Projekt Schulmahlzeit an den Mittelschulen

„Es geht um mehr als einen vollen Magen“

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Mit vollem Magen lernt sich’s besser – dieses Motto steckt hinter dem Projekt Schulmahlzeit im Landkreis Dachau. Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien bekommen dadurch ein kostenloses Mittagessen in der Schule.

Landkreis – Spaghetti Bolognese oder Schnitzel mit Kartoffeln, zuvor eine Suppe oder danach einen Joghurt für rund 3,50 Euro: Beim Mittagessen haben die Schüler im Landkreis die Qual der Wahl. Doch einige von ihnen können nach einem anstrengenden Vormittag mit Mathe, Deutsch und Englisch nicht in die Mensa mitkommen – ihre Eltern können sich das nicht leisten. In diesem Fall hilft das Projekt „Schulmahlzeiten“ im Landkreis: 64 Kinder und Jugendliche bekommen so ein kostenloses Mittagessen. Sponsoren aus dem Landkreis finanzieren die Mahlzeit. Die Nachfrage ist groß, deshalb sucht Schulamtsdirektorin Agnes Brunner nach neuen Förderern.

„Es geht um mehr als nur einen vollen Magen“, sagt Brunner. Natürlich können sich die Ganztagsschüler nach dem Essen wieder besser konzentrieren. „Aber die Schulmahlzeit ist eine Stärkung in jeder Hinsicht“, sagt sie. Denn die Kinder nehmen meist schon um sieben Uhr den Schulbus und kommen erst um halb vier nach Hause. Ein ganzer Arbeitstag liegt dann hinter ihnen. Beim gemeinsamen Mittagessen ist dann endlich Zeit zum Entspannen, um mit den Schulkameraden zu ratschen. „Und es bedeutet, zur Gemeinschaft dazuzugehören“, sagt die Schulamtsdirektorin.

Das Projekt hat ihre Vorgängerin Isolde Stefanski vor rund sechs Jahren ins Leben gerufen. Zunächst war das Projekt Schulmahlzeit nur für zwei Jahre angedacht, doch der Bedarf an kostenlosen Mittagessen ist gestiegen. Die Gründe, warum Kinder ein kostenloses Mittagessen brauchen, sind vielfältig. Sie kommen aus Familien, in denen ein Elternteil gestorben ist oder die Scheidung von Mama und Papa finanzielle Löcher gerissen hat.

Meist wenden sich Eltern in diesen Notsituationen an die Klassenlehrer oder Schulleiter. „Das läuft dann relativ unkompliziert. Eltern müssen auch keinen Gehaltsnachweis vorlegen, damit ihre Kinder eine Schulmahlzeit bekommen.“

An allen Mittelschulen des Landkreises gibt es derzeit schon finanzierte Schulmahlzeiten. Rund 40 000 Euro kommen jedes Jahr dafür zusammen. Anfangs schulterte die Volksbank Raiffeisenbank das Projekt, weitere Sponsoren wie die Sparkasse und Unternehmer aus dem Landkreis kamen dazu. Außerdem haben auch Schüler im vergangenen Jahr ihren Beitrag geleistet, unter dem Motto „Kinder für Kinder“: Insgesamt 12 000 Euro kamen bei den Aktionstagen zusammen, wie einem Chörekonzert in der Grund- und Mittelschule Bergkirchen, Spiel- und Sporttagen an der Mittelschule Hebertshausen oder bei einem Sponsorenlauf in Odelzhausen.

„Jeder Cent spielt eine Rolle“, sagt Schulamtsdirektorin Brunner. Denn die Banken wollen die Kosten für die Schulmahlzeiten auf mehrere Schultern verteilen, damit sie auch andere soziale Projekte fördern können.

Wollen Sie Pate werden?

Wer bedürftigen Kindern eine kostenlose Schulmahlzeit ermöglichen möchte, kann sich beim Dachauer Schulamt unter 0 81 31/ 74 14 85 oder schulamt@lra-dah.bayern.de melden.

ans

Rubriklistenbild: © dpa

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