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Zu eng und zu krumm: Die kritisierte Bestvariante des Radschnellwegs (grüne Linie) hat vor allem in der Karlsfelder Wehrstaudenstraße so ihre Tücken.

Radschnellweg nach München: Beitritt zu Projektgruppe

Scharfe Kritik aus Karlsfeld an der Bestvariante

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Ein Radschnellweg vom Dachauer Bahnhof nach München wird überlegt. Karlsfeld legt aber sein Veto gegen die neueste Variante ein.

Landkreis – Der Landkreis Dachau tritt einer Projektgruppe zur Förderung der Radschnellverbindung Dachau-Karlsfeld-München mit dem Ziel bei, die Interessen des Kreises einzubringen und das Projekt voranzubringen. Den dazugehörigen Beschluss fassten der Verkehrs- sowie der Kreisausschuss einstimmig. Für die Realisierung des 12,5 Kilometer langen Radschnellwegs sind die Stadt München, die Gemeinde Karlsfeld und die Große Kreisstadt Dachau zuständig. In der Sitzung wurde als Ergebnis einer Machbarkeitsstudie die „Bestvariante“ vorgestellt. Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) legte allerdings sein Veto dagegen ein.    

Ein Radschnellweg vom Dachauer Bahnhof nach München sei möglich, so das Ergebnis der Studie der Landeshauptstadt. Eine wichtige Voraussetzung – mehr als 2000 Nutzer pro Tag – sei erfüllt. Und eine Bestvariante (siehe Grafik) für die Alltagspendler und Freizeitradler steht auch schon fest. Sie führt von der Bahnhofstraße in Dachau über die gesamte Augustenfelder Straße und die Rothschwaige nach Karlsfeld. Dort überquert die Trasse auf Höhe der Hochstraße die Münchner Straße und geht weiter über Bayernwerk- und Wehrstaudenstraße nach Allach. Der Dachauer Stadtrat hat bereits einen positiven Beschluss gefasst (wir berichteten), in München und Karlsfeld steht eine Beteiligung der Mandatsträger noch aus.

Karlsfelds Bürgermeister Kolbe ließ in der Sitzung des Verkehrs- und Kreisausschusses schon mal verlauten, dass er nichts gegen den Radweg an sich hat, jedoch größte Bedenken gegen die Bestvariante. Die Wegführung „geht an der Realität vorbei“, so der CSU-Sprecher im Kreistag, der vor allem den Abschnitt in der Wehrstaudenstraße nahe der Bahnlinie im Visier hat. Hier, so Kolbe, würden die Radler „durch ein enges Wohngebiet rauschen“. Und: Die Trasse sorge für den Wegfall von nicht weniger als 100 Parkplätzen. „Ein Nachteil für die Wohnbevölkerung dort“, so das Karlsfelder Gemeindeoberhaupt, das noch darauf hinwies, dass es gerade am Ende der Wehrstaudenstraße Hochhäuser gebe.

Kreistagskollege Peter Heller (Bündnis für Dachau) stört sich ebenfalls am Abschnitt Wehrstaudenstraße, allerdings aus einem anderen Grund. Heller ließ wissen, dass der Verlauf in der Wehrstaudenstraße schlichtweg „zu krumm“ sei, um zügiges Radeln zu ermöglichen. THOMAS ZIMMERLY

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