Antrag der Mittelschule Dachau-Süd

Die Zweitküchen-Debatte

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Die Mittelschule Dachau-Süd soll saniert werden. Im Bauausschuss gab es Unstimmigkeiten darüber, ob die Schule eine zweite Schulküche bekommt. Im Stadtrat wurde das Thema wieder aufgegriffen – weil die Schule bestürzt reagiert hat.

Dachau– Die zweite Schulküche für die Mittelschule Dachau-Süd war in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wieder von der Liste gestrichen worden (wir haben berichtet). Der Grund: In der Vorlage des Stadtbauamts war die zweite Küche als „Wunsch der Schulleitung aufgeführt“, sie werde nicht gefördert, erklärten die Mitarbeiter des Stadtbauamts in der Sitzung. Das Raumprogramm der Regierung von Oberbayern sehe nur eine Schulküche vor. Eine ausführliche Begründung, warum die Schule eine zweite Küche braucht, lag den Politikern auch nicht vor. Also entschied sich eine Mehrheit dagegen, nur die SPD-Fraktion, der OB und Wolfgang Moll (parteilos) waren dafür.

Als dann aber der Stadtrat zu seiner jüngsten Sitzung zusammentrat, lag eine Begründung der Schule vor. Schulleiterin Ilona Brezing hat der Stadt nun einen Brief geschrieben, in dem sie erklärt, dass die Schülerzahl laut Prognosen in den nächsten Jahren um 30 Prozent auf 464 Schüler steigen soll. Schulen mit vergleichbarer Schülerzahl wie Dachau-Ost müssten bereits auf andere Schulküchen ausweichen. In Süd sei die Schulküche jetzt schon durchgehend belegt. Sie sei bestürzt über die Entscheidung des Bauausschusses und halte die zweite Schulküche für unabdingbar.

Und so kam das Thema wieder neu auf den Tisch. Die Schulreferentin Katja Graßl (CSU), die nicht im Bauausschuss sitzt, erklärte, dass es sie „stört“, dass die zweite Schulküche als „Wunsch“, und nicht als „Bedarf“ aufgelistet wurde. Deshalb sei das Thema „falsch rübergekommen“. Sie plädiere nun dafür, dass die Verwaltung noch einmal überprüfe, ob man für eine zweite Küche eine Förderung bekomme.

Daraus entspann sich eine emotionale Diskussion darüber, was genau denn nun „Bedarf“ ist, wer den „Bedarf“ so tituliert, und wer dann entscheidet, wo genau ein „Bedarf“ besteht. Oberbürgermeister Florian Hartmann erklärte seine Sichtweise: „Es gibt eine Liste, die Dinge enthält, die zwingend notwendig sind, und Dinge, die möglich sind. Sie entscheiden dann, was der Bedarf ist.“ Der Mitarbeiter des Stadtbauamts, Maximilian Ernst, erklärte dagegen: „Es ist keiner dagegen, aber wir konnten den Bedarf noch nicht nachvollziehen.“ Und so folgerte August Haas: „Wunsch und Bedarf kann man gerne mal verwechseln – und aus der Vorlage des Bauamts war es nicht ersichtlich, wie groß der Wunsch oder Bedarf war.“

Auch Kai Kühnel (Bündnis) war dafür, den Wunsch oder Bedarf genauer zu prüfen, mit genauer Auflistung der reinen Kochstunden in der Schule. Die direkte Aufnahme der Schulküche in den Sanierungsplan, wie es Christa Keimerl (SPD) forderte, fiel bei der Abstimmung durch.

Der Prüfantrag allerdings wurde beschlossen. Wie auch die Pläne für die restliche Sanierung der Schule (wir haben berichtet).

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