Projekt „Talk“ für Jugendliche im Landkreis

Künstlerisch entfalten, Stärken entdecken

Negative Erfahrungen des Erwachsenwerdens kreativ aufarbeiten und daran wachsen – das ist das Ziel des neuen Projektes „Talk“ der Kreisjugendpflege. In den Workshops Musik/Rap, Theater, Film und HipHop-Tanz sollen Leidenschaften geweckt, die Gemeinschaft gefördert und vor allem das Selbstwertgefühl gestärkt werden.

Dachau – Aufwachsen ist nicht immer leicht in der heutigen Zeit – das muss man der Jugend zugestehen. Trends kommen und gehen mit einem Tempo, wo einem schwindlig werden kann, und durch die Selbstpräsentation in sozialen Netzwerken werden die Heranwachsenden zu gläsernen Menschen. Wer nicht in die gängigen Schemen passt, der steht schneller denn je am Rande der Gesellschaft. Die Kreisjugendpflege Dachau, der Zweckverband Jugendarbeit, der Kreisjugendring, die Stadt Dachau, die Tanzschule meet & Dance und das Projekt Samba der Caritas haben sich im Rahmen des Bundesprogrammes „Partnerschaft für Demokratie“ zum Projekt „Talk“ zusammengetan, um Jugendlichen, die Ausgrenzungserfahrungen gemacht haben, die Möglichkeit zu geben, sich in einer Gruppe künstlerisch zu entfalten und neue Stärken an sich zu entdecken.

Die Bandbreite der Workshops reicht von Musik/Rap über Theater und Film bis hin zum Hip-Hop-Tanz und ist auf die Zielgruppe der Zwölf- bis 25-Jährigen zugeschnitten. Eine Gruppe kann bis zu 20 Teilnehmer haben. „Wir wollen uns mit den Jugendlichen zusammensetzten und mit ihnen Themen herausarbeiten, die sie beschäftigen. Dann wird geschaut, wie man das Ergebnis am besten kreativ aufarbeitet“, so Maximilian Huber von der Kreisjugendpflege.

Allerdings sind die Workshops nicht als Gruppentherapie gedacht, in denen die Selbsthilfe im Vordergrund steht. Es geht in erster Linie darum, dass die Jugendlichen Spaß an der Sache haben und die Projektarbeit ihr Selbstbewusstsein stärkt. „Dadurch hoffen wir es Betroffenen leichter zu machen, sich zu öffnen, Themen wie Mobbing gezielt anzusprechen und gemeinsam mit den anderen Teilnehmern aufzuarbeiten. Jeder ist herzlich willkommen, egal ob mit oder ohne Diskriminierungserfahrungen, denn man kann immer gemeinsam wachsen“, erzählt Huber weiter.

Neben den künstlerischen Betreuern werden auch Sozialpädagogen vor Ort sein, um beispielsweise Gruppenbildungen entgegenzuwirken oder als Ansprechpartner zu verfügung zu stehen. Zudem wollen die Veranstalter das Projekt langsam angehen und sich keine langfristigen Ziele stecken. „Zuerst muss geschaut werden, wie das Angebot angenommen wird und wie die Vorstellungen der Teilnehmer aussehen. Im Idealfall veranstalten wir pro Workshop ein wöchentliches Treffen auf die Dauer von einem halben bis zu einem Jahr und präsentieren die Ergebnisse am Ende bei einer Abschlussveranstaltung“, so Huber und verweist auf das Pilotprojekt aus Reutlingen, das dort schon seit einigen Jahren sehr erfolgreich läuft und großen Zuspruch in der Bevölkerung hat. Das „Talk“ Reutlingen wird auch bei der Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 20. Juni, um 18 Uhr im Juz Süd in Dachau zu Gast sein.

Claudia Lepuch

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