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Alte und neue Besitzer: Andrea Schneider und ihr Mann Jürgen Vötter (links) mit OB Florian Hartmann nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags für den Zieglerbräu. 

Büros mit Dusche und Bad

Rathauserweiterung: Stadt Dachau kauft Zieglerbräu

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In etwa fünf Jahren werden im Dachauer Rathaus Umzugskartons gepackt. Denn: Dann dürften die neuen Büros im Zieglerbräu fertig sein. Was zunächst nach einem Aprilscherz klingt, wurde bereits notariell beurkundet: Die Stadt hat nach einstimmigem Stadtratsbeschluss das Nachbaranwesen gekauft, um es für eine Rathauserweiterung zu nutzen. Der Standort ist zwar ideal, der Umbau aber dürfte teuer werden.

Als der Anruf von Andrea Schneider kam, gibt Oberbürgermeister Florian Hartmann zu, da habe er sich erst einmal hinsetzen müssen, denn: „Da gehört schon Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass wir aus einem Hotel und einer Gaststätte ein Rathaus machen.“

Doch je länger der OB über das Verkaufsangebot der Besitzerin des Altstadt-Hotels Zieglerbräu nachdachte, desto mehr Sinn machte die Idee. Am Ende, so Hartmann, sei er sich mit der Verwaltung einig gewesen: „Ja, wir schlagen das dem Stadtrat vor!“ Dass der den Vorschlag sofort und einstimmig abnickte, war für Hartmann dann die nächste Überraschung. Zu heftig waren vergangenen Sommer noch die Diskussionen über einen Rathaus-Neubau verlaufen – mit klaren Fronten: Während vor allem die CSU das Wiesböck-Anwesen an der Amper als idealen Standort sah, fand die Verwaltung den Max-Mannheimer-Platz für besser geeignet.

Dabei war es genau dieser Streit, über den auch die Heimatzeitung ausführlich berichtet hatte, der am Ende dazu geführt hatte, dass Zieglerbräu-Besitzerin Schneider von dem Thema Wind bekam – und sich ihre Gedanken machte. „Unser Plan war immer, dass wir das Haus verkaufen, wenn wir ins Rentenalter kommen.“ Schneider ist zwar erst 45 und mit den Geschäften ihrer Gaststätte ist sie „super zufrieden“. Doch Schneider und ihr Mann Jürgen Vötter haben keine Kinder beziehungsweise keinen Nachfolger, weshalb Schneider sich vor einem Jahr dachte: „Das ist jetzt unsere Chance! Und darum hab ich den Oberbürgermeister angerufen und ihm unseren Zieglerbräu angeboten.“ Klar, gibt sie zu, sei sie skeptisch gewesen, wie Florian Hartmann reagieren würde. Am Ende aber, sagt sie, „hätte es uns gewundert, wenn sie abgelehnt hätten“.

Über den Kaufpreis vereinbarten Andrea Schneider und die Stadt Stillschweigen. Zu den Gründen für ihren Entschluss aber will Schneider doch etwas sagen: Es sei unheimlich anstrengend, das 400 Jahre alte Haus, das sie zum 1. Januar 2008 gekauft hatte, zu erhalten. Auch die Personalsituation in der Gastronomie werde immer schwieriger. Durch den Verkauf an die Stadt sei für ihr Haus nun „eine schöne Zukunft“ sichergestellt – anders als beispielsweise für den ehemaligen Hörhammerbräu, der in den Händen von „Investoren“ gelandet sei.

Oberbürgermeister Florian Hartmann betont, dass die Lösung, die Rathausverwaltung direkt im Nebengebäude zu erweitern, „ideal“ sei. Zudem habe jedes Büro „eine Dusche und ein Bad, was ja auch nicht die schlechteste Voraussetzung ist“.

Doch gerade letzteres, vom OB natürlich scherzhaft gemeinte Argument, dürfte die Stadt eine Stange Geld kosten – und laut Hartmann auch mehr als Neubauten am Mannheimer-Platz oder am Wiesböck-Anwesen gekostet hätten. Zwei Jahre werden nun allein die Planungen dauern, wie das Gebäude nach denkmalschutz- und brandschutzrechtlichen Aspekten umgebaut werden kann und darf. In diesen zwei Jahren, betonen Hartmann und Schneider, wird der Betrieb auch noch wie gehabt weiterlaufen. Wenn dann die Bagger anrollen, wird der Zieglerbräu geschlossen. In „fünf Jahren plus x“, so Hartmann, soll dann der vordere Gastronomiebereich an der Konrad-Adenauer-Straße wieder öffnen – und dabei von Andrea Schneider und ihrem Mann Jürgen Vötter weitergeführt werden. Schneider betont: „Unser Plan ist: Wir machen weiter!“ Die Jahre der umbaubedingten Schließung wolle sie nun aber erst mal nutzen, um „eine Auszeit zu nehmen und die Akkus wieder aufzuladen“.

Dem Stadtbauamt stehen dagegen arbeitsreiche Jahre bevor. Wie lassen sich die sieben Ebenen des jahrhundertealten Gebäudes nutzen? Stimmen die alten Pläne? „Es wird eine Kunst, das für unsere Bedürfnisse umzubauen“, gibt Hartmann zu. Zumal er sich für das Thema der künftigen Mitarbeiter-Parkplätze einen weiteren „Clou“ wünscht: So soll nach den Vorstellungen des OB der Parkplatz Thomawiese mit der schon lange gewünschten Aufstiegshilfe in die Altstadt verbunden werden. Denkbar sei etwa eine Brücke über die Ludwig-Thoma-Straße, eine Seilbahn oder ein Aufzug. „Möglichkeiten“, so Hartmann, „gibt es viele. Und wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe!“

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