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Dr. Karl-Hermann Behrensist zwar aus der AfD ausgetreten. Er will dennoch als Kreisratamtieren.   

Austritt aus der AfD und dennoch im Kreistag Dachau

Dr. Karl-Hermann Behrens nimmt Mandat an

  • Thomas Zimmerly
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Dachau – Dr. Karl-Hermann Behrens wird sein frisch erkämpftes Kreistagsmandat annehmen, obwohl er aus der AfD ausgetreten ist. Dafür nennt er einen Grund.

Dachau– Dr. Karl-Hermann Behrens wird sein frisch erkämpftes Kreistagsmandat annehmen, obwohl er aus der AfD ausgetreten ist. Der Odelzhauser Arzt war wie berichtet am 17. März, aus der Partei ausgetreten. An dem selben Tag also, an dem die Wahlergebnisse feststanden.

Behrens selbst sagt, dass er zum Zeitpunkt seiner Demission noch nicht wusste, dass er den Sprung in den Kreistag geschafft habe. Mit einigen Tagen Abstand äußert er sich nun zu seinem Austritt aus der AfD: „Der Grund für meinen Austritt war keinesfalls der Partei als solcher, dem Parteiprogramm oder den Führungsebenen oder Fraktionen geschuldet, sondern ausschließlich einer innerparteilichen Bewegung, dem so genannten Flügel.“ Dessen Leitfigur, der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke, „hat mit einer weiteren, aus meiner Sicht üblen Provokation und verbalen Entgleisung in einer Rede am 6. März für mich eine Rote Linie überschritten“, so Behrens, der im März 2013 in die AfD eintrat und somit im Kreis Dachau ein „Mitglied der ersten Stunde“ sei. Sein Partei-Genosse Höcke hatte seinerzeit über Gegner des Flügels gesagt: „Die, die nicht in der Lage sind, das Wichtigste zu leben, was wir zu leisten haben, nämlich die Einheit, dass die allmählich auch mal ausgeschwitzt werden.“

Laut Behrens seien Höckes Worte „nicht mein Duktus“ . Sie würden überdies dem politischen Gegner, aber auch interessierten Medien eine offene Flanke bieten und so die Partei schwer wählbar machen. Behrens: „Ich sehe meine Person auch regional als kleines Licht, aber mein Parteiaustritt soll für den Bundesvorstand ein Zeichen sein, dass wir kleinen Mitglieder an der Basis eine AfD wollen, die im Ganzen auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht und keine Ausnahmen duldet.“

Als Behrens seinen Parteiaustritt im AfD-Kreisverband publik machte, seien mehrere Mitglieder entsetzt gewesen, andere hätten wiedrum Verständnis signalisiert.

Trotz allem will Behrens in den Kreistag einziehen. „Ich bin mit 11 205 Stimmen vom Listenplatz 13 der AfD auf Platz 4 vorgehäufelt worden, und ich habe das Mandat angenommen und werde die Wähler, die mich über die Liste oder als Person gewählt haben, nicht enttäuschen. Als Listenkandidat der AfD werde ich der AfD-Fraktion angehören. Generell bin ich aber in meiner Arbeit und meinen Entscheidungen im Kreistag ausschließlich meinem Gewissen verpflichtet“, so der Odelzhauser. 

 THOMAS ZIMMERLY

Ein ehemaliges AfD-Mitglied hat nach seinem Parteiaustritt seine Neigung zum inhaltlosen Pöbeln nicht abgelegt.

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