Bürgerinitiative fordert Abriss

Streitobjekt Schranke

Eine Schranke versperrt den Erholungssuchenden am Tiefen Graben den Weg zum Karlsfelder See. Die Bürgerinitiative Grüner Zug meint: Die Sperre muss weg!

Dachau„Das widerspricht dem bayerischen Naturschutzgesetz“, meint Bruno Schachtner. Der Künstler und Sprecher der Bürgerinitiative sammelt Unterschriften gegen die rot-graue Stange auf Höhe der Kleingartenkolonie im Grünzug. Seit mehreren Wochen versperrt diese Fahrradfahrern und Fußgängern den Weg – teilweise zumindest. Ein kleiner Trampelpfad hat sich abseits des Metallgestells gebildet. Da Fahrradfahrer gezwungen seien abzusteigen, fordert Schachtner den sofortigen Rückbau: „Ein Weg über die Kufsteiner Straße oder die Josef-Anton-Schuster Straße ist unzumutbar.“ Tatsächlich handelt es sich bei der genannten Alternative um einen Umweg von knapp einem Kilometer.

Der Stadt und dem Landratsamt ist das Problem bekannt. Die stellvertretende Bauamtsleiterin Ariane Jungwirth meint, dass der Weg nicht öffentlich gewidmet sei – sprich er ist Privatgelände. Der Wasserzweckverband sei als Eigentümer für den Weg zuständig und pflege den Tiefen Graben und den gleichnamigen Weg.

Für den Vorsitzenden des Wasser und Bodenverbandes Dachau, Günther Mayerhanser, ist die Schranke notwendig. „Zunächst wollten wir sämtliche Autofahrer aussperren, die den Landwirtschaftsweg als Abkürzung nutzten. Und zweitens möchten wir Radfahrer schützen“, erklärt er. Radfahrer fahren seiner Meinung nach zu schnell und nicht umsichtig genug. Es könne daher zu unliebsamen Begegnungen mit Bulldogs kommen. „Wir haften für Unfälle mit Radfahrern. Die Schranke senkt die Unfallgefahr.“ Die ausgewiesene Route für Radfahrer führe über die Bajuwarenstraße. „Ganz ohne Bulldogs“, so Mayerhanser.

„Grundsätzlich darf man auf seinem Gelände erst mal machen, was man will, solange man sich an geltende Gesetze hält“, ergänzt der Pressesprecher des Landratsamts, Wolfgang Reichelt. Grundsätzlich dürfe laut bayerischem Naturschutzgesetz jede Person die freie Natur betreten, allerdings gibt es Normen, die Sperren gestatten. Die Schranke erfülle in jedem Fall ihren Zweck, sie hindert unbefugte Autofahrer daran, dort langzufahren. Nur: Es müsse geprüft werden, ob eine Schranke „nicht über das Ziel hinaus schießt“, so Reichelt.

Diese Frage soll demnächst bei einem Ortstermin Mitte September beantwortet werden. Mit dabei: Vertreter der Wasserschutz- und Naturschutzbehörde, der Stadt und des Landratsamts. Auch die Bürgerinitiative und der Wasserzweckverband Dachau treffen dann an der Schranke zusammen. „Womöglich muss die Schranke dann komplett weg, oder es wird ein kleiner Weg neben der Schranke, dort wo sich jetzt schon ein Trampelpfad gebildet hat, gebaut“, erklärt Reichelt. Für die Bürgerinitiative steht eines fest: „Wir haben ein klares Ziel: Die Schranke muss weg! Alles andere können wir nicht als Sieg werten“, so Schachtner. Er schlägt vor, dass die Stadt „doch endlich mal eine Widmung vornehmen sollte“.

Till Hey

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Eine Südkoreanerin und ihre 20 Männer
Bis 1. Februar hat der Chor des Gesangvereins Petershausen „gebrummt“, so der Vorsitzende Manfred Seemüller. Mit der neuen Chorleiterin Anna Winkler-Nam hat sich dies …
Eine Südkoreanerin und ihre 20 Männer
Ein Date mit dem Arbeitgeber
Das Wetter war eher etwas für den See oder für die Eisdiele. Doch der ein oder andere Jugendliche kam am Samstag trotzdem auf die JOB 2018 – wenn auch nicht alle ganz …
Ein Date mit dem Arbeitgeber
Wenn Bach auf Pop trifft
Bei seinem „Sommerzeit“-Jahreskonzert ließ das Vivaldi Orchester Karlsfeld im Bürgerhaus mal wieder verschiedenste Musikstile zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. …
Wenn Bach auf Pop trifft
Stadt Dachau eröffnet Freilauffläche für Hunde
Auf einer Wiese am alten Wehr eröffnet die Stadt am Freitageine Freilauffläche für Hunde. Profitieren sollen davon sowohl die tierliebenden Hundehalter als auch …
Stadt Dachau eröffnet Freilauffläche für Hunde

Kommentare