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Marode: Die Sanierung des Jugendgästehauses in der Rosswachtstraße verschlingt ein Vermögen. 

Max-Mannheimer-Haus in Dachau

Vermurkstes Vermögen

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Das Dachauer Max-Mannheimer-Haus, besser bekannt als Jugendgästehaus, ist in keinem guten Zustand. Wegen Baufehlern sind laufend teure Sanierungsarbeiten nötig. Dafür aufkommen muss die Stiftung Jugendgästehaus – und damit auch die Stadt. Ein Unding, findet der Bauausschuss des Stadtrats.

Dachau – Im Jahr 1996 wurde der Grundstein für das Jugendgästehaus in der Rosswachtstraße gelegt – und schon nach 20 Jahren ist es völlig marode. Auch in den nächsten Jahren wird die Sanierung viel Geld kosten, wie in der Sitzung des Finanzausschusses klar wurde.

Ziel der von einer Stiftung getragenen Einrichtung war – damals wie heute – dafür zu sorgen, „dass Antisemitismus und Rassismus nie wieder einen Platz in Deutschland haben“. Im Februar dieses Jahres wurde dieser Anspruch unterstrichen, als das Gebäude in „Max-Mannheimer-Haus“ umbenannt wurde. „Wir werden das Gedenken an Max Mannheimer und andere, die in Konzentrationslagern gelitten haben, hochhalten“, versprach Stiftungsvorsitzender Michael Höhenberger beim Festakt zur Umbenennung.

Tatsächlich hat die Stiftung derzeit, neben ihrer gesellschaftspolitischen Aufgabe, auch sehr praktische Probleme zu lösen. Wie OB Florian Hartmann (SPD) in der Sitzung darlegte, sind in dem Gebäude teure Sanierungsarbeiten fällig. So wurden im vergangenen Jahr für 630 000 Euro die Heizkörper sowie die Heizverteilung erneuert; im nächsten Jahr folgt die energetische Sanierung des Personalgebäudes und des Seminarpavillons. „Das Gebäude ist im Sommer fast nicht zu kühlen“, so Hartmann, man habe alle Fenster und Türen austauschen müssen, überhaupt sei es einfach „falsch gebaut“.

Ob – neben der energetischen Sanierung – noch weitere Arbeiten anstehen, würde derzeit geprüft. Grundsätzlich, so der OB, seien die Baufehler ärgerlich, da die Stifter – dazu gehören neben Landkreis und Freistaat auch die Kreisstadt Dachau – dafür aufkommen müssten. Im Fall des Max-Mannheimer-Hauses gehe es aber auch darum, das „Stiftungsvermögen zu bewahren“. Horst Ullmann (Bürger für Dachau) regte an, doch einfach denjenigen für die Arbeiten zahlen zu lassen, „der das Haus gebaut hat“!

Dies ist aber, betont Michael Waldhäuser vom Bayerischen Jugendring (BJR), nicht möglich. „Die Kosten für Maßnahmen hat selbstverständlich der Eigentümer, also die Stiftung zu tragen.“ Waldhäuser muss es wissen: Der BJR ist mit der Geschäftsführung des Jugendgästehauses betraut. Der Bau, so betont Waldhäuser, sei vom Architekten und den damals Verantwortlichen abgenommen worden. Diese Verantwortlichen aber „sind nicht mehr identisch mit den jetzt Verantwortlichen“.

Wesentlich wichtiger als der Zustand des Gebäudes ist Waldhäuser aber der pädagogische Auftrag der Einrichtung. Klar, es seien dort „wie bei vielen Bauten im Nachgang Verbesserungs- beziehungsweise Optimierungsmöglichkeiten erkannt“ worden. Doch man müsse auch berücksichtigen, dass sich Baustandards und rechtliche Anforderungen „deutlich weiterentwickelt“ hätten. Und eine gute Nachricht gebe es ja für die Stifter: Die Kosten für den Austausch der Heizungsanlage, so Waldhäuser, lagen mit 630 000 Euro deutlich unter den ursprünglich geschätzten 950 000 Euro.

OB Hartmann und seinen Stadtrat dürfte dies wenig trösten. Die wollen einfach nur wissen, „was noch alles kommt im Jugendgästehaus“.

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