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Blickten gemeinsam über den kommunalen Tellerrand: Landratskandidat Achim Liebl, Münchens Oberbürgermeister-Kandidatin Katrin Habenschaden sowie die Landkreis-Sprecher Jutta Krispenz und Richard Seidl (von links). 

Rekordbesuch bei Neujahrsempfang der Kreis-Grünen

100 Prozent Zuwachs

Rekordbesuch beim Neujahrsempfang der Kreis-Grünen. Auch die Prominenz war dabei

Dachau – Zum Neujahresempfang der Grünen hat Dr. Anton Speierl, Bezirksrat und Sprecher des Ortsverband Dachau, ein ungewöhnlich großes Publikum im Erchanasaal im Ludwig-Thoma-Haus begrüßen können. Weit über 100 Personen seien noch nie bei einem Grünen-Neujahrsempfang gewesen, so Speierl.

In ihren Reden versuchten die Kreisverbands-Sprecher Jutta Krispenz und Richard Seidl sowie Katrin Habenschaden, Oberbürgermeister-Kandidatin von München, den Leitsatz der Partei „Global denken, lokal handeln“ zu unterstreichen. Langfristig sei ein Blick über den Tellerrand hinaus wichtig und das Zauberwort heißt für Münchens Stadträtin Habenschaden in dem Zusammenhang: „interkommunale Zusammenarbeit“. Der Alltag kümmere sich nämlich nicht um Gemeindegrenzen in der Metropolregion München.

Die Zuwachsrate in Dachau von 100 Prozent bei den Mitgliedszahlen zeige die große Unterstützung vor Ort. Auch im Landkreis sei durch die Gründung weiterer Ortsverbände (OV) ein „erhebliches Plus“ erkennbar, so Speierl. Neben den bereits bekannten Ortsverbänden in Dachau, Karlsfeld, Haimhausen und Petershausen wurden vier weitere im letzten Jahr gegründet: im März in Röhrmoos, im Juni in Pfaffenhofen und Odelzhausen, im Oktober in Indersdorf und Weichs und zuletzt im Dezember in Bergkirchen.

Von einem großen Zuwachs berichtete auch Bundestagsabgeordnete Beate Wagner-Rosenheimer. „Ohne Kommunen läge das Kulturleben brach, würden elementare und existenzielle Voraussetzungen für das Leben in einer modernen Industrie und Informationsgesellschaft fehlen“. Es liege daher nahe, die Bürger an der Gestaltung dieser Angelegenheiten zu beteiligen; kommunale Selbstverwaltung sei die „Wiege der Demokratie“.

Traditionell wird am Neujahrsempfang auch verschiedenen Vertretern anderer Parteien Raum geboten – mit Ausnahme der AfD, die eine „Alternative für nichts“ ist, wie Habenschaden es sehr deutlich formulierte. Eine Aussage, die viel Zustimmung von allen erfuhr.

Mit Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) verbinden die Grünen eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit. Gemeinsame Projekte, wie das Fahrradparkhaus oder das Anbringen von Fahrradschutzstreifen sind Beispiele hierfür. Gemeinsam bekennen sich Grüne und die SPD zum Neubau des Hallenbads, während andere „publikumswirksam einen auf Bedenkenträger machen“, wie Hartmann unterstrich. Für die kommende Wahl bekommt der amtierende Oberbürgermeister „volle Unterstützung“, wie Richard Seidl versprach.

Parteiübergreifend betonte auch CSU-Landrat Stefan Löwl die Zusammenarbeit und sah sich selbst nicht als „vollkommenen Gegenentwurf“ zu den Grünen, sondern eher als „Mitbewerber in der kommunalen Familie“. Bei vielen Schwerpunkten, etwa ÖPNV, Bildung oder Müll, finde man regelmäßig einen Konsens, „weil es um die Verantwortung geht und um Nachhaltigkeit“ – ein Wort, das laut Löwls Recherchen bayerische Waldbauern vor 300 Jahren erfunden hätten.

Auf den Weg nach vorne konzentrieren wollen sich auch die Kandidaten und Bewerber für die kommunalen Spitzenämter aus dem Umland: die Bürgermeisterkandidaten für Haimhausen Sabrina Spallek, für Pfaffenhofen Susanne Vedova, Hubertus Schulz für Indersdorf, Arthur Stein für Röhrmoos und Landratskandidat Achim Liebl. Sie sind es, die sich laut Liebl „in der ersten Reihe positionieren“ und „Nachhaltigkeit zum Kompass aller Entscheidungen im Landkreis werden“ lassen wollen.

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