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Zum 25-jährigen Bestehen der Montessori-Schule bildeten die Schüler eine große 25 auf dem Sportplatz.

„Die Vielfalt ist uns wichtig“

Dachauer Montessori-Schule feiert 25-Jähriges

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Die Montessori-Schule Dachau feiert einen runden Geburtstag: Seit 25 Jahren lernen dort die Schüler den Unterrichtsstoff selbstständig, in ihrem eigenen Tempo und mit allen Sinnen.

Dachau – Es ist ein großes Ziel, das sich die Montessori-Schule in Dachau gesetzt hat: „Wir möchten eine Schule für alle sein“, sagt Mittelstufenleiterin Evelyn Timmermann-Raisch. „Wir haben eine bunte Schar von Kindern, bei uns hat jeder mit seinen Eigenheiten einen Platz.“ Ein Motto, das die Schule inzwischen seit 25 Jahren pflegt: Es war im September 1993, als die damalige Lehrerin und Schulleiterin Veronika Ebner-Bittersohl die ersten Abc-Schützen an der neu gegründeten Montessori-Schule begrüßte.

Damals waren es 18 Kinder, der Unterricht fand in provisorischen Räumen im Gebäude einer Schule in Ludwigsfeld statt. Es war ein kleiner Anfang, aus dem etwas Großes geworden ist. Heute besuchen 424 Kinder und Jugendliche die Montessori-Schule, 80 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Es gibt Unterricht bis zur zehnten Jahrgangsstufe, seit einigen Jahren werden auch Ganztagsklassen angeboten.

Längst hat die Montessori-Schule auch ein eigenes Domizil: Rund ein halbes Jahr nach der Gründung konnte sie in Räumlichkeiten nach Dachau-Ost ziehen. Vor zehn Jahren bekam die Einrichtung schließlich einen großen Neubau im Schulzentrum in Augustenfeld.

„Aber obwohl wir so ein schönes Schulhaus haben, sind wir trotzdem noch eine der günstigsten Privatschulen“, sagt Geschäftsführerin Ulla Gabel. Leicht ist das nicht: „Vor allem bei den Personalkosten ist die staatliche Bezuschussung nicht kostendeckend“, erklärt sie. Ihr ist es aber wichtig, dass sich das Schulgeld nicht nur Besserverdienende leisten können. Es variiert deshalb je nach Einkommen der Eltern – und beträgt im Durchschnitt zwischen 1400 Euro und 3200 Euro pro Jahr für die Halbtagesbeschulung eines Kindes. „Wir wollen keine Eliteschule sein“, erklärt Gabel. „Uns ist die Vielfalt wichtig!“

An Nachfrage mangelt es der Montessori-Schule jedenfalls nicht: Die Einrichtung kann gar nicht mehr alle Interessenten aufnehmen. Bevor ein Kind einen Platz auf der Dachauer Montessori-Schule bekommt, wird bei Probeunterrichtstagen getestet, ob der Schüler und das Konzept zusammen passen. Prinzipiell ist jedes Kind dafür geeignet, so Evelyn Timmermann-Raisch. „Wichtig ist nur, dass die Kinder eine gute Konzentrationsfähigkeit haben und bereit sind, das eigenständige Arbeiten zu lernen“, erklärt sie. Zwar gibt es zum Teil auch klassischen Unterricht, häufig können die Kinder aber selbst entscheiden, was sie wann üben. „Die Kinder können selbstverantwortlich ihren Lernprozess gestalten und lernen im eigenen Tempo“, sagt Timmermann-Raisch. Dazu stehen ihnen Materialien zur Verfügung, in denen sie den Stoff mit allen Sinnen erfahren können.

Charakteristisch ist außerdem der jahrgangsübergreifende Unterricht. Die Jahrgangsstufen eins bis drei, vier bis sechs und sieben bis acht werden jeweils in gemeinsamen Klassen zusammengefasst. „So lernen die Kleinen von den Großen und die Großen können den Stoff noch einmal vertiefen“, erklärt Evelyn Timmermann-Raisch. Lediglich in der neunten und zehnten Jahrgangsstufe gibt es getrennten Unterricht, da die Schüler dann auf die Abschlussprüfung zum Quali oder zur Mittleren Reife vorbereitet werden, die sie an staatlichen Schulen ablegen.

„Uns ist wichtig, dass die Anschlussfähigkeit gewährleistet ist“; sagt Ulla Gabel. „Die Jugendlichen können auf einer Fachoberschule das Abitur ablegen oder eine Ausbildung beginnen.“

Die Pionier-Kinder, die damals vor 25 Jahren als Erste die Schulbank in der Montessori-Schule drückten, haben das längst geschafft. Die Schulleitung und der Trägerverein hoffen, dass noch viele weitere kommen werden. Und noch einen ganz großen Wunsch gibt es zum Jubiläum: „Ich will viele lachende Gesichter sehen“, sagte Florian Scherf, der Vorsitzende des Fördervereins.

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