Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen mehr als 40 Minuten

Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen mehr als 40 Minuten
+
In Handschellen: Kay P. wird in den Gerichtssaal geführt.

Altenpfleger fängt Schmuckdieb

Raub in vier Seniorenheimen - so reagiert der Täter vor Gericht

  • schließen

Kay P. suchte sich die schwächsten Opfer aus: betagte Senioren, denen er Schmuck und Geld stahl. Doch in einem Heim in Dachau legte ihm ein Altenpfleger das Handwerk. Vor Gericht gab der heroinsüchtige Täter jetzt alles zu.

München – In vier Seniorenheimen hatte er bereits unerkannt zugeschlagen. Und so rechnete Kay P. (32) am 15. Juli 2016, als er die Schmuckkästchen und Geldbeutel von Senioren in einem Heim in Dachau plündern wollte, nicht mit zwei mutigen Altenpflegern. Doch die stellten den verdächtigen Mann zur Rede. Als P. floh, verfolgte ihn einer der Pfleger und stellte ihn an einem Zaun. Es kam zum Kampf – dabei biss der Täter den Pfleger sogar in den Arm. Doch dieser gab nicht auf und überwältigte P. Der muss sich nun wegen räuberischen Diebstahls mit Waffen und vierfachen Diebstahls vor dem Landgericht München II verantworten.

Der Nürnberger, der in Emporio-Armani-Shirt und blauem Jackett auf der Anklagebank Platz nahm, feierte am Mittwoch seinen 32. Geburtstag. Der Vorsitzende Richter Alexander Kalomiris gratulierte ihm erst einmal: „Trotz der Umstände alles Gute zum Geburtstag.“ Doch dann wurde es ernst. Der Staatsanwalt verlas die Anklage. Demnach hat Kay P. in Seniorenheimen Schmuck und Geld im Wert von rund 3300 Euro erbeutet sowie Sachschaden angerichtet. Im Sommer 2016 schlug er in Waiblingen, Wolnzach, zweimal in Erlangen sowie in Dachau zu. Dabei schlich er sich in Zimmer, durchwühlte sie, hebelte Wertfächer und Schubläden der betagten Bewohner auf. Das älteste Opfer war eine 96 Jahre alte Frau.

Täter gibt sich reumütig

Kay P. gab gleich alles zu. Der Grund für die Diebstähle sei seine Drogensucht gewesen. „Es tut mir sehr leid, die ganze Geschichte“, sagte er. „Ich habe es nicht gemacht, um mich zu bereichern oder jemandem wehzutun, sondern weil ich heroinsüchtig war.“ Die Heroinsucht lasse einen abstumpfen, erklärte er. Man werde abgebrüht, skrupellos. „Wenn man keine Drogen nimmt, hat man ja ein Rechtsbewusstsein.“ Doch wenn man Drogen nehme, gehe es nur noch darum, diese zu finanzieren.

„Jetzt bin ich wieder sauber. Das ist krass, wenn man das jetzt so liest. Unverständlich.“ Es sei „nicht die feine Art“ gewesen, sagte er noch. Aber jetzt versuche er, sein Leben in Ordnung zu bringen. Deshalb wünscht er sich, dass ihn das Gericht in einer Entziehungsanstalt unterbringt. Dort wird Drogensucht langfristig therapiert. Denn der Nürnberger konsumiert seit vielen Jahren Heroin, Crystal und Spice.

„Ich kenne die Leute auch nicht gut“

In Dachau landete Kay P., weil er dort einen Dealer besucht und Rauschgift gekauft habe. „Man lernt sich so kennen“, sagte er, „ich kenne die Leute auch nicht gut.“ Es handele sich um Zweckbekanntschaften.

Die Verteidigerin stellt sich eine Strafe von höchstens sechs Jahren vor, der Staatsanwalt eine Strafe zwischen sechs Jahren und neun Monaten und sieben Jahren und drei Monaten. Der Prozess dauert an.

Lesen Sie auch: Er verknackte schon 20 Killer: Das ist Münchens härtester Richter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mit Hitlerbärtchen in die Walachei
Das Bergkirchner Hoftheater führt Tschick auf: Die Helden des Stücks fahren dabei durch die ostdeutsche Provinz und erleben den Sommer ihres Lebens.
Mit Hitlerbärtchen in die Walachei
Patrizia Hierzer freut sich auf ihr neues Leben
Patrizia Hierzer bekam im Mai eine schreckliche Diagnose: Blutkrebs. Doch die Indersdorferin nahm den Kampf gegen ihre Krankheit auf. Sie fand einen passenden …
Patrizia Hierzer freut sich auf ihr neues Leben
Polizei schnappt zwei notorische Sprayer
Die Polizei hat zwei Sprayer geschnappt, denen insgesamt 170 Fälle von Sachbeschädigung zur Last gelegt werden. Der Schaden, den die beiden Dachauer anrichteten, ist …
Polizei schnappt zwei notorische Sprayer
Was der Jugend gefällt – und was nicht
Die jungen Leute aus Tandern wollen einen eigenen Raum. Die Gemeinschaft mit den Gleichaltrigen aus Hilgertshausen soll dadurch aber nicht leiden. Das wurde bei der …
Was der Jugend gefällt – und was nicht

Kommentare