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Paper Extreme: Julia und Flo haben eine eigene Welt erschaffen.

Raum für das Surreale – aus Zeitungspapier

Seit zwei Jahren machen Florian Laubinger und Julia Maerkl aus Dachau gemeinsam Fotos - er hinter der Linse, sie davor. Mit dem Paper-Extreme-Shooting präsentieren die beiden ihr bisher aufwändigstes Werk.

Julia Maerkl und Florian Laubinger machen zusammen Fotos. Aber nicht einfach irgendwelche Fotos. Die beiden wollen mit ihren Aufnahmen etwas ausdrücken. Kunst machen. „Mit unseren Bildern versuchen wir, die Realität abzubilden und gleichzeitig eine eigene Welt zu erschaffen“, sagt der 17-jährige Fotograf. Dem Surrealen Raum geben.

Vor drei Jahren hat Florian Laubinger mit dem Fotografieren angefangen. Bevor er sich an sein erstes Shooting herantraute, hat er zwei Jahre lang Aufnahmen von Städten gemacht. Mit Julias Hilfe traute er sich dann sein erstes Shooting zu. Julia und Flo kennen sich aus der Dachauer Realschule. „Flo und ich haben sofort super zusammen gearbeitet“, erinnert sich Julia. Zusammen überlegen sie sich immer neue Ideen und arbeiten eine Strategie für das neue Shooting heraus. Flo kümmert sich um die Lichtverhältnisse und Kameraeinstellungen. Julia ist für das Make-Up und die Garderobe zuständig. „Wir haben ein Skizzenbuch, in das wir unsere Ideen schreiben. Nach den Fotoshootings halten wir genau fest, was nicht so gut gelaufen ist, um es beim nächsten Mal besser zu machen“, erklärt die 18-Jährige.

Julia besucht die letzte Klasse der Fachoberschule für Gestaltung und Kunst in Karlsfeld. Flo macht gerade eine Ausbildung bei der Staatsoper zum Veranstaltungstechniker. Schon mehr als zehn Shootings haben die beiden zusammen organisiert. Ihr größter Erfolg: Das Paper-Extreme-Shooting. Mehrere Wochen haben die Künstler Ausgaben des Münchner Merkurs gesammelt, um dann den ganzen Keller damit zu tapezieren. Die Wände, den Boden, ja sogar die ganze Decke kleisterten die beiden zu. Anschließend bastelten sie für Julia auch noch ein Zeitungskleid.

„Wir hatten schon bestimmt 100 Fotos gemacht, als wir gemerkt hatten, dass der Ansatz meines BHs zu sehen war“, erzählt Julia. Für die Zwei kein Problem: Sie haben einfach nochmal von vorn angefangen. Und als sich das erste Kleid endgültig in Altpapier verwandelt hatte, bastelten sie einfach noch ein zweites. Künstler eben. „Wir wollen nicht einfach nur Fotos machen. Wir wollen mit unserer Arbeit etwas ausdrücken“, erklärt Flo.

Beim Paper-Extrem-Shooting war die Botschaft der beiden: Die geballte Ladung an Informationen, die durch Medien vermittelt wird. Aber auch, dass nicht alles was einmal gelesen wurde, gleich in die Mülltonne gehört. „Wir wollten einfach mal zeigen, was man aus Zeitungen alles machen kann“, verrät Julia. Dass die beiden seit zwei Jahren so aufwändige Shootings organisieren, ist auch den Freunden nicht entgangen. „Viele rufen bei uns an und fragen, ob sie beim nächsten Mal dabei sein können“, erzählt Julia.

Und wenn es wieder darum geht, sich in Pose zu setzen, sind sie gern willkommen. „Die Vorbereitungen treffen wir aber nur zu zweit“, erklärt Flo. Die beiden sind eben schon ein eingespieltes Team. Und das Paper- Extrem-Shooting wird bestimmt nicht ihr letztes Kunstprojekt gewesen sein. Schon bald werden sie sicher wieder eine neue Welt schaffen.

Regina Peter

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