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Der letzte Einmarsch 2017: Das Konzert der Blechblos’n am Volksfestvorabend wird es nicht mehr geben. 

Ois Easy übernimmt Volksfestvorabend in Dachau

Der Blechblos’n-Tag ist Geschichte

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17 Jahre lang spielte die Dachauer Band Blechblos’n am Abend vor dem Volksfestbeginnim großen Festzelt auf. Nun ist damit Schluss. Festwirt Ewald Zechner hat sich in diesem Jahr für eine andere Band entschieden, ebenfalls aus Dachau: Ois Easy.

Dachau– Der Blechblos’n-Tag ist Geschichte. 17 Jahre lang füllte die Dachauer Stimmungsband das große Festzelt am Abend vor dem Volksfestbeginn, allerdings waren die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren rückläufig. Diese Entwicklung ist für Festwirt Ewald Zechner mit ein Grund, das Konzept zu ändern. „Weitergehen wird es auf jeden Fall, und zwar sehr sicher mit Ois Easy“, sagt der Wirt.

„Wir sind sehr traurig, weil eine Tradition zu Ende geht“, so Reinhard Unsin, der Manager der Blechblosn. Am Mittwochabend teilte ihm Festwirt Ewald Zechner mit, dass die Dachauer Stimmungsband in diesem Jahr nicht am Abend vor dem Volksfestbeginn im großen Zelt ihr alljährliches Heimspiel haben wird. Jahrelang waren die Karten für das Konzert schon kurz nach Vorverkaufsbeginn ausverkauft. Rund 3100 Besucher fasst das große Volksfestzelt laut Unsin. „Aber die letzten zwei Jahre waren wir nicht mehr ganz ausverkauft.“ Unsin macht als Ursache dafür vor allem im Jahr 2016 die Terrorangst aus, „da hatten viele Veranstalter Probleme“. Und im vergangenen Jahr feierte die Blechblosn ihr 30-jähriges Bestehen, „wir hatten viele Ehrengäste und Einladungen und haben deshalb weniger Karten verkauft“, so Unsin. Eine Alternative zu dem Blechblos’n-Tag sieht Unsin nicht: „Wir haben da immer einen großen Aufwand betrieben, selbst viel in Vorgruppen, Rahmenprogramm und Technik investiert und nicht auf die Kosten geschaut.“ Der Wirt habe der Blechblosn auch angeboten, an einem „normalen Volksfestabend“ als Festkapelle zu spielen, „aber dann werden wir verglichen mit den Vorjahren, und da wären die Leute enttäuscht“. Deshalb „lassen wir es lieber ganz“, sagt Unsin ohne Groll. Bedanken möchte er sich vor allem bei all den treuen Fans, natürlich den Dachauern, aber auch denen, die alle Jahre aus der Ferne zu dem Abend gekommen sind. „Darauf waren wir immer sehr stolz, und es hat uns sehr viel Spaß gemacht, an diesem Abend zu spielen.“

Allerdings bleibt der Abend in Dachauer Hand: Für die Partyband Ois Easy mit ebenfalls sieben Musikern ist es eine „Riesenehre“, am Volksfestvorabend im großen Festzelt zu spielen. „Wir freuen uns darauf, die Tradition fortzuführen“, sagte Pressesprecher Florian Fischer. Bisher gebe es eine mündliche Absprache mit Festwirt Ewald Zechner und den Musikern von Ois Easy. Zechner sei auf sie zugekommen, „ob wir auftreten wollen“. „Und das ist natürlich ein Riesending“, so Fischer.

Ewald Zechner habe schon seit zwei, drei Jahren überlegt, „den Abend anders zu gestalten“. Zum einen, weil der Abend beim Kartenvorverkauf nicht mehr ausverkauft war – „es geht auch um den Umsatz an diesem Abend“. Zum anderen habe es Rückmeldungen gegeben, dass die Blechblos’n „zu laut“ gewesen sei – und wie es mal mit einer anderen Gruppe wäre. „Und wir haben ja noch eine weitere Band aus Dachau“, so Zechner. So habe er Ois Easy gefragt – und die Musiker sind begeistert. Ein Konzept für den Auftritt gibt es noch nicht. Der Volksfestwirt versichert aber, dass der Abend auf jeden Fall „besonders“ bleiben soll, „definitiv ein Konzertabend, definitiv mit Eintritt, aber definitiv weniger als 16 Euro, wie bei der Blechblos’n“. Den wohltätigen Zweck (siehe auch Kasten) will Zechner auf jeden Fall weiterverfolgen. Ein Teil des Erlöses soll weiterhin der Kette der helfenden Hände und somit bedürftigen Menschen in Stadt und Landkreis Dachau zukommen.

Der Volksfestvorabend

Besonders war der Volksfestvorabend schon immer: Als Wohltätigkeitsveranstaltung hatte Volksfestreferent Franz Böck ihn 1968 ins Leben gerufen. Dieser erste Volksfestvorabend schlug voll ein. 4700 Besucher quetschten sich ins Bierzelt, 3000 mussten heimgeschickt werden. Publikumsmagnete waren die Komiker Herbert Hisel und Erni Singerl. Es folgten weitere Volksfestvorabende, bis die Wohltätigkeitsabende in einen „Bayerischen Abend“ und als Bierprobe für das „gemeine“ Volk umgestaltet wurde. Als die Teilnehmerzahlen nachließen, wurde aus dem Abend der „Blechblos’n-Tag“– bis 2017. Pro Eintrittskarte gingen zwei Euro an die Kette der helfenden Hände, die Spendenaktion der Heimatzeitung.

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