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Schwierig gestaltet sich die Parkplatzsuche jeden Morgen an der Bahnhofrückseite in Dachau. 

Parkplatznot am Bahnhof

Mit Gutachten Ordnung ins Chaos bringen

Der Parkplatz am Dachauer Bahnhof platzt aus allen Nähten. Er war zwar schon früher immer voll, aber durch den Bau des Fahrradparkhauses und der Einrichtung der Bewohnerparkzone Unteraugustenfeld hat sich die Situation weiter verschärft. Während die Pendler klagen, sinnt die Stadt nach einer Lösung des Problems.

Dachau – Für die Pendler bedeutet die aktuelle Situation am Bahnhof vor allem eins: viel Stress bei der morgendlichen Parkplatzsuche! „Montags muss man bis 7.30 Uhr da sein, sonst hat man gar keine Chance mehr auf eine Parkmöglichkeit“, berichtet ein Betroffener, bevor er zu seinem Zug hetzt. Dabei läuft er an dem neuen Fahrradparkhaus vorbei. Das hat nicht nur eine Reihe von Stellplätzen für die Autofahrer verdrängt, sondern erntet auch immer wieder deren neidische Blicke. „So etwas bräuchten wir auch für die Autos“, meinen einige der Pendler.

Die Idee hinter dem Fahrradparkhaus war aber eigentlich eine andere. Bei der Einweihung sprach Oberbürgermeister Florian Hartmann davon, Alternativen zum Auto fördern zu wollen. Und auch Josef Hermann, Leiter des städtischen Hauptamts, sagt: „Unsere Empfehlung ist, nach Möglichkeit das Rad oder die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.“

Für die meisten Pendler ist das aber keine Lösung. Auf das Fahrrad können und wollen viele nicht umsteigen. Sei es wegen schlechten Wetters, sei es, weil sie viel Arbeitsmaterial mitschleppen oder weil der Weg schlicht zu weit ist.

Die andere Möglichkeit – die Fahrt mit dem Bus – wird auch nur schleppend angenommen. Denn Pendler, die aus dem Dachauer Hinterland kommen, brauchen für die Fahrtstrecke mit dem Bus teilweise doppelt so lang wie mit dem Auto. Außerdem sind sie vom Fahrplan der Buslinien abhängig. 40-Minuten-Takte oder längere Wartezeiten sind dabei keine Seltenheit. Für viele Arbeitnehmer ist diese mangelnde Flexibilität nicht mit ihrem Berufsalltag vereinbar.

Die Pendler nutzen also weiterhin ihr Auto und weichen bei der Parkplatzsuche notfalls auf die umliegenden Wohngebiete aus, die nicht innerhalb der kostenpflichtigen Bewohnerparkzone liegen. „Irgendwo muss ich mein Auto ja abstellen, aber jeden Tag für den Parkplatz zahlen, kann ich mir nicht leisten. Aber ich kann den Ärger der Anwohner schon verstehen“, erzählt eine junge Krankenpflegerin. Und auch Hermann bestätigt, dass sich die Pendler neue Parkzonen suchen: „Wir haben vereinzelt entsprechende Rückmeldungen von den Anwohnern bekommen.“ Die Stadt hat deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben, das das veränderte Parkverhalten untersuchen soll. Das Ergebnis soll dann als Grundlage für weitere Maßnahmen dienen, um der Parkplatzsituation am Bahnhof Herr zu werden.

Die Stadt Dachau will aber auch den jetzigen Parkplatz in die Hände der Stadtwerke geben, damit diese den Parkplatz bewirtschaften und ausbauen kann. So soll die vorhandene Parkfläche effektiver genutzt werden.

Momentan gehen noch viele Parkplätze verloren, weil Autofahrer sich nicht an Markierungen halten oder gar keine Markierungen vorhanden sind, die ein geordnetes Parken regeln würden. Weitere Details sind dazu bisher noch nicht bekannt. „Es müssen noch einige rechtliche und organisatorische Fragen geklärt werden“, erklärt Hauptamtsleiter Hermann.

Die Lösungssuche beschränkt sich aber nicht nur auf das Stadtgebiet, sondern befasst sich auch mit dem Versuch, den Dachauer Bahnhof zu entlasten. So brachte erst kürzlich Landrat Stefan Löwl den alten Bahnhof Breitenau als neue Haltestelle inklusive eines P+R-Platz und Bus-Bahnhofs wieder ins Gespräch (wir berichteten).

Und im Umfeld des bestehenden Bahnhofs wird über die Errichtung eines Parkhauses diskutiert. Mit dessen Fertigstellung ist aber frühestens in vier Jahren zu rechnen. Eine zeitnahe Lösung der Pendlerproblematik ist somit nicht zu erwarten. tb

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