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Die Kandidaten von „Wir“ für den Dachauer Stadtrat mit OB-Kandidat Wolfgang Moll (vorne, 6.v.l.).

Oberbürgermeisterwahl 2020/Dachau: Nominierung bei „Wir“

Wolfgang Moll macht’s offiziell

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Jetzt ist es offiziell: Stadtrat Wolfgang Moll – vormals CSU, dann parteifrei und seit knapp einem Jahr bei „Wir“ – will OB von Dachau werden. Damit ist er der Fünfte im Bunde.

Dachau – Er habe schon auch „Altlasten“ hinter sich, was Parteipolitik angeht, gab Wolfgang Moll am Mittwochabend im Adolf-Hölzel-Haus zu. Die Nominierungsversammlung des von Moll vor knapp einem Jahr aus der Taufe gehobenen politischen Vereins „Wir – für Heimat, Werte und Zukunft“ fand damit in der „Herzkammer von Dachau-Ost“ statt – dort, wo Moll mit seinem TSV 1865 Dachau auch seine Hausmacht, seine Basis hat. Die parteipolitische „Altlast“, die Moll ansprach, war seine Vergangenheit bei der CSU, die er kurz nach der Kommunalwahl 2014 verlassen hatte und die dennoch – auch ohne direkt ausgesprochen zu werden – an diesem Abend eine große Rolle spielte.

Denn Moll, wie auch seine 32 Mitstreiter auf der „Wir“-Stadtrats- und Kreistagsliste, wurden nicht müde zu betonen, dass es ihnen um „Themen statt Farben“ ging, um „Miteinander statt Parteistrukturen“, und es wichtig sei, dass man als Mandatsträger „nur seinem Gewissen“ und nicht der Fraktionslinie unterworfen sei. Grundsätzlich, so Moll, wolle „Wir“ eine „Politik der Breite“ anbieten und sehe sich als wertkonservative, liberale „Initiative der Vernunft“.

Umsetzen soll diese vernünftige Politik eine „tolle Truppe“ aus „erfahrenen“, „kompetenten“, „empathischen“ und „bodenständigen“ Dachauern jeden Alters und beiderlei Geschlechts, wie Moll betonte. Neben dem Unternehmer und TSV-1865-Dachau-Vorsitzenden Moll ist dies beispielsweise der Landwirt Günther Mayerhanser, der Lehrer Rene Volberth, der Schützen-Funktionär Robert Farnhamer oder Martina Ernst, die sich mit ihrem Mann Robert Wanninger um die Ernst’sche Familienstiftung kümmert.

Dass Moll als Vorsitzender nicht nur die „Wir“-Liste anführt, sondern auch Oberbürgermeister werden will, beschreibt er als „nur konsequent“. Denn: „Wer A sagt, muss auch B sagen. Alles andere wäre halbherzig und unglaubwürdig“. Dass er damit – nach Amtsinhaber Florian Hartmann (SPD) sowie Peter Strauch (CSU), Peter Gampenrieder (ÜB) und Markus Erhorn (FW) – der Fünfte im Kandidaten-Bund ist, ficht ihn nicht an. Seine Mitbewerber findet er nämlich „nicht überzeugend“, und dass es fünf Kandidaten um das Oberbürgermeisteramt gebe, lässt seiner Meinung nach auch „nicht auf einen souveränen Amtsinhaber“ schließen, der damals – vor sechs Jahren – auch nur dank Glück und Zeitgeist ins Amt gespült worden sei. Moll und „Wir“ sehen ihre Stärken im Netzwerken, in der Haushalts- und Wirtschaftspolitik. „Man kennt uns“, glaubt Moll, „man nimmt uns wahr und ich glaube auch, dass man uns ernst nimmt“.

Der Wandel, der laut Moll dem Dachauer Rathaus gut tun würde, soll aber auch im Landkreis ankommen, weshalb „Wir“ am 15. März auch zur Kreistagswahl antreten will; der Oberbacherner Unternehmer Franz Haas soll als Listen-Zweiter das Zugpferd sein. Auch die Gründung weiterer „Wir“-Ortsgruppen sei geplant.

Um bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 antreten zu können, muss „Wir“ schon im Vorfeld Stimmen sammeln – oder besser Unterschriften. Ab 18. Dezember liegen dazu in allen Bürgerbüros in Stadt und Landkreis Unterstützerlisten aus; je 250 Unterschriften braucht es für die Stadtratsliste sowie für Wolfgang Molls OB-Kandidatur, 450 Unterschriften für die Kreistagsliste. 

Kommentar: „Wir“ wird weh tun

Wolfgang Moll hat die CSU vor sechs Jahren im Streit verlassen. Er habe nach der Wahlniederlage „aufräumen“ wollen, berichtet er. Doch diese Macht gestand man ihm nicht zu – und ließ ihn ziehen. Das könnte sich jetzt rächen, denn Moll ist nicht reuig in den CSU-Schoß zurückgekrochen, im Gegenteil. Als TSV-1865-Vorsitzender und Geschäftsmann wildert er samt seiner neuen Gruppierung „Wir“ nun tief im christsozialen Milieu. Und OB-Kandidat Peter Strauch dürfte sich fragen, ob man den Macher Moll vor sechs Jahren nicht doch besser bei der CSU gehalten hätte... zip

Die Kandidaten für die Stadtratsliste (Bild) sind: 

1. Wolfgang Moll, 55, Bauingenieur

2. Gerhard Schlabschi, 59, Informatiker

3. Gabriele Siegl, 64, Fachlehrerin i.R.

4. Joachim Schweiß, 61, IT-Projektmanager

5. Günther Mayerhanser, 54, Landwirt

6. Maximilian Schuster, 53, Dienstleister Automobil

7. Huda Ikid-Berhanu, 45, Kinderpflegerin

8. Gerd Häcker, 52, Bankkaufmann

9. Markus Witte, 53, selbst. Sachverständiger

10. Arne Bauer, 46, Unternehmer

11. Robert Wanninger, 54, Bankkaufmann

12. Martina Ernst, 49, Bankkauffrau

13. Mandy Merwerth, 43, Krankenschwester

14. Martin Schmidberger, 49, Revisor

15. Petros Tanidis, 57, Taxifahrer

16. Robert Farnhamer, 55, Selbständiger

17. Rene Volberth, 42, Lehrer

18. Ruwelda Berhanu, 18, Schülerin

19. Horst Heinrici, 71, Elektrikermeister

20. Elisabeth Paul, 63, Büroangestellte

21. Katja Wellhäuser, 54, Dipl.-Ingenieurin

22. Othmar Unterreitmaier, 53, selbst. Glasreiniger

23. Kerstin Krenkel, 58, Friseurin

24. Hartmut Schwaab, 49, Kraftfahrer

25. Manfred Hierner, 56, Bauleiter

26. Ilse Witte, 80, Rentnerin

27. Manfred Sulzmann, 49, Online-Marketingmanager

28. Michael Hillreiner, 36, IT-Administration

29. Sabine Sulzmann, 48, Arzthelferin

30. Ole Geelhaar, 53, Augenoptiker

31. Monika Moll, 55, Bürokauffrau

32. Ursula Baumgartner, 52, kaufm. Angestellte

33. Norbert Siegl, 64, Schlagzeuglehrer.

Alle Infos und News zur Kommunalwahl 2020 im Landkreis Dachau finden Sie immer aktuell auf unserer großen Themenseite.

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