Um von der Gröbenrieder in die Schillerstraße einzubiegen, braucht es, gerade zu Stoßzeiten, viel Geduld. Die Lösung könnte eine Ampel sein.
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Um von der Gröbenrieder in die Schillerstraße einzubiegen, braucht es, gerade zu Stoßzeiten, viel Geduld. Die Lösung könnte eine Ampel sein.

An der Kreuzung Gröbenrieder-/Schillerstraße in Dachau kommen verschiedene Probleme zusammen

Polizei fordert Ampel an Unfallkreuzung

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Auf den Straßen Dachaus war im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger los als in den Vorjahren. Die Zahl der Verkehrsunfälle ging entsprechend zurück. Dennoch gibt es weiterhin Probleme – vor allem an der Kreuzung Schiller-/Gröbenrieder Straße.

Dachau – Wer es werktags gegen 17 Uhr eilig hat, sollte nicht versuchen, von der Gröbenrieder Straße aus nach links in die Schillerstraße einzubiegen. Die Wartezeit, bis man im Berufsverkehr in die viel befahrene Schillerstraße kommt, ist gefühlt: ewig. Andreas Knorr, Polizeihauptkommissar und Verkehrsexperte bei der Dachauer Polizei, beschreibt das Gefühl an der Kreuzung als „total unangenehm“. Klar, oft genug gehe es gut mit den Einbiegern – „aber immer öfter geht’s nicht mehr gut“.

Die Folge: Die Kreuzung wurde im vergangenem Jahr zu einem der Unfallschwerpunkte in der polizeilichen Unfallstatistik, die Knorr zufolge insgesamt 1345 Unfälle im Stadtgebiet verzeichnete. Die Zahl, so berichtete der Verkehrsfachmann den Stadträten im Umwelt- und Verkehrsausschuss am Mittwoch, sei bemerkenswert, da sie einen Rückgang um stattliche 21 Prozent im Vergleich zu den Unfallzahlen des Vorjahres bedeutet. Verletzt wurden bei den Unfällen Knorr zufolge 167 Personen – das sind sogar 30 Prozent weniger als in 2019. Unfalltote gibt es in Dachau, Gott sei Dank, schon seit 2018 nicht mehr zu verzeichnen. Laut Knorr ist dieser „positive Trend“ aber nicht nur in Dachau, sondern in ganz Bayern und Deutschland zu verzeichnen.

Die hauptsächlichen Unfallursachen sind laut Polizeistatistik seit Jahren dieselben: ungenügender Sicherheitsabstand und Fehler beim Abbiegen. An der Kreuzung Alte Römerstraße und Sudetenlandstraße führten diese Fehler im vergangenen Jahr zu 14 Unfällen. Immerhin: Der bisherige „Dauerbrenner“ in der Unfallstatistik, die Kreuzung Alte Römerstraße und Schleißheimerstraße, ist durch die verschiedenen Baumaßnahmen und Umleitungen zuletzt aus der Statistik verschwunden. „Es hat sich einfach eine Kreuzung weiter verlagert“, so Knorr.

Gleich geblieben sind dagegen die Probleme an der Münchner Straße im Bereich des MVZ. Der dortige Parkplatz ist „hochfrequentiert“; ein Drittel aller Unfälle ereignen sich in Form von Parkrempeleien oder kleinerer Auffahrunfälle in diesem Bereich. Auch die Unfälle an den Kreuzungen Schleißheimer- und Friedenstraße sowie Schleißheimer und Frühlingstraße sorgen für die bekannten Hotspots im Stadtgebiet. Knorr rät, vor allem letztere Kreuzung im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofs neu zu überplanen. Denn: „Die Symmetrie der Kreuzung ist nicht mehr ideal.“

Alles andere als ideal und von allen Problemstellen in der Stadt die mit dem größten Handlungsbedarf ist die beschriebene Kreuzung Schiller- und Gröbenrieder Straße. Knorr zufolge kommen verschiedene Probleme zusammen: der Berufsverkehr, der sich Richtung Bahnhof schiebt, der Berufsverkehr, der über die Gröbenrieder Straße auf die B 471 will, der Freizeitverkehr in Richtung ASV-Gelände sowie die Radfahrer. Trotz Corona und damit einhergehend sinkenden Verkehrszahlen und einem praktisch geschlossenen ASV-Sportpark, hätten sich an der Kreuzung fünf Unfälle ereignet. Wenn der Verkehr wieder normal rollt, dürfte sich das Problem in den Augen der Polizei weiter verschärfen. Die Konsequenz kann für Andreas Knorr nur sein, „mit einem Ausbau Ordnung zu schaffen. Die Kreuzung braucht eine Ampel!“

Hinzu kommt nämlich: Seit dieser Woche ist die Uhdestraße auf voller Länge eine Einbahnstraße. Die Anwohner, die von Süden kommend in die Uhdestraße oder die anliegenden Straßen fahren wollen, müssen nun den Schlenker über die Gröbenrieder und Schillerstraße nehmen, um in ihre Wohnungen zu kommen. Klar, das Gebiet ist durch die Einbahnstraßenregelung ruhiger geworden, was viele Anwohner auch begrüßen würden. Zudem, so Knorr, sei der frühere Unfallschwerpunkt Himmelreichweg, Uhde- und Gröbenrieder Straße dank der Einbahnstraße „komplett weg“. Aber andererseits suchen sich die Verkehrsteilnehmer nun eben neue Wege – und landen in den meisten Fällen irgendwann auf der Schiller- oder der Gröbenrieder Straße.

Auch die Radfahrer in dem Bereich – die laut Knorr übrigens zu „50 Prozent selbst schuld waren an allen Radfahrunfällen im Stadtgebiet – sind oft genug als „Geisterradler“ rechts und links der Schillerstraße unterwegs. Auch sie machen dem untergeordneten, aus der Gröbenrieder Straße kommenden Verkehr das Leben schwer.

Dass man das Problem an der Kreuzung aber langfristig wird lösen können, davon ist Knorr überzeugt, denn: „Wir haben in Dachau schon kompliziertere Verkehrsfragen gelöst!“

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