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Verhandlung am Dienstag, 23. Januar vor dem Dachauer Amtsgericht

Rentnerin soll Bäuerin um ein Vermögen gebracht haben

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Eine 71 Jahre alte Dachauerin soll eine Bäuerin und deren Tochter um rund 400 000 Euro betrogen haben. Sie soll sich erst das Vertrauen der beiden Frauen erschlichen und sie dann abkassiert haben. Was mit dem Geld passierte, wird vielleicht am Dienstag, 23. Januar, im Prozess vor dem Amtsgericht geklärt.

Dachau – Mehrere Straftaten werden einer 71-jährigen Dachauerin zur Last gelegt: Sie soll zwei Personen vorgespielt haben, deren Geld so anzulegen, dass es hohe Zinsen abwirft – was sie jedoch nie tat. Und sie soll sich ein Darlehen bei der Bank gewähren haben lassen – mit Hilfe von gefälschten Unterlagen. Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, so sitzt am Dienstag, 23. Januar, eine ältere Dame mit enormer krimineller Energie auf der Anklagebank des Dachauer Amtsgerichts. Die Schöffensitzung unter Leitung des Vorsitzenden Richters Christian Calame beginnt um 13.15 Uhr.

Die Angeklagte soll im Jahr 2015 die heute 73-jährige Bäuerin kennengelernt haben, weil sie ihr Pferd in der Nachbarschaft untergestellt hatte, wie Richter Calame mitteilte. Die Dachauerin war aber auf der Suche nach einem neuen Stall für ihr Pferd und fragte die Nachbarin. So kamen die beiden in näheren Kontakt. Die 71 Jahre alte Angeklagte soll das Vertrauen der Bäuerin und deren Tochter (49) erschlichen haben – und um Geld gebeten haben: Zunächst soll sie gesagt haben, dass sie Geld brauche, weil sie einen Kamin in ihr Haus einbauen lassen müsse – und kassierte 31 300 Euro.  

Außerdem gaukelte sie Mutter und Tochter gute Geschäftsverbindungen zu einer großen Bayerischen Versicherung vor und hat laut Anklage 12,5 Prozent Zinsen versprochen. In mehreren Tranchen übergaben Bäuerin und Tochter zunächst 175 000 Euro, dann nochmals 201 200 Euro, offenbar von Bargeld, das sie zu Hause aufbewahrt hatten, sowie aus gekündigten Bausparverträgen. In der Folgezeit soll die Dachauerin der betrogenen Frau und deren Tochter verschiedene Schreiben vorgelegt haben, „um den Schein zu wahren, dass tatsächlich Geld angelegt wurde“, so Calame. Die Schreiben waren gefälscht.

Von Juni 2015 bis Ende 2016 kamen so insgesamt rund 400 000 Euro zusammen – dann bekamen Mutter und Tochter Zweifel. Sie baten eine Bekannte, sich die Unterlagen anzusehen, die ihnen sofort riet, zur Polizei zu gehen. So flog das betrügerische Treiben der Dachauerin auf.

Was mit all dem Geld passiert ist, ist unklar. Die Angeklagte habe Schulden bei Banken gehabt, so Calame. Aber es bleibt fraglich, ob sie die zurückbezahlt hat.

Denn in einem weiteren Fall soll die 71-Jährige auch eine Bank betrogen haben. Laut Anklage habe sie ein Darlehen beantragt und dazu gefälschte Schreiben vorgelegt, etwa Mieteinnahmen und Rentenbescheide. 30 000 Euro seien von der Bank als Darlehen ausgezahlt worden, bei einem weiteren Antrag auf 50 000 Euro flog der Betrug auf.

Rechtsanwalt Joachim Schwarzenau wird die Dachauerin in der Gerichtsverhandlung verteidigen. Er wollte im Vorfeld nichts zu den Tatvorwürfen gegen seine Mandantin sagen.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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