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Einer stillgelegten Baustelle gleicht das Innere der Hofmarkkirche.

An eine festliche Wiedereröffnung zum 300-jährigen Bestehen ist nicht zu denken

Hofmarkkirche in Schönbrunn gleicht innen einer stillgelegten Baustelle

  • vonJosef Ostermair
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Das Innere der Hofmarkkirche Heilig Kreis in Schönbrunn gleicht einer stillgelegten Baustelle. Die barocke Schönheit der Kirche ist seit fast 20 Jahren nur noch zu erahnen. 

Schönbrunn – Wann tut sich endlich etwas bei der notwendigen Innenrenovierung der Schönbrunner Hofmarkkirche Heilig Kreuz? Das fragen sich nicht nur der zuständige Kirchenpfleger Florian Hillenbrand aus Röhrmoos und der Vorsitzende des Fördervereins Hofmarkkirche, Gerhard Schmidbauer, sondern auch viele Gläubige und Kunstverehrer aus dem Landkreis und darüber hinaus.

Dieses Gotteshaus, das von der Außenansicht her aufgrund der bis 2014 erfolgten Renovierung einen guten Eindruck macht, kommt im Innenbereich einer Ruine gleich. Deshalb ist die Hofmarkkirche, die zu den bedeutendsten Sakralbauten im Landkreis zählt, schon seit 2001 geschlossen und völlig ausgeräumt. Die barocke Schönheit dieser Kirche ist seitdem nur noch zu erahnen: Baugerüste verstellen den Blick, es gibt keinen Altar mehr, und die Kirchenbänke sind restlos verstaubt.

Ein trostloser Anblick in einer wertvollen Kirche, die am 29. Oktober 1724 durch Fürstbischof Franz Eckher von Kapfing, dem vornehmsten Repräsentanten des barocken Freising, geweiht wurde.

Wie von dem beauftragten Architekten Andreas Hlawaczek zu erfahren war, ist nicht damit zu rechnen, dass es schon in nächster Zeit mit der Innenrenovierung vorangeht. Das Vergabeverfahren erfolge im Ordinariat der Erzdiözese München-Freising nach Priorisierung, und da habe Schönbrunn noch keinen Projektstatus für den zweiten Bauabschnitt.

Es sei zu befürchten, dass der Stillstand an der Finanzierung liegt. Was die Situation noch verschlechtert, sei der Rückgang der Einnahmen der Kirchen in den vergangenen Jahren und auch in der Corona-Zeit. Für den ersten Bauabschnitt – Dach und Außenrenovierung – beliefen sich die Kosten auf 1,7 Millionen Euro. Man geht aber von Gesamtkosten von mehr als 5 Millionen Euro aus.

Da sind die vielen bisherigen Aktionen des Fördervereins, die zur Innenrenovierung beitragen sollen, nur ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein. Pfarrverbandsleiter Michael Bartmann räumt ein, dass er angesichts vieler weiterer wichtiger Aufgaben den Kontakt zu den verantwortlichen Stellen im Ordinariat verloren habe und er davon ausgegangen sei, dass der von Schmidbauer geleitete Förderverein mit Nachdruck hinter der Innenrenovierung stehe.

Schmidbauer aber glaubt, dass das Interesse an der Hofmarkkirche im Ordinariat nicht allzu groß sei, weil es in Schönbrunn ja schon die St.-Josefs-Kirche des Franziskuswerks gibt, in der alle Gottesdienste gefeiert werden. Keiner will dem anderen aber den Schwarzen Peter zuschieben. Inwieweit sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an der Innenrenovierung beteiligen würde, steht leider auch nicht fest. Sicher ist aber, dass es 2024, also in dem Jahr, in dem die Heilig-Kreuz-Kirche ihr 300-jähriges Bestehen feiern könnte, keinen Festakt zur Wiedereröffnung der Heilig-Kreuz-Kirche in Schönbrunn geben wird.

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