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Der Rechtsstreit zwischen Marcel Fath und Inge Dinauer ist beigelegt.

Rechtsstreit beendet

Fath gegen Dinauer: Es gibt nur Verlierer

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Der Rechtsstreit zwischen Petershausens Bürgermeister Marcel Fath und Gemeinderätin Inge Dinauer ist beendet.

Dachau – Nach einer emotionalen Verhandlung am Amtsgericht nahm Fath seinen Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gegen Dinauer zurück. Doch die monatelange Auseinandersetzung hat Spuren hinterlassen und tiefe Wunden geschlagen – bei allen Beteiligten. Am Ende richtete sich Bürgermeister Marcel Fath direkt an Inge Dinauer. „Wie soll das in Zukunft weitergehen? Wer will Frieden, wer will Konflikt? Und finden Sie es auch falsch, was in den vergangenen Monaten passiert ist?“ Dinauer saß da bereits starr auf der Anklagebank, sichtlich erschöpft. Fath wurde ungeduldig: „Das ist wichtig, ich möchte das wissen!“ Die 53-Jährige presste schließlich mit leiser Stimme hervor: „Ich habe mich falsch verhalten. Ich hätte gehen sollen, es tut mir leid. Und ich möchte künftig einen friedlichen Umgang.“

Dies war der Satz, auf den Fath gewartet hatte. In der Hoffnung, dass dieser Schritt gewürdigt werde und unter dem Hinweis, dass Dinauer ihr Fehlverhalten zugegeben habe, verkündete der Bürgermeister schließlich, Abstand zu nehmen von seinem Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs. Für ihn, so Fath, sei die Sache damit erledigt: „Dann ist es gut.“

Eine frühere Mediation scheiterte

Dass tatsächlich nichts mehr gut ist in dem Verhältnis der beiden, wurde jedoch im Laufe der Verhandlung mehr als deutlich. Fath schilderte vor Richter Lukas Neubeck, dass das Verhältnis der beiden schon lange vor der dem mutmaßlichen Hausfriedensbruch am 21. Februar 2018 belastet war.

In den vergangenen viereinhalb Jahren der Zusammenarbeit im Gemeinderat habe es immer wieder Auseinandersetzungen – teilweise auf „sehr unangenehme Art und Weise“ – gegeben. Er sei regelmäßig „Vorwürfen und Kritik“ ausgesetzt gewesen, wobei ihm Dinauer auch „unrechtmäßiges Handeln“ unterstellt habe. Über die Ursachen der Vorwürfe, so der Bürgermeister, wolle er öffentlich nicht sprechen. Fest stehe, diese hätten „nichts mit dem Amt zu tun, sondern sind rein persönlicher Natur“.

Unter „Einsatz eigenen Geldes und von Dritten“ hätten sich Dinauer und Fath dann vor zweieinhalb Jahren einer professionellen Mediation unterzogen. Während er anschließend ein „positives Gefühl“ gehabt habe, habe ihm Dinauer aber schnell wieder mitgeteilt, dass ihr „negativer Eindruck von meiner Person“ zurück sei. Den Vorschlag der Gemeinderätin, sich einer weiteren Mediation zu unterziehen, habe er daher abgelehnt.

Im vergangenen Jahr eskalierte der Streit

Den Gipfel erreichte der Streit dann wie berichtet im vergangenen Februar, als Fath im Rathaus die „Grundzüge der Planung für das Projekt Rosenstraße“ hatte besprechen wollen – mit Grundstückseigentümern, Planern, Verwaltungsmitarbeitern sowie dem zweiten und dritten Bürgermeister; explizit nicht eingeladen waren – und das habe Fath auch im Vorfeld so kommuniziert – die beiden Gemeinderätinnen Dinauer sowie Lydia Thiel. Als die beiden Frauen dennoch erschienen waren und trotz Aufforderung nicht hatten gehen wollen, kam es zur Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Die Anzeige gegen Thiel hatte Fath bereits im September zurückgezogen, wobei die sich in der Causa auch stets konzilianter gezeigt hatte als Dinauer.

Dass er die Anzeige gegen letztere bis gestern aufrecht erhalten hatte, begründete Fath vor Gericht mit dem „aggressiven Druck“, der vor allem seitens des Lebensgefährten der 53-Jährigen auf ihn ausgeübt worden sei. Dieser Druck, der ihn auch in seinem Privatleben beeinträchtigt habe, sei nach seinem „Entgegenkommen gegenüber Frau Thiel“ sogar noch stärker geworden. Dinauers Anwalt Florian Alte betonte in diesem Zusammenhang jedoch, dass seine Mandantin darüber nicht voll informiert gewesen sei: „Sie hat von vielen Dingen nichts gewusst!“ Durch Dinauers freiwilliges Ausscheiden aus dem Gemeinderat gebe es ohnehin keine Berührungspunkte mehr zwischen ihr und Fath.

Inge Dinauer will sich jetzt von dem Verfahren erholen

Richter Neubeck nahm diese Erklärung am Ende hin und stellte das Verfahren ein. Gegenüber der Heimatzeitung zeigte sich Inge Dinauer erleichtert. Die letzten Monate seien sehr „belastend“ gewesen, sie wolle sich erst einmal auf sich konzentrieren und Kraft sammeln. Dann werde sie entscheiden, ob sie 2020 noch einmal für den Gemeinderat kandidieren wolle.

Fath versprach, mit Inge Dinauer auch weiterhin über „harte Themen“ streiten zu wollen, solange diese – wie jede andere Bürgerin dieses Landes auch – alle „Rechte, Pflichten und Grenzen respektiert“.

Möglicher Rechtsstreit in Starnberg? Die Bürgermeisterin von Starnberg hatte ohne Beschluss gehandelt: Der Anwalt der Stadt empfiehlt einen Rechtsstreit gegen Eva John.

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