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Sorgt für Sicherheit am und in de n Becken: Schwimmmeister Walter Hiechinger.

Familienbad Dachau

Turbulenter Durchschnittssommer

Preiserhöhung, Oben-ohne-Verbot – über das Familienbad ist heuer viel diskutiert worden. Trotz dieser Turbulenzen können sich die Besucherzahlen sehen lassen. Die Bilanz eines Durchschnittssommers.

Dachau Zwei Windstöße, Platzregen und Temperatursturz: Zwischen Hochsommer und Herbstanfang waren es nur wenige Stunden. Aber wer weiß: Vielleicht kommt der Sommer in den nächsten Tagen zurück – bis 11. September hätte das Familienbad noch geöffnet. Doch der Hochsommer ist vorbei: Zeit für eine Bilanz.

Viele Diskussionen über Preiserhöhung

121 000 Besucher kamen dieses Jahr zwischen 20. Mai und 31. August in das Freibad, sagt Barbara Kern, Abteilungsleiterin Bäder bei den Stadtwerken Dachau. Diese Zahlen sind nicht rekordverdächtig, aber sie übertreffen die Besucherzahlen des Sommers im vergangenen Jahr um 6000 Gäste. 2016 war das Wetter eher schlecht.

Die Preiserhöhung Anfang des Jahres hat viele Besucher zunächst abgeschreckt und Diskussionen ausgelöst. Der Eintritt für Kleinkinder zwischen null und sechs Jahren wurde noch im Juli per Stadtratsbeschluss wieder abgeschafft. Aber natürlich wird der Rekordsommer von 2015 mit 167 000 Badegästen unerreicht bleiben.

Nur kleinere Verletzungen an Rutschen und auf dem Spielplatz

Glücklicherweise gab es keine größeren Unfälle in dieser Saison: Neun Einsätze des BRK wurden gemeldet, aber das waren nur kleinere Verletzungen, wie Barbara Kern mitteilte. Die passieren häufig an den Rutschen und dem Spielplatz.

Der Bademeister Walter Hiechinger und sein Team sorgen für Sicherheit an und in den Becken. Derzeit sind im Freibad sechs Fachangestellte für Bäderbetriebe und zwei Rettungsschwimmer beschäftigt. Sofern das Wetter schön ist, werden die Angestellten an den Wochenenden von der Wasserwacht unterstützt. Arbeit gibt es immer. „Wir schreiten ein, sobald ein Gefährdungspunkt eintritt. Das heißt wenn vom Beckenrand aus gesprungen wird oder Jugendliche auf der Rutschbahn Quatsch machen“, sagt der Bademeister: „Diejenigen werden dann des Beckens verwiesen, vor allem, wenn sie mit ihrem Verhalten andere Badegäste gefährden.“

Hiechinger ist Quereinsteiger. Er arbeitete ursprünglich als Maschinist, bevor er sich vor rund 17 Jahren entschied, eine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe zu beginnen. Besonders gefällt ihm an seinem Beruf die Vielfältigkeit: „Man hat viel mit Leuten zu tun, von jung bis alt. Sportlich fit sollte man auch sein.“ Am wichtigsten ist aber die Beckenaufsicht, die 70 Prozent der Tätigkeit als Schwimmmeister ausmache. „Auch die Erste Hilfeleistung liegt bei uns.“

Oben-ohne-Frage beschäftigte Badegäste

Doch auch für Alltägliches ist der Bademeister zuständig – zum Beispiel die Badekleidung. Hierfür gibt es eine Satzung, die auf angemessene Kleidung im Wasser hinweist. Es geht vor allem um eine Unsitte, die Hiechinger in den vergangenen Jahren vermehrt beobachtete: „Vor allem 12- bis 15-jährige Jungs tragen oft eine Unterhose unter der Badehose, die aus der Badehose rausguckt. Da geben wir den Hinweis, sich umzuziehen. Unterwäsche ist keine Badekleidung.“ Heuer war die Oben-ohne-Frage ein Thema, das viele Gäste beschäftigte. „Sich oben ohne zu sonnen, ist nicht erlaubt. Auf dem Bauch liegend wäre es aber ok“, erklärt Hiechinger.

Besonderer Höhepunkt war die Pool-Pop-Party im Familienbad. Vier Bands traten auf, die Besucher tanzten und plantschten im Nichtschwimmerbecken.

Hallenbad ist schon geöffnet

Weiterplantschen können die Schwimmbegeisterten im Hallenbad, das am Samstag seine Pforten geöffnet hat.

Von Lisa Specht

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