Zwei Frauen vor einem Schreibtisch mit vielen Unterlagen
+
Gut beschäftigt sind die Mitarbeiterinnen im Hebertshauser Rathaus: (v.l.) Andrea Seethaler und Melanie Rost.

Landkreis Dachau

Riesen-Ansturm: Briefwahl ist gefragt wie nie

  • Verena Möckl
    VonVerena Möckl
    schließen

Am 26. September ist Bundestagswahl. Im Landkreis Dachau gibt es so viele Briefwähler wie noch nie. Für die Mitarbeiter in den Bürgerbüros bedeutet der große Ansturm eine Menge Arbeit.

Landkreis – Die Mitarbeiter im Bürgerbüro in Dachau haben alle Hände voll zu tun. In rund zwei Wochen ist Bundestagswahl. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Anträge auf Briefwahl deutlich gestiegen. Vor allem zu Beginn, kurz nachdem die Wahlbenachrichtigungen verschickt wurden, wurden die Wahlhelfer von einer Welle überrollt. Rund 2000 Anträge erreichten das Bürgerbüro pro Tag. „Da ist uns schon mulmig geworden“, verrät Beate Boll, Leiterin des Dachauer Bürgerbüros. Um den Berg an Anfragen bewältigen zu können, musste ihr Team nicht nur vergrößert, sondern auch Sonderschichten gefahren werden. „Wir arbeiten alles taggleich ab“, erklärt Boll, denn einen Stau könne man sich unter diesem Umständen auf keinen Fall leisten.

Viel Arbeit auch in den Gemeinden

Im Bürgerbüro Hebertshausen ist die Situation ähnlich. „Als die Wahlbenachrichtigungen raus waren, haben wir drei Tage lang nichts anderes gemacht, als Briefwahlunterlagen zu verschicken“, berichtet Melanie Rost, die mit Andrea Seethaler und Stefanie Dürr die Wahlvorbereitungen abwickelt. „Gleich am ersten Tag waren in der Früh 380 Anträge im Postfach“, so Dürr.

In Röhrmoos sind derzeit zwei Rathaus-Mitarbeiter ausschließlich mit der Abarbeitung der Briefwahl-Anträge beschäftigt. „Das Einwohnermeldeamt ist gut ausgelastet“, sagt Günther Reil, Wahlleiter im Röhrmooser Rathaus.

In der Gemeinde Schwabhausen haben bisher knapp 44 Prozent der Wahlberechtigten Briefwahl beantragt. Viele Bürger würden ihre Briefwahlunterlagen persönlich abholen, anstatt sie digital zu beantragen, sagt Adriane Wunderlich, Leiterin des Bürgerbüros in Schwabhausen. Den Rathausmitarbeitern beschert das zusätzliche Arbeit.

Mehr Briefwahlbezirke, weniger Wahllokale

Im Bürgerbüro Dachau hat sich die Lage mittlerweile deutlich entspannt. Mit rund 200 Anfragen pro Tag tröpfelt es nun vor sich hin. In Dachau gibt es 30 665 Wahlberechtigte. Mehr als 13 300 Wahlscheine hat die Stadt bereits erhalten. Das sind schon jetzt rund 4000 Briefwähler mehr als bei der Bundestagswahl 2017. Die Stadt habe mit solch einem Anstieg gerechnet und sei, Boll zufolge, gut vorbereitet. Bereits Anfang des Jahres wurde das Stadtgebiet überarbeitet. Die Anzahl an Wahllokalen wurde reduziert. Statt 35 gibt es jetzt nur noch 26. Gleichzeitig hat die Stadt ihre Briefwahlbezirke um mehr als das Doppelte erhöht. Während es bei der Bundestagswahl 2017 noch elf Stück waren, gibt es in diesem Jahr 25. Auch in der Gemeinde Hilgertshausen gibt es aufgrund der hohen Nachfrage in diesem Jahr einen weiteren Briefwahlbezirk. (Mehr Infos zur Situation in den Kommunen auf den Gemeindeseiten.)

In der Gemeinde Karlsfeld sind bereits knapp 5500 Anträge auf Briefwahl eingegangen. Das sind schon jetzt 1000 Anträge mehr als noch bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Sarah Kothai, Wahlleiterin im Karlsfelder Bürgerbüro, rechnet in diesem Jahr mit insgesamt 6500 Anträgen – 2800 mehr als noch bei der Bundestagswahl 2017. Doch Kothai wirkt gelassen. „Wir haben einen solchen Anstieg erwartet.“ Dass der Gang zur Wahlkabine vermieden wird, liege Kotthai zufolge an der Coronakrise und an der Briefwahlwerbung.

Bundestagswahl 2021: Einen Überblick über die Wahlkreise, aktuelle Umfragen und Ergebnisse in Bayern finden Sie hier.

Dachau-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Dachau-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Dachau – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare