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Bestens gefüllt war das große Festzelt wie immer zum Seniorennachmittag am Montag.

Gut besuchter Seniorennachmittag

Volksfestspaß mit 65 oder 100 Jahren

Es war ziemlich warm, es war stickig, und doch war wie jedes Jahr das große Zelt auf dem Dachauer Volksfest randvoll, als am Montagnachmittag die Senioren ab 65 Jahren der Einladung der Stadt folgten. Für einige gab’s Blumen.

Dachau – Eine Mass Bier, ein paar Würstchen mit Semmel und Blasmusik – viel mehr braucht so mancher nicht, um in der Volksfestzeit in Dachau glücklich zu werden. Dieses Phänomen konnte man auch am Montag im Festzelt Zechner beobachten. Die Stadt Dachau hatte wieder jeden Bürger der Stadt ab 65 Jahren zum Seniorennachmittag eingeladen. Besonders geehrt wurden die Geburtstagskinder und die Ältesten.

Trotz der hohen Temperaturen, die an diesem Tag bei um die 26 Grad lagen, war es schwierig, noch einen freien Platz im großen Festzelt auszumachen. Viele Gespräche, reges Treiben auf den Gängen und viele glückliche Gesichter bestimmten den Nachmittag, aber viele ältere Dachauer waren sogar schon am Vormittag gekommen.

Nicht nur das Volksfest gab Anlass zum Feiern, vier Rentner ließen es sich zudem nicht nehmen, ihren Geburtstag im Festzelt zu zelebrieren. Anneliese Hofner wurde 93 Jahre alt, Norbert Hübner wurde 65, Othmar Langer 86, und Rosemarie Seiwald durfte ihren 77. Geburtstag feiern. Die Glückwünsche und den Blumenstrauß von Oberbürgermeisters Florian Hartman nahmen sie dankend entgegen. Damit der OB auch genug ausgelastet war, durfte er außerdem die Ältesten aus Dachau, die der Einladung gefolgt waren, ehren.

Elisabeth Schneidhofer (98) lebt seit 1947 in Dachau. Damals wurde sie aus der Slowakei ausgewiesen und fand so ihren Platz in Deutschland. Drei Kinder hat sie bekommen: „Das eine wurde im Norden, das andere in der Mitte und das letzte im Süden Deutschlands geboren“.

Noch ein kleines Stück älter ist die 100-Jährige Elisabeth Rahner. Sie lebt seit 69 Jahren in Dachau und kommt aus dem ehemaligen Breslau. „Von dort aus sind wir hier nach Deutschland gelaufen“, erklärt die rüstige Dame. Dachau habe ihr von Anfang an gefallen, weswegen sie sich in Dachau-Ost niedergelassen hat. Hobbys hat Rahner aufgegeben: „Meine vier Kinder, sechs Enkel und elf Urenkel sind mein Hobby“, scherzt sie.

Sie kennt nur einen Ratschlag, um jung und fit zu bleiben: Arbeiten. Noch heute macht sie alles alleine in ihrer Wohnung. „Alles außer staubsaugen“, ergänzt ihre Tochter, die Rahner zum Fest begleitete. Schon mehrere Male wurde sie als Älteste besonders geehrt, aufhören soll das nicht, findet sie. „Ich gehe jedes Jahr auf das Volksfest. Die Blasmusik gefällt mir besonders“, erzählt Rahner, während sie zu den Klängender Knabenkapelle Dachau mitwippt.

Die Kapelle sorgte für die musikalische Umrahmung beim Seniorennachmittag. Nicht nur alte Leute aus Dachau konnte man im Festzelt entdecken, Senioren aus Klagenfurt und Fondi waren ebenfalls angereist. Die Stadt Dachau lädt jährlich jeweils sechs Senioren gesondert zum Volksfest ein. Die Gruppen aus den Partnerstädten reisen am Sonntag an und erleben dann zahlreiche Attraktionen, wie eine Gedenkstättenführung oder den Seniorennachmittag.

th

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