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Auftakt der Dachauer Wiesn

O‘zapft is: Die schönsten Bilder vom Volksfesteinzug

Während die einen in den Urlaub fliegen, bleiben die anderen lieber daheim – um einen Pflichttermin nicht zu verpassen: Das Dachauer Volksfest. Doch einiges hat sich heuer verändert.

Dachau – Obazda heißt Kasbazi, es gibt veganen Couscous-Salat im großen Festzelt, die Ampertaler dürfen ihr Fuhrmannsbesteck nicht mehr aufs Dachauer Volksfest mitnehmen und es gibt wieder Taschenkontrollen an den Eingängen. Die Zeiten ändern sich, aber für Volksfestreferent Robert Gasteiger sind die zehn Tage trotzdem die schönsten im Jahr: „Ich fahr nicht so gern furt, sondern mach lieber Urlaub auf dem Volksfest.“

Gasteiger sitzt in der Kutsche, die den Volksfestzug von der Altstadt bis zur Thoma-Wiese anführt. Hinter ihm marschieren die Ampertaler, die Frauen in üppigen Kleidern und die Männer mit lederner Stiefelhose und Hut, ihre Hirschfänger und das Fuhrmannsbesteck mussten sie heuer erstmals aus Sicherheitsgründen daheim lassen. Ampertaler Ludwig Hartl, 66, findet das schade: „Es gehört einfach zu unserer Tracht“, sagt er: „Eine Gabel ist auch gefährlich.“

Beim Festzug winken auch die kleinen Ampertaler mit. Denn Charlotte Werner, 12, sagt: „Wir wollen, dass die alte Tracht nicht vergessen wird.“

Auch die Dachauer Schützenvereine präsentieren sich beim Festzug in Dirndl und Lederhosen, schwingen gekonnt ihre Vereinsfahnen. Dazu gibt es Blasmusik von den Ludwig Thoma Musikanten und den Bergkirchner Ampermusikanten. Auch die Politiker winkten brav aus ihren Kutschen und warfen kleine Blumensträuße. Von den Schaustellern gab es Lebkuchenherzen und Fahrchips.

Bedienung Moni Linseisen, 44, aus Au in der Hallertau lief zum dritten Mal mit. Vor ihr liegen zehn Tage Maßkrugstemmen und Hendlservieren: „Es ist anstrengend, aber die Dachauer Kundschaft ist nicht so grantig wie woanders“, sagt sie.

An der Thoma-Wiese angekommen, vorbei an hunderten Zuschauern am Straßenrand, stand Oberbürgermeister Florian Hartmann vor der Bewährungsprobe: Wie viele Schläge würde er heuer brauchen, um das erste Fass anzuzapfen? Hartmann verbesserte sich, statt vier Schläge wie im vergangenen Jahr, floss das Bier bereits nach dreien. Nur weil der Hahn ein wenig klemmte, musste er nochmal nachhelfen. „Ich habe davor schon ein bisschen geübt“, verrät der OB. Um beim Auftakt zu glänzen, fuhr er immer mal wieder in die Spaten-Brauerei nach München. „Auf ein schönes und friedliches Volksfest“, rief er.

Robert Gasteiger wird wohl jeden Tag auf dem Volksfest sein, er hat einen Tipp: „Am besten nur jeden Tag Wasser trinken und net immer bis um 12 Uhr, sondern nur bis 10 bleiben.“ Ob Urlaub am Meer oder auf der Thoma-Wiese, es kann anstrengend werden.

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