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Unterstützung dringend gesucht: Die Angestellten im Familienbad, hier Dorota Dzikowska, Manuela Reichelt und Anton Pfaller (v.l.) behalten den Überblick. foto:

Unterstützung dringend gesucht

Sorgen im Dachauer Freibad: Fachkräftemangel am Beckenrand

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Dank des heißen Wetters steuern die Besucherzahlen des Dachauer Familienbads auf einen Rekord-Juni zu. Allzu sehr in Feierlaune mag man bei den Verantwortlichen der Stadtwerke aber nicht geraten, denn: Der Fachkräftemangel macht sich auch bei den Bäderbetrieben bemerkbar.

Dachau – Stadtwerke-Chef Robert Haimerl findet den Beruf des Bademeisters grundsätzlich unterschätzt: Ein sogenannter Fachangestellter für Bäderbetriebe hat sich nämlich nicht nur um die moderne Technik eines Schwimmbads inklusive dessen Kassensysteme zu kümmern, sondern – in hochsommerlichen Zeiten wie diesen – auch noch um tausende überhitzte Badegäste. Der Berufsstand der Bademeister hat daher „zu Unrecht ein schlechtes Image“.

Das Problem: Leider schlägt sich dieses falsche Berufsbild auf die Ausbildungszahlen der Bäderbranche nieder. Immer weniger junge Menschen wollen Bademeister werden. Auch Hilfskräfte, wie Rettungsschwimmer oder Reinigungskräfte, sind Mangelware. Im Freibad Mammendorf (Kreis Fürstenfeldbruck) mussten, trotz der Hitze, zuletzt sogar die Öffnungszeiten eingeschränkt werden. Begründung: Personalmangel.

„So schlimm ist es bei uns noch nicht, wir haben Gott sei Dank immer wieder gute Leute gefunden“, betont Dachaus Stadtwerke-Chef Haimerl. Doch an hochfrequentierten Wochenenden wie diesem ist klar: „Wir mobilisieren jede Frau und jeden Mann, den wir zur Verfügung haben.“

Was die Personalakquise für die städtischen Bäderbetriebe in den vergangenen Jahren so erschwert habe, ist Haimerl zufolge – wie in vielen Branchen – die zunehmende Bürokratie. Früher habe man im Sommer angesammelte Überstunden im Winter abbauen können. So einfach geht das heute nicht mehr. Gerade bei den Aushilfskräften, die im Dachauer Familienbad händeringend gesucht würden, sei die „Flexibilität stark eingeschränkt“.

Vor allem was die Aufsicht am Beckenrand betrifft, gehen den Stadtwerken die Helfer aus. Dabei könnten diesen Job sogar „Studenten mit Rettungsschwimmer“ erledigen. „Wir sind relativ offen“, betont Haimerl und lädt jeden ein, der sich für einen Job im Freibad interessieren und gerne das 16-köpfige Team verstärken würde, sich zu melden. Neben einem Betriebsleiter mit Meisterbrief beschäftigen die Stadtwerke aktuell einen Auszubildenden, sieben Fachangestellte Mitarbeiter im Schichtbetrieb, vier Kassenkräfte und drei Aushilfen.

Über mangelnde Arbeit können sich die Bäder-Angestellten aktuell eh nicht beklagen. Allein zwischen 22. und 27. Juni zählte das Familienbad über 12 000 Besucher – dieses Wochenende dürfte ebenfalls voll werden. „Wir haben gutes Wetter zu einer günstigen Zeit“, fasst es Stadtwerke-Chef Haimerl zusammen. Gerade seien keine Ferien, es herrsche gutes Wetter und Familien mit schulpflichtigen Kindern seien daheim. „Da haben wir dann natürlich die entsprechende Nachfrage.“

Die Hallenbad-Großbaustelle nebenan tut dem Badespaß übrigens keinen Abbruch. Die Rutsche, die zuletzt aus Sicherheitsgründen gesperrt war, da sie im Schwenkbereich des Krans lag, ist – da der Kran nun abgebaut wurde – wieder freigegeben. Lediglich von 8. bis 12. Juli wird die Rutsche Haimerl zufolge wegen der Verlegung von Leitungen in dem Bereich noch einmal für wenige Tage geschlossen werden. Auch Schmutz- oder Lärmbelästigungen gebe es im Moment nicht. Die Rohbauarbeiten seien praktisch abgeschlossen, wodurch die „staubigen Themen“ laut Haimerl kein Problem mehr darstellten. Grundsätzlich aber, gibt er zu, sei das Hallenbad „keine leichte Baustelle“, sowohl was die Kostenent- als auch die Bauabwicklung betrifft.

Damit sich zumindest die Personal-Baustelle lösen lässt, verweist Haimerl auf die Internetseite der Stadtwerke. Dort erfahren Interessierte alles über die Dachauer Bäder. Unter Telefon 08131/7009-909 gibt es Informationen über freie Jobs.

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