Schlägerei unter Mädchen endet vor Amtsgericht

Zickenkrieg auf bayerisch

Drei Mädchen mussten sich vor dem Amtsgericht Dachau verantworten, weil sie eine Nebenbuhlerin geschlagen haben sollen.

Dachau – Richter Daniel Dorner sah sich einer vollen Anklagebank gegenüber: Drei junge Dachauerinnen im Alter von 21, 19 und 17 Jahren sollen vergangenes Jahr nach dem Dachauer Volksfest eine heute 19-jährige Dachauerin ins Gesicht geschlagen und an den Haaren gezogen haben. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: gefährliche Körperverletzung.

In der Hauptverhandlung machten die drei jungen Damen, die von zwei Verteidigern flankiert wurden, keineswegs einen aggressiven Eindruck. Vielleicht war es der Alkohol, der sie seinerzeit enthemmte. Fest steht, dass alle drei am Tattag mit 0,9, 1,6 und 1,1 Promille deutlich angetrunken waren.

Der Grund für den Angriff, den die 17-jährige Angeklagte unumwunden zugab, soll das provozierende Lachen des 19-jährigen Opfers gewesen sein. „Die hat schon oft gelogen und hinter ihrem Rücken über Andere geredet“, behauptete die 17-Jährige. Die zierliche Angegriffene nannte einen anderen Grund: Sie habe mit dem Freund der 17-Jährigen geschlafen, gab sie freimütig zu.

Als sie dann an besagtem Augustabend aufs Volksfest gehen wollte, traf sie auf die drei Angeklagten. „Ich habe aber nichts gemacht, ich wollte nur vorbeigehen“, beteuerte die 19-Jährige im Gerichtssaal. Die 17-Jährige hingegen sei mit den Worten „Du Schlampe, wenn du nicht weggehst, schlag’ ich Dich“ auf sie zugekommen, habe sich jedoch nicht an ihr Versprechen gehalten, denn: „Sie hat sofort zugeschlagen“, so die 19-Jährige. Als die Angegriffene nach dem Schlag Richtung Volksfest weggehen wollte, seien überdies die beiden Mitangeklagten auf sie zugestürmt und hätten sie an den Haaren gezogen und ihr mit der Faust mehrfach ins Gesicht geschlagen, gab das Opfer an.

Die 21-jährige Angeklagte war sich jedoch sicher, die Geschädigte nicht angefasst zu haben. Die beiden Mitangeklagten bestätigten das. Die 19-Jährige war nach eigenen Angaben zu betrunken und könne sich nur an eines erinnern: „Es kann schon sein, dass ich sie an den Haaren gezogen habe.“

Die geladenen unbeteiligten Zeugen konnten keine genauen Angaben machen und brachten damit auch keine Erhellung des Tatgeschehens.

Richter Dorner verurteilte am Ende die 17-Jährige wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu drei Alkoholberatungsgesprächen und zur Teilnahme an einem gruppendynamischen Wochenende zur Selbstreflexion. Die beiden anderen Angeklagten sprach er frei.  

Matthias Schneider

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