sich für dieses Projekt dem Material Papier widmen. All diese seien „Künstler, die sonst nie gemeinsam ausstellen würden“, vermutet Wirthmüller.

Neben der Vielfalt ist dem neuen Kulturverein auch der Austausch und die Begegnung wichtig. „Wir würden uns wünschen, dass Vereine gemeinsam arbeiten, zusammen Projekte machen“, sagt Seeholzer. Für den Austausch hat der Verein nicht nur Ausstellungen für die erste Jahreshälfte in trockenen Tüchern, sondern schon eine große Auswahl an Veranstaltungen, die er regelmäßig veranstalten möchte: monatliche feministische Cafés, Lesungen, ein Literaturkreis und Schafkopftreffen stehen unter anderem auf dem Programm, das detailliert bei der ersten Ausstellung ausliegen wird. Auch die monatlichen Treffen der Vereinsmitglieder sollen jeden dritten Donnerstag um 19 Uhr als offenes Plenum geführt werden, wo jeder vorbeischauen darf. Das erste feministische Café findet bereits vor der Auftaktveranstaltung am 30. Januar um 19 Uhr in der Kleinen Altstadt Galerie statt. Miriam Kohr

Die Ausstellung

„Schere Stein Papier“ in der Kleinen Altstadtgalerie an der Burgfriedenstraße 3 eröffnet am Samstag, 1. Februar, um 17 Uhr mit musikalischer Begleitung von Karl Maria Beneman sowie der Band Antun Poic. Am Sonntag, 2. Februar, gibt es ab 11 Uhr einen veganen Brunch. Die Ausstellung ist dann bis Sonntag, 16. Februar, geöffnet.

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