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Mitbegründer der Notfallseelsorge: Albert Wenning.

20 Jahre Notfallseelsorge im Landkreis Dachau

Beistand in den schwersten Stunden des Lebens

Sie sind für die Angehörigen da, wenn zum Beispiel ein lieber Mensch plötzlich zu Tode kam: die Ehrenamtlichen der Notfallseelsorge. Seit 20 Jahren schon leisten sie ihren wichtigen Dienst. Auslöser für die Gründung war ein schwerer Unfall.

Dachau – Seit 20 Jahren leistet die Notfallseelsorge im Landkreis Dachau seelische Erste Hilfe für Menschen in Notfallsituationen. Die ehrenamtlichen Helfer sind da, wenn Menschen mit dem Tod eines Angehörigen oder einem schweren Unfall konfrontiert werden. Die Helfer begleiten auch die Polizei bei der Überbringung von Todesnachrichten. Getragen wird die Notfallseelsorge im Landkreis Dachau von der katholischen und evangelischen Kirche.

Anlass für deren Gründung vor 20 Jahren war ein Verkehrsunfall im Dachauer Landkreis, bei dem ein junger Mann ums Leben kam. Der Vater, der kurz darauf zur Unfallstelle kam, wünschte sich seelischen Beistand, und der Einsatzleiter am Unfallort wusste nicht, wen er rufen sollte. Da erinnerte sich ein Feuerwehrmann an Diakon Albert Wenning, damals Seelsorger im Krankenhaus Dachau und aktiver Feuerwehrmann. Es folgten mehrere Anrufe im Krankenhaus, das nach einigem Zögern Wenning verständigte. Der kam zum Unfallort und leistete dem Vater Beistand, ein Erlebnis, an das sich Albert Wenning auch 20 Jahre später noch erinnern kann.

Nur wenig später wurde Wenning von einem Polizisten gebeten, ihm bei der Überbringung einer Todesnachricht beizustehen. Wenning half, ihm wurde dabei aber auch immer mehr bewusst, dass es nicht vom Zufall abhängen durfte, ob jemandem geholfen werden könne oder nicht. Deswegen begann er, gemeinsam mit dem damaligen Kaplan von Mitterndorf, Johannes von Bonhorst, der selbst im Rettungsdienst aktiv war, und dem damaligen Polizeiseelsorger Pfarrer Reinhard Langenberger ein Konzept für die Notfallseelsorge im Landkreis Dachau zu entwickeln.

Die Erzdiözese München und Freising wurde mit ins Boot geholt, Ehrenamtliche in der Kirche wurden für die Mitarbeit gewonnen und dann Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz über das neue Angebot informiert. Die Rettungskräfte nahmen das Angebot dankbar an. Schon im ersten Jahr wurden die Helfer 42 Mal gerufen.

365 Tage im Jahr ist ein Helfer der Notfallseelsorge seitdem in Bereitschaft. Seit dem Jahr 2012 werden die kirchlichen Mitarbeiter von den Kriseninterventionsteams des Bayerischen Roten Kreuzes und der Malteser unterstützt, die komplett die Wochenendbereitschaft übernehmen. Im Jahr 2017 waren die drei Kooperationspartner 145 Mal im Einsatz, 78 Mal leistete die Notfallseelsorge ihren Dienst.

Momentan sind hier sechs Ehrenamtliche im Einsatz, dies sind vor allem hauptamtliche Seelsorger der katholischen und evangelischen Kirche, die die Notfallseelsorge zusätzlich ehrenamtlich erbringen.

Albert Wenning, einer der Gründer und auch heute Verantwortlicher für die Notfallseelsorge im Landkreis Dachau, leitet seinen Dienst aus seinem Glauben ab: „Der Auftrag eines jeden Christen ist es, für andere da zu sein, vor allem für die, die in Not geraten sind.“ Geholfen wird nicht nur Christen, sondern allen, die die Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Viele seien dankbar, dass ihnen in einer Ausnahmesituation jemand Halt gibt.

Die Aktiven der Notfallseelsorge feiern ihr 20-jähriges Bestehen am Freitag, 16. November, in der Landvolkshochschule Petersberg. Nach einem Gottesdienst in der Basilika findet ein Festakt statt, zu dem alle geladen sind, mit denen die Notfallseelsorge zusammenarbeitet.

Für die Zukunft wünscht sich Wenning weiterhin aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine klare Anerkennung der Notfallseelsorge durch das Bayerische Innenministerium, die bisher lediglich eine Richtlinie dazu erarbeitet hat. 

Bernhard Hirsch

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