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Dachau: Polizei fasst Hakenkreuz-Sprayerin

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Handschellen.
Die Polizei schnappte jetzt eine junge Frau, die im Verdacht steht, zahlreiche Nazi-Schmierereien in und um Dachau hinterlassen zu haben. © Beispielfoto: Martin Schutt / dpa

Ein Hakenkreuz auf einer Infotafel am ehemaligen SS-Schießplatz in Hebertshausen, Nazi-Symbole am Fahrradparkhaus am Dachauer Bahnhof, auf Kanaldeckeln und Stromverteilerkästen: Die Polizei hat diese Fälle von Schmierereien mit rechtsextremistischem Hintergrund nun aufgeklärt. Eine 24-jährige Dachauerin wurde ermittelt. Sie gesteht die Taten zum Teil, nur ihr Motiv ist unklar.

Landkreis – Eine 24-jährige Dachauerin soll Hakenkreuze und Schmierereien mit rechtsextremistischem Hintergrund in Dachau, Hebertshausen und Karlsfeld aufgesprüht haben. Unter anderem wurde eine Infotafel des ehemaligen SS-Schießplatzes in Hebertshausen beschmiert. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern gestern mitteilte, sei das genaue Motiv der jungen Frau für die Taten bislang unklar. Die Graffiti seien „nicht unbedingt aus politischer Gesinnung heraus entstanden“.

Die Graffiti mit rechtsextremistischen Symbolen wurden zwischen 3. und 30. September in Dachau, Hebertshausen und Karlsfeld festgestellt. Mehrere Kanaldeckel sowie Stromverteilerkästen in Hebertshausen wurden um den 10. September herum mit Nazi-Symbolen beschmiert, außerdem, wie am 28. September berichtet, wurde auf dem zur KZ-Gedenkstätte Dachau gehörenden ehemaligen Schießplatz in Hebertshausen eine Info-Tafel besprüht. Die Krimnalpolizei Fürstenfeldbruck übernahm die Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Nachdem am 30. September rechtsextremistische Zeichen in dem Fahrradparkhaus am S-Bahnhof in Dachau festgestellt wurden, „haben wir Hinweise von Zeugen erhalten“, so eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Beamte der Kripo Fürstenfeldbruck kamen der 24-jährigen Dachauerin durch umfangreiche Ermittlungen auf die Spur. Eine Anfang vergangener Woche durchgeführte Wohnungsdurchsuchung erbrachte weiteres Beweismaterial. Unter anderem wurden Spraydosen sichergestellt, außerdem das Mobiltelefon der 24-Jährigen, das jetzt ausgewertet werde, so die Polizei.

Die Frau steht in Verdacht, in sechs Fällen rechtsextremistische Schmierereien an mehreren Örtlichkeiten im Landkreis Dachau aufgesprüht zu haben. Der dabei entstandene Sachschaden wird auf rund 4000 Euro geschätzt. In ihrer Vernehmung räumte die 24-Jährige die ihr vorgehaltenen Taten teilweise ein. Das Motiv für die Graffiti ist bislang unklar, nach Angaben der Polizeisprecherin sei die 24-Jährige nicht „die typische Rechtsradikale“. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wurde die Tatverdächtige wieder entlassen.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck dauern an. Insbesondere müsse nun das aufgefundenen Beweismaterial ausgewertet sowie weitere Zeugen vernommen werden, wie die Polizei erklärt.

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