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Eine schwer verletzte Frau und ein geschockter Zugführer sind die Folgen eines Unglücks, das sich gestern gegen 14 Uhr bei Ried ereignete.

Schweres Zugunglück am Donnerstag

S2 rammt Kleinwagen - nicht das erste Unglück an dem Bahnübergang

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An einem unbeschrankten Bahnübergang bei Ried hat ein Zug der S2 am Donnerstagnachmittag einen Pkw erfasst. Der Lokführer steht unter Schock.

Ried/Markt Indersdorf – „Eine völlige Nebenstrecke“, so Bahnsprecher Bernd Honerkamp, sei die Stelle, wo sich um 13.55 Uhr ein schweres Bahnunglück ereignete. Zwischen den Haltestellen Schwabhausen und Indersdorf, im Dorfgebiet von Ried, hatte eine 62-jährige Autofahrerin aus Röhrmoos den unbeschrankten, nur mit einem Andreaskreuz ausgestatteten Bahnübergang queren wollen. Dabei muss die Frau, die allein unterwegs war, eine mit 80 km/h aus Richtung Dachau herannahende S2 übersehen haben. Jedenfalls touchierten sich Zug und Pkw, der Kia-Kleinwagen wurde rund 100 Meter weit in ein Feld geschleudert.

Mit dem Rettungshubschrauber nach Großhadern

Laut Polizeisprecher Björn Scheid wurde die Röhrmooserin schwer verletzt, ein Rettungshubschrauber flog sie in das Klinikum Großhadern.

S2 erfasst Auto - Rettungshubschrauber fliegt Patientin in Klinik

Die eingleisige Bahnstrecke wurde unverzüglich gesperrt, ein Schienenersatzverkehr mittels Taxis und später Bussen sorgte bis gegen 16.45 Uhr dafür, dass die Zugpendler zwischen Erdweg und Schwabhausen ihre Zielorte trotzdem erreichen konnten.  

Polizei: Der Zugführer gab ein Signal

Der Bahnübergang liegt zwar in einer Kurve, ist laut Scheid aber dennoch einsehbar. Warum die 62-Jährige also in den Bereich des Bahnübergangs einfuhr, ist Scheid zufolge noch nicht geklärt. Zumal fest steht: Der Zugführer gab, bevor er den Übergang passierte, ein Signal. „Das“, so der Polizeisprecher, „ist Pflicht an Stellen wie diesen“.

Der Lokführer jedenfalls erlitt durch den Zusammenprall einen schweren Schock. Die Fahrgäste in der Bahn wurden zwar nicht verletzt, hatten aber immerhin das Pech, bis etwa 16 Uhr im Zug ausharren zu müssen. Zunächst hatten die Einsatzkräfte noch gehofft, die beschädigte S-Bahn schnell nach Indersdorf weiterfahren lassen zu können. Aufgrund der Bergungs- und Ermittlungsarbeiten entschieden sich die Verantwortlichen schließlich aber dafür, die rund 40 Zugpassagiere noch an Ort und Stelle zu evakuieren.

Oktober 2013: Zug erfasst Traktor mit Gülleanhänger

Für die Bahn ist das Unglück an dieser Stelle kein Novum. Bereits im Oktober 2013 hatte sich dort ein spektakulärer Unfall ereignet: Ein Zug der damaligen Linie A hatte ein Traktorgespann gerammt, der Gülleanhänger flog durch die Luft und zerbarst auf einem Feld. Die Folgen waren damals ein beißender Gestank und enorm hoher Sachschaden. Zu den Dachauer Nachrichten hatte Bahnsprecher Honerkamp damals gesagt, dass die Bahn im Zuge der Elektrifizierung der Linie A die Zahl der unbeschränkten Bahnübergänge „deutlich reduzieren“ wolle. In diesem Fall aber, an dieser „völligen Nebenstrecke“, sind der Ankündigung keine Taten gefolgt.

Tragischer Unfall in Schrobenhausen: Mit seinem Zwillingsbruder und einem Freund wollte ein 14-Jähriger zum Freibad fahren - dass er dabei die Bahnschranken umfuhr kostete ihn das Leben.

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