Besitzer klagt

Polizei beschlagnahmt Kampfhund - aber ist Rosi vielleicht völlig harmlos?

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Laut ihrem Besitzer ist Rosi gutmütig und unterwürfig. Das sah die Polizei allerdings anders. Sie nahm ihm den Pitbull-Mischling in Dachau auf der Straße ab. Nun entschied ein Gericht.

Dachau–   Die Beamten nahmen Rosi (18 Monate alt) im Mai 2017 sogar in Gewahrsam, um die Bürger zu schützen. Denn angeblich handelt es sich um einen Listenhund der Kategorie 1, im Volksmund Kampfhund. Und deren Haltung ist Privatpersonen verboten (Art. 37 LStVG). Die Konsequenz: Die Stadt Dachau sprach ein Hundehaltungsverbot aus, auf Grundlage einer gutachterlichen Stellungnahme, nach der der Hund überwiegend die Merkmale eines „American Staffordshire Terriers“ und eines „Pitbulls“ aufwies. Und der Hund musste hinter Gitter. Zunächst im Tierheim, dann kam Rosi zu einem Halter nach Österreich. So zumindest lautete die Version des Besitzers. Doch im September 2017 wurde Rosi wieder in München und Dachau gesehen. Besorgte Nachbarn alarmierten die Behörden – und Rosi wurde erneut eingesperrt.

„Da hat sich wohl jemand gedacht: Die tricksen wir aus. Aber so geht das nicht“, sagte Richter Johann Haider gestern am Verwaltungsgericht München. Dort klagt Rosis Herrchen gegen das Halteverbot, das ihm die Stadt Dachau ausgesprochen hatte: Er bestreitet, dass Rosi Anteile von American Staffordshire Terrier oder Pitbull in sich trägt. Beide Rassen dürfen laut Gesetz nur mit gewichtigem Grund gehalten werden.

„Tatsächlich gab es bei Rosi noch nie einen Zwischenfall“, sagt Rechtsanwalt Christian Bärnreuther, der den Besitzer vertritt. Sogar ein Gutachter habe bestätigt, dass Rosi nicht aggressiv sei. Trotzdem nun der Pitbull-Prozess. „So strenge Regelungen wie in Bayern gibt es sonst nicht“, sagte der Richter. Er schlug einen Vergleich vor: Rosi darf vorübergehend das Tierheim verlassen, wenn sie Maulkorb trägt und mit kurzer Leine ausgeführt wird. Im Gegenzug muss der Halter mit aktuellem Gutachten beweisen, dass Rosi ungefährlich ist.

Rubriklistenbild: © dpa

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