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Volles Thomahaus bei der letzten Aufführung: Das Theater Fortissimo riss die Kinder mit. 

Bilanz der Dachauer Theatertage

Große Bühne für 8000 Theaterfans

Die Dachauer Theatertage 2017 sind vorbei – und haben alle Erwartungen übertroffen. Rund 7000 Besucher wurden erwartet. Etwa 8000 Theaterfans hat das Festival angezogen. Und dabei haben noch nicht mal alle ein Ticket bekommen, die gerne dabei gewesen wären.

Dachau – 4700 von den 8000 Besuchern der Theatertage 2017 haben sich die Aufführungen für Schulen und Kindergärten angesehen – und immer noch hofften einige Kinder und Jugendliche vergeblich, auch eine Karte zu bekommen: Die längsten Wartelisten, die Organisator Frank Striegler zu händeln hatte, waren 300 Positionen lang.

Die Theatertage liefen dieses Jahr etwas anders ab als sonst. Zum einen war die Veranstaltung zeitlich in zwei Abschnitte geteilt: In der ersten Woche fanden die Aufführungen in einem großen Theaterzelt auf der Postschulwiese statt. Und nach einer dreiwöchigen Pause ging das Festival im Ludwig-Thoma-Haus weiter. Eine weitere Besonderheit waren die vielen öffentlichen Veranstaltungen, die es zusätzlich zu den Aufführungen für Schulen und Kindergärten gab. „Das hat mich sehr gefreut, dass zu den öffentlichen Vorstellungen so viele Leute gekommen sind“, sagt Frank Striegler. Teilweise sind die Besucher von weit her angereist, wie eine Familie aus Wiesbaden.

Trotz des größeren organisatorischen Aufwands sei heuer alles verhältnismäßig komplikationslos abgelaufen, so Strieglers Bilanz. Die Pause dazwischen sei gut gewesen. „Wenn wir drei Wochen am Stück hätten durchmachen müssen, das wäre schon ein bisschen zu heftig geworden. Wir sind jetzt ehrlich gesagt schon ziemlich platt“, gesteht Frank Striegler.

Kein Wunder, denn neben der Organisation muss auch der Auf- und Abbau durch das Theatertage-Team gemeistert werden. Für das Zelt mussten Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen verlegt und das Zelt natürlich auf- und abgebaut werden. Und im Thomahaus wurde eine Tribüne aufgebaut, damit jeder gut sehen kann. „Dadurch erreichen wir, dass sich jedes Kind besser auf das Stück konzentrieren kann, wenn es alles gut sieht.“ Sein persönliches Highlight? „Schwer zu sagen“, sagt Striegler. Doch dann fallen ihm doch noch ein paar besonders tolle Aufführungen ein. Zum Beispiel das Stück „Zwei Löcher im Eis“ vom Theater Couturier & Ulrike Monecke, eine ganz besonders ruhige Aufführung. Und natürlich der „Eisenhans“ von Nicole und Martin – Höhepunkt der Theatertage. Zu seinen Favoriten gehört auch das Stück „Mobby Dick“ vom Theater Triebwerk, denn „da waren die Kinder ganz besonders aufmerksam“.

Strieglers Kollegin Christine Albrecht hat noch weitere persönliche Highlights: wie zum Beispiel das „Rotkäppchen“ von der Truppe United Puppets. „Das war einfach mal ganz was anderes mit diesen Glühbirnen“, sagt sie – und „Hänsel und Gretel“ vom Theater Kranewit. „Da hat mir die Hexe besonders gut gefallen. Viele Eltern meinen, sie müssen ihre Kinder vor allem Bösen bewahren, aber die Hexe war hier wirklich eine richtige Hexe, vor der man auch schon mal Angst kriegen konnte.“

Christine Abrecht hat sich auch darüber gefreut, dass viele Eltern es geschafft haben, für die Länge eines Theaterstücks ihr Handy in der Tasche zu lassen. „Man hat richtig gemerkt, wie sie während des Stücks zur Ruhe kamen und danach viel entspannter waren“, sagt sie. Außerdem ist den Organisatoren aufgefallen, dass mittlerweile immer mehr Papas mit den Kindern ins Theater gehen. Außerdem kamen Erwachsene sogar ohne Kinder, weil die Kinder schon zu groß waren, aber die Eltern die Theatertage nicht verpassen wollten.

„Mittlerweile kommen schon die mit ihren eigenen Kindern zu uns, die früher selbst als Kind dabei waren“, sagt Striegler. Die Begeisterung fürs Theater wird von einer Generation an die andere weitergereicht. Die Qualität zahlt sich aus: „Durch die Unterstützung der Stadt und unserer Sponsoren können wir uns sehr professionelle Gruppen leisten, die von weit her anreisen müssen und hohe Gagen haben.“ Dadurch wissen die Dachauer: „Da kann man was entdecken!“

Stefanie Ritter

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