Parkplatz KZ-Gedenkstätte Dachau

Schön teuer und schon ganz schön voll

  • Stefanie Zipfer
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Die KZ-Gedenkstätte Dachau gehört zu den meistbesuchten Touristenzielen Bayerns. Dafür hat sie nun einen 5,7 Millionen Euro teuren Parkplatz erhalten.

Der Eingangsbereich der KZ-Gedenkstätte ist endlich angemessen gestaltet. Noch im August sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen werden.
  • KZ-Gedenkstätte Dachau bekommt neuen Parkplatz
  • Gesamtkosten bei 5,7 Millionen Euro
  • Kapazitäten dürften nicht ausreichen

Dachau – Schon im Jahr 2016, als die bayerische Gedenkstättenstiftung ihre Pläne für den Umbau des Parkplatzes der Dachauer KZ-Gedenkstätte vorstellte, musste Direktor Karl Freller schlucken. Ja, mit geschätzten 4,5 Millionen Euro Kosten, würde die Maßnahme „viel Geld“ kosten. Doch selbst den Kostenwächtern im bayerischen Parlament war klar: So wie der Parkplatz bis dahin aussah, konnte er nicht bleiben. Die Dachauer Gedenkstätte sollte endlich einen angemessenen Eingangsbereich bekommen und nicht länger einer überdimensionierten Pfütze gleichen.

Heute, fast vier Jahre später, ist der Umbau so gut wie abgeschlossen. Der Kostenrahmen von 4,5 Millionen Euro konnte dabei zwar nicht gehalten werden. Insgesamt schlägt die Maßnahme nun mit 5,7 Millionen Euro zu Buche. „Einen erheblichen Kostenanteil davon machen die Untergrundverfestigung und die Entsorgung der Altlasten aus“, erklärt dazu Andreas Kronthaler, Leitender Baudirektor am Staatlichen Bauamt Freising. Wenn „Restarbeiten und Mängelbeseitigungen bis Ende August“ erledigt seien, könne der neue Parkplatz „im Anschluss an die Gedenkstätte übergeben“ werden.

Dass die von Kronthaler angeführten „Untergrundverfestigungen“ bitter nötig waren, glaubt man gern, wenn man sich an den alten Parkplatz in Regenzeiten zurückerinnert. Das Gelände hatte sich so abgesenkt, dass sich das Wasser großflächig sammelte. Im Winter geriet der Parkplatz zu einer Eisbahn.

Parkfläche auf 228 Pkw und 42 Busse ausgebaut

Neben dem ausgetauschten und verfestigten Erdreich wurde beim Umbau aber auch der Grünflächenanteil am Parkplatz erhöht. Die Bäume, diese Grünflächen, so Kronthaler, sollen nun als „Rückhalte- und der Versickerungszonen für das Niederschlagswasser“ dienen; gleichzeitig schirmen die Bäume „in den Randbereichen den Parkplatz von der angrenzenden Bebauung“ ab.

Der größte Erfolg des neu angelegten Parkplatzes ist jedoch die Vergrößerung der Parkfläche: 228 Pkw sowie 42 Busse finden dort nun Platz, „bei Bedarf können die Bus- und Pkw-Kapazitäten untereinander ausgeglichen werden“, so Kronthaler.

Parken nicht kostenfrei - zum Ärger der Anwohner

Ob diese Anzahl ausreicht, da sind sich allerdings manche Anwohner nicht sicher. Denn: Der Parkplatz wird weiterhin bewirtschaftet, 3 Euro kostet das Parken für Autos. So manche Sparfüchse könnten daher wieder – wie früher – auf die angrenzenden Wohnstraßen ausweichen. Im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung im Jahr 2018 hatte Oberbürgermeister Florian Hartmann zwar versprochen, sich bei der Gedenkstättenstiftung für kostenloses Parken einzusetzen. Doch dieser Einsatz schien nicht gefruchtet zu haben: Seit 1. Juli wird wieder kassiert auf dem Gelände – und die Anwohner treffen auch schon wieder auf reihenweise Autos mit internationalen Kennzeichen.

Auch ist der Parkplatz jetzt schon wieder voll – zu einer Zeit, da coronabedingt noch kaum Busse zur Gedenkstätte fahren. Viele Autos wurden nach Beobachtung von Anwohnern dabei wild auf dem Gelände geparkt – und damit auch auf den schicken neuen Laufstreifen. Behördenleiter Kronthaler entschuldigt dies jedoch damit, dass „Gedenkstätte die Beschriftungen, die auch Hinweise zur Verkehrsführung enthalten, noch nicht angebracht worden sind“. Grundsätzlich sei die neue Anlage nämlich klar gegliedert: „Es gibt die Fahr- und Parkbereiche und eine von Ost nach West durchlaufende Fußgänger-Promenade, die beidseitig von Bäumen eingefasst, mit Gehwegplatten gepflastert und mit einem Bordstein deutlich erhöht ist. Der Fußgängerbereich ist von den Fahrzonen also durchaus zu unterscheiden.“ Natürlich habe man dabei auch an „Bordsteinabsenkungen für Rollstuhlfahrer“ gedacht.

Im Stadtrat war der neue Parkplatz zuletzt ebenfalls Thema. Die Gespräche drehten sich dabei jedoch nicht um die Gestaltung der Anlage, sondern um die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Wie berichtet, hatte die Stadt im Zuge der Bauarbeiten einige Parkplätze entlang der Römerstraße angeordnet und in diesem Bereich ein Tempo-50-Limit eingerichtet. Unter Umständen wird diese Regelung nun beibehalten, wie der OB zuletzt berichtete: Man werde „beobachten“, ob die Parkplätze entlang der Mauer zusätzlich bleiben sollen; in dem Fall würde auch die Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo weiter gelten.

Rubriklistenbild: © Norbert Habschied

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