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Sie hat es sich verdient: Jugendpreis-Trägerin Angela Jurik-Zeiller (mit Blumen) inmitten ihrer Turnkinder und -jugendlichen. Links neben ihr Emma Gerstner, die die Bewerbung verfasst hatte, rechts neben ihr OB Florian Hartmann. 

Die „schönste Überraschung ihres Lebens“

Angela Jurik-Zeiller erhält den Dachauer Jugendpreis: Sie hat die Tanzsportabteilung des ASV Dachau aufgebaut

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Der Dachauer Jugendpreis geht in diesem Jahr an Angela Jurik-Zeiller. Die 35-Jährige habe etwas „Großes“ geschaffen, so die Jury – nämlich die Tanzsportabteilung beim ASV Dachau.

Dachau Eigentlich hatte sich Angela Jurik-Zeiller auf einen gemütlichen Mutter-Tochter-Abend im Ludwig-Thoma-Haus gefreut. Doch daraus wurde nichts: Denn stattdessen gab es für sie „eine der schönsten Überraschungen ihres Lebens“, wie die zu Tränen gerührte 35-Jährige später bei ihrer Dankesrede betonte. Jurik-Zeiller wurde mit dem Dachauer Jugendpreis, den der Jugendrat vergibt, ausgezeichnet: Sie hatte 2001 die Tanzsportabteilung des ASV Dachau gegründet und aufgebaut. Damals startete sie mit 15 Kindern und Jugendlichen in zwei Gruppen. Heute sind es neun Gruppen mit über 100 Aktiven im Alter von zwei Jahren bis über 30 Jahren.

„Es ist gigantisch, wie alles gewachsen ist, ich bin richtig stolz darauf“, erzählt Angela Jurik-Zeiller. Noch immer trainiert sie zwei Tanzgruppen, außerdem übernimmt sie viele organisatorische Aufgaben. „Mir macht es einfach Spaß, mein Herz hängt an der Tanzsportabteilung“, sagte sie. „Sie ist meine zweite Familie.“

Jetzt hat diese Familie beschlossen, ihr für den großen Einsatz Danke zu sagen und hat heimlich eine Bewerbung für den Jugendpreis abgeschickt. „Alle haben dicht gehalten“, freut sich Emma Gerstner, die Verfasserin der Bewerbung. „Angela macht so viel für uns, sie hat den Preis auf jeden Fall verdient.“ So sahen das auch die Juroren von Jugendrat und Stadtrat. „Die Entscheidung für den ersten Platz war sofort klar“, sagt Berkay Kengeroglu (18) vom Jugendrat. „Die Bewerbung war super, und uns hat besonders gefallen, dass Angela Jurik-Zeiller es geschafft hat, so etwas Großes ehrenamtlich aufzubauen.“

Verbunden mit dem Jugendpreis ist ein Preisgeld von 400 Euro. „Wir werden gemeinsam überlegen, was wir damit machen“, kündigte Jurik-Zeiller an. „Es soll allen zu Gute kommen.“

Die Siegprämien werden für einen Outdoorpark und ein Waisenhaus in der Ostukraine genutzt

Die weiteren Preisträger haben bereits konkrete Pläne, wofür sie ihren Gewinn einsetzen. Den zweiten Platz, für den es 300 Euro gibt, sicherte sich die neue Parcours-Abteilung des TSV 1865 Dachau. Vor zwei Jahren wurde die Gruppe gegründet, mittlerweile trainieren dort 90 Sportler ab zehn Jahren. „Anfangs waren wir nur in der Halle, seit Mai haben wir draußen ein Gelände“, sagt Initiator Klaus Schuster (25). Es gibt dort schon einen kleinen Parcours mit Heuballen und Reifen, aber „wir wollen mehr“, so Schuster. „Wir werden einen Outdoorpark aufbauen.“ Dieses Projekt wollte der Jugendrat mit der Auszeichnung auch finanziell fördern.

Drinnen und draußen aktiv: der Zweitplatzierte, die Parcours-Abteilung des TSV 1865.

Der dritte Preis ging an die Ministranten der Pfarrei Mariä Himmelfahrt. „Sie wirken aktiv daran mit, Kirche lebendig zu gestalten“, erklärte Jugendrätin Laura Kluss (15). „Es werden demokratische Werte vorgelebt.“ Alle wichtigen Positionen werden durch Wahlen besetzt, außerdem engagieren sich die rund 60 Ministranten neben dem Messdienst auch bei sozialen Aktionen wie der Sternsinger- oder der Altpapiersammlung. Die Ministranten bekommen 200 Euro und wollen das Geld spenden. „Wir unterstützen ein Waisenhaus in der Ostukraine“, kündigte Oberministrant Andreas Kopf (21) an.

Der Jugendpreis wurde dieses Jahr bereits zum 13. Mal verliehen – und auch wenn heuer nur wenige Bewerbungen eingegangen sind, hat er nach wie vor eine große Bedeutung. „Jugendarbeit wird in der Öffentlichkeit und von vielen Eltern immer mehr als selbstverständlich betrachtet“, erklärte Oberbürgermeister Florian Hartmann, der die Ehrung damals in seiner Zeit im Jugendrat mitinitiiert hatte. „Der Jugendpreis zeigt den engagierten Menschen, dass wir ihre Leistung wahrnehmen.“ Das betonte auch Jugendratssprecher Berkay Kengeroglu: „Wir möchten dem stillem Engagement Gehör verschaffen.“

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