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Rückwärts ausparken, rangieren: Vor dem medizinischen Versorgungszentrum in d er äußeren Münchner Straße sind im vergangenen Jahr viele Unfälle passiert. 

Statistik der Polizei Dachau: Unfallschwerpunkte in Stadt und Landkreis

Am MVZ kracht es am häufigsten

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Die Polizei hat den zweiten Teil ihrer Unfallstatistik für 2017 vorgelegt. Bemerkenswert daran: Ein Unfallschwerpunkt in Stadt und Landkreis ist ausgerechnet ein nur 50 Meter kurzer Abschnitt der Münchner Straße in Dachau. Eine Unfallkommission will das Problem nun lösen.

Dachau – Wer entlang der Münchner Straße zwischen Lessing- und Bgm.-Krebs-Straße einen Parkplatz sucht beziehungsweise versucht, aus seiner Parkbucht auszufahren, kann schon mal in Stress geraten. Ungleich größer dürfte dieser Stress jedoch sein, wenn man älter ist oder krank. Denn auf dem Weg ins Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) an der Münchner Straße 64 konkurrieren die Patienten noch mit den Kunden einer Bäckerei, Mitarbeitern der AOK und Eltern, die auf der anderen Straßenseite ihre Kinder in den Kindergarten bringen. Ergebnis: Allein in 2017 ereigneten sich vor dem MVZ 26 Unfälle – fast ausschließlich verursacht durch Park- und Rangierverkehr.

Ähnlich viele Unfälle, nämlich 23, zählte laut Polizei lediglich der Kreuzungsbereich der B 304 und der Bajuwarenstraße in Karlsfeld. Die Kreuzung Münchner Straße/Eschenrieder Straße in Bergkirchen sowie die Kreuzung Hauptstraße/St.-Vitus-Straße in Günding landen mit „nur“ neun Unfällen im Jahr 2017 vergleichsweise abgeschlagen auf Rang 3 der Statistik.

Für Richard Wacht, Verkehrsexperte der Polizei Dachau, sind diese Zahlen aber weit mehr als nur eine Erkenntnis: „Sie sind Motivation, die erkannten Unfallpunkte abzuarbeiten!“ An anderen Stellen, so der Polizist, seien er, seine Kollegen sowie die Mitglieder der sogenannten Unfallkommissionen in Stadt und Landkreis nämlich bereits erfolgreich am Werk gewesen.

Mit einzelnen Maßnahmen, etwa in baulicher oder technischer Hinsicht, hätten im Vorjahr nämlich drei unfallträchtige Gefahrenstellen im Landkreis entschärft werden können. Wacht zufolge ist dies zuvorderst die Kreuzung Freisinger Straße/Alte Römerstraße/Prittlbacher Straße in Dachau gelungen. Durch den Einbau einer Ampel ereignete sich in 2017 dort nur noch ein Unfall – in den Jahren zuvor waren es durchschnittlich 20!

Auch die gefährliche Kreuzung Münchner Straße/Wallbergstraße beziehungsweise Wettersteinring erfuhr eine wirkungsvolle Maßnahme. Wacht zufolge haben früher Autofahrer aus Karlsfeld kommend die Linksabbieger in die Wallbergstraße regelrecht „abgeschossen“. Dadurch, dass die Linksabbieger nun eine separate Ampelphase bekommen hätten, sei zwar die Leistungsfähigkeit der Kreuzung zurückgegangen, dafür aber die Gefahr extrem schwerer Unfälle faktisch abgeschafft worden.

Und auch die Einmündung der B 13 in die Staatsstraße 2339 bei Haimhausen erhielt einen Facelift: Allein dadurch, dass man die Sicht an der Stelle verbessert und Schilder anders platziert hätte, seien die Unfallzahlen an der Stelle von acht im Jahr 2016 auf drei in 2017 gesunken.

Was die Hauptunfallstrecken betrifft, hat sich im vergangenen Jahr wenig geändert. Die meisten Unfälle an der Staatsstraße 2047, der verkehrsreichsten des Landkreises, ereignen sich aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. Selbiges gilt für die Staatsstraße 2050, die von Assenhausen über Indersdorf und Hilgertshausen bis an die Landkreisgrenze führt. An beiden Staatsstraßen will die Polizei nun mit verstärkten Geschwindigkeitskontrollen gegensteuern.

Einziges Sorgenkind mit null Aussicht auf Besserung ist die nur knapp einen Kilometer lange Strecke der B 471 zur Autobahn A 8. 49 Unfälle ereigneten sich dort im Jahr 2017 – ausschließlich beim Spurwechseln beziehungsweise durch Auffahren. Die Unfallzeiten entsprechen dabei Richard Wacht zufolge eins zu eins den werktäglichen Stoßzeiten.

Das Problem: Ein Rückgang der Verkehrsunfälle ist erst mit einem Ausbau der Autobahnanschlussstelle zu erwarten. Dafür ist die lokale Unfallkommission, bestehend aus Dachauer Polizei, Staatlichem Bauamt und Landkreis, jedoch nicht zuständig...

Straßen mit den meisten Unfällen

Die Hauptunfallstrecken im Landkreis sind: 

- Staatsstraße 2047: 360 Unfälle, 88 Verletzte (2016: 329 Unfälle, 110 Verletzte, zwei Tote) 

- Staatsstraße 2339: 176/36 (2016: 227/49/1) - Staatsstraße 2050: 124/23 (2016: 133/37)

In der Stadt sind die Hauptunfallstrecken: 

- Münchner Straße: 161/26 (2016: 144/35)

- Schleißheimer Straße: 78/27 (2016: 90/36).

Die Hauptunfallknoten in Stadt und Landkreis sind: 

- Münchner Straße MVZ Dachau: 26 - Münchner Straße/Bajuwarenstraße Karlsfeld: 23 

- Münchner Straße/Eschenrieder Straße Bergkirchen: 9 

- Hauptstraße/St.-Vitus-Straße in Günding: 9

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