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Die neuen Plakatwände der Stadt sind zu glatt.

Oberbürgermeister entschuldigt sich für Plakat-Panne

Gut gemeint, nur leider nicht gut gemacht

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Die Posse um die nicht funktionierenden Plakatwände der Stadt war am Mittwoch auch Thema im Umwelt- und Verkehrsausschuss der Stadt Dachau.

Dachau – Oberbürgermeister Florian Hartmann nutzte – nach einem rund dreistündigen Parceforceritt durch die größten Verkehrsprobleme der Stadt – das Ende der Sitzung, um dann auch gleich noch diese stockende Angelegenheit anzusprechen.

Hartmann gab zu, dass die 61 neuen Plakatwände „gut gemeint“ gewesen seien, die Umsetzung aber „schwierig“ sei. Hintergrund der Maßnahme sei grundsätzlich gewesen, den Bauhofmitarbeitern in Wahlkampfzeiten die Arbeit zu erleichtern. Denn: Die alten, hölzernen Wände seien sehr schwer und die alten Betonklotzfüße der Wände zu instabil gewesen.

Aus diesem Grund habe der Bauhof entschieden, in Eigenregie leichtere Wände aus Aluminium zu basteln, die in fix installierte Halterungen im Boden gesteckt werden. Allein, so Hartmann: „Das Stecksystem funktioniert, das Kleben nur leider nicht.“ Dass die vorwiegend ehrenamtlichen Mitglieder der Parteien nun viel Freizeit mit vergeblichen Klebe-Versuchen verbringen mussten, das, so der OB, „tut mir leid“.

Um das Problem nun dauerhaft zu lösen und die über 20 000 Euro teuren Wände weiter verwenden zu können, hat die Stadt nun eine weitere Idee: Die Wände sollen, so der OB, „mit dünnem Holz beplankt werden“. Die „Beklebung erfolgt damit wie bisher, aber der Leichtigkeitseffekt wird beibehalten“. Die Parteien, versicherte Hartmann, würden diesbezüglich aber noch eine gesonderte Einführung erhalten – und zwar von „Klebeprofis“!

A propos kleben: Was die Parteien mit dem teuren Spezialkleber, zu dessen Kauf die Stadt geraten hatte, nun machen sollen beziehungsweise was aus der Ankündigung wurde, die viel zu glatten Flächen aller 61 Aluminiumwände aufrauhen zu wollen, verriet Hartmann in der Sitzung nicht.

Stadträtin Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) nahm die Worte des OB zur Kenntnis. Es sei ja verständlich, dass es neue Wände gebraucht habe, gab sie zu. Allerdings sei die Aktion „von A bis Z nicht durchdacht“ gewesen. Dies sei sehr schade. „Unsere Leute“, schloss Schmidt-Podolsky, seien daher „empört“!

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