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Polizei klärt auf: Bei aufmerksamen Nachbarn haben Einbrecher keine Chance

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Von: Thomas Zimmerly

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Ausführliches Informationsmaterial nahm Michael Schmid von einem der Polizisten entgegen. Fotos (2): zim
Ausführliches Informationsmaterial nahm Michael Schmid von einem der Polizisten entgegen. © zim

Junge Beamte der Bereitschaftspolizei waren am Dienstag in Dachau und Karlsfeld unterwegs, um die Bevölkerung über das Thema Wohnungseinbrüche aufzuklären. Die breit angelegte Aktion des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord stieß auf Zustimmung. In einem Fall gab es für die Beamten sogar eine süße Überraschung.

Dachau – Als die Tür einer Wohnung in der Dachauer Krimhildenstraße aufschwang, staunten die beiden Polizisten des 65. Ausbildungsseminars der Bereitschaftspolizei Dachau nicht schlecht. Franziska Gundel-Pichler, die kleine Hannah sowie der Duft von frischen Plätzchen begrüßten die Besucher. Mutter und Tochter waren gerade beim Backen. Und als die beiden Obermeister in Ausbildung erklärten, dass sie geklingelt hatten, weil sie die Bevölkerung darüber aufklären möchten, wie man Wohnungseinbrüche verhindert bzw. sich vor Einbrechern schützt, dauerte es nicht lange, und die Beamten hatten einen Teller mit süßen Köstlichkeiten in der Hand. Denn: „Ich finde die Aktion super“, wie Franziska Gundel-Pichler meinte.

Auch heuer startete das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord eine Präventionsaktion zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität. Dazu waren Beamte in den zum Präsidium gehörenden Bereichen Dachau, Ingolstadt, Erding, Dorfen sowie Fürstenfeldbruck-Germering unterwegs. Unterstützt wurde die Kampagne in Dachau von der Polizeiinspektion sowie Beamten der Bereitschaftspolizei. In zehn Zweierteams schwärmten die jungen Bepo-Beamten am Dienstag in Dachau und Karlsfeld aus. Über die Aufklärung hinaus sei es der Polizei wichtig, den Kontakt zum Bürger zu intensivieren, sagte der Klassenleiter des 65. Ausbildungsseminars Peter Wolf.

Süße Überraschung: Franziska Gundel-Pichler und ihre Tochter Hannah überreichten einen Teller mit frisch gebackenen Plätzchen an die beiden Polizisten, die an ihrer Haustür klingelten.
Süße Überraschung: Franziska Gundel-Pichler und ihre Tochter Hannah überreichten einen Teller mit frisch gebackenen Plätzchen an die beiden Polizisten, die an ihrer Haustür klingelten. © zim

„Schaut, dass die Türen immer abgeschlossen sind.“ „Tauscht euch mit den Nachbarn aus.“ „Teilt der Polizei so schnell wie möglich mit, wenn es einen Einbruch gab. Das hilft uns, das Ganze rückzuverfolgen.“ „Wenn Sie mehrere Tage oder gar Wochen das Haus verlassen und in den Urlaub fahren, sorgen Sie dafür, dass die Nachbarn Bescheid wissen.“ Mit eindringlichen Sätzen wie diesen sensibilisierten die beiden jungen Polizisten die Bewohner in der Krimhildenstraße und Umgebung. Egal, wo sie klingelten, sie trafen auf interessierte Bewohner. Wie etwa Rosemarie Stelzer. Sie versprach den beiden Bereitschaftspolizisten, dass „ich schnell anrufen werde“, falls sie in der Nähe verdächtiges Tun wahrnehme. Das hätte sie schon einmal getan, wie sie verriet. Ein Gauner habe sich als Polizist ausgegeben, so Stelzer. Das Ziel der Betrüger ist es in solchen Fällen, sich das Vertrauen der Opfer mit erfundenen Geschichten zu erschleichen, sie unter Druck zu setzen und schließlich dazu zu bringen, dass Sie dem „Polizisten“ Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände übergeben. Doch Rosemarie Stelzer ließ sich seinerzeit nicht überlisten.

Bei der Präventionsaktion am Dienstag waren die Polizisten freilich echt. Das wurde auch Christoph Lepiarczyk schnell klar, als die Beamten vor seiner Tür standen. Auch er fand die Aktion prima. Die Aufklärer brachten ihn ins Grübeln, was Einbrüche angeht. „Man denkt, es passiert nichts, und dann passiert doch was“, meinte er.

Die Zweierteams klärten nicht nur auf oder regten zum Nachdenken an. Sie verteilten auch zwei Flyer, in denen ausführliche Tipps rund um das Thema (siehe dazu auch Kasten) festgehalten sind. Darin ist beispielsweise zu lesen, dass nachweislich „41 Prozent der Einbrüche nicht zuletzt durch vorhandene Sicherungseinrichtungen und eine aufmerksame Nachbarschaft misslingen“. Und: Dass der Staat über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Einbau von einbruchhemmenden Haus- und Wohnungstüren oder den Einbau von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen finanziell fördert (Näheres unter kfw.de).

Die präventiven und repressiven Maßnahmen in diesem Phänomenbereich würden sich auszahlen, so das Polizeipräsidium Oberrbayern-Nord. Laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik aus dem Jahr 2020 sind die Zahlen für den Wohnungseinbruch bayernweit rückläufig (minus 3,7 Prozent). Dieser Trend ist auch für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord deutlich erkennbar. Mit 439 Fällen im Jahr 2020 wurde hier der niedrigste Wert im Zehnjahresvergleich erreicht (Zahlen für Dachau siehe Kasten).

Wohnungseinbrüche: Das müssen Sie wissen

-Gab es 2017 noch 67 vollendete bzw. versuchte Wohnungseinbrüche im Landkreis Dachau, so sank deren Zahl 2018 auf 47. In den Jahren 2019 und 2020 blieb die Zahl der Delikte mit jeweils 48 konstant. Das teilt die Polizeiinspektion Dachau mit.

-Das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord rät: „Nutzen Sie die Möglichkeit für informative, fachkompetente und kostenlose Beratung zur Sicherung Ihres Eigentums bei unseren Fachberatern!“ Dazu stehen Kriminalhauptkommissar Josef Heggmeier (Telefon 0 81 41/612-488) und Kriminalhauptkommissar Josef Dietz (Telefon 0 81 41/612-489), Ganghoferstraße 42, 82 256 Fürstenfeldbruck zur Verfügung. Der Kontakt kann auch über E-Mail an kripo-beratungsstelle-ffb@polizei.bayern.de erfolgen.

-Die Polizei rät zu „sicherheitsbewusstem Verhalten“: Wenn Sie das Haus auch nur für kurze Zeit verlassen – sperren Sie ihre Haustür ab. Verschließen Sie stets Fenster, Balkon- und Terrassentüren (gekippte Fenster sind offene Fenster). Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen – Einbrecher finden jedes Versteck. Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus. Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit. Kennzeichnen und fotografieren Sie Ihre Wertgegenstände. Erfassen Sie die wichtigsten Daten in einer Wertgegenstandsliste.

-Die Polizei rät sofort den Notruf 110 zu tätigen, wenn Sie verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Jeder Hinweis kann wertvoll sein.

zim

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