Vorstandsbezüge nach einem möglichen Zusammenschluss mit Bruck und Landsberg-Dießen

Sparkassen-Fusion = mehr Gehalt?

385 000 Euro im Jahr verdient ein Vorstandsmitglied der Sparkasse Dachau im Durchschnitt. Steigen die Gehälter, wenn das Dachauer Geldinstitut mit den Sparkassen Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen fusioniert? Muss nicht sein, sagt eine Sprecherin des Sparkassenverbandes.

Dachau – Der Sparkassenverband Bayern steht einer möglichen Fusion der Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen grundsätzlich positiv gegenüber. Jedoch liege die Entscheidung, ob es zur Fusion komme, selbstverständlich bei den zuständigen Gremien vor Ort. Auf Anfrage teilte eine Sprecherin des Sparkassenverbands Bayern auch mit, dass es keinen Automatismus bei der Erhöhung der Vorstandsgehälter bei einer möglichen Fusion gäbe.

Eine mögliche Fusion der drei Sparkassen könnte aus Verbandssicht den beteiligten Sparkassen Effizienzgewinne bringen. In Zeiten von Niedrigzinsen und hohen regulatorischen Anforderungen mache es Sinn, Kräfte zu bündeln und diese einem gemeinsamen Wirtschaftsraum zu Verfügung zu stellen.

Die Erhöhung der Vorstandsgehälter war ein zentraler Kritikpunkt, den Rainer Gottwald von der Bürgerinitiative Landsberg auf einer Informationsveranstaltung der ÜB Dachau äußerte (wir berichteten). Gottwald sagte auf der Veranstaltung, dass die Vorstandsgehälter nach einer Fusion massiv ansteigen würden. Dem widerspricht die Sprecherin des Sparkassenverbandes. So gebe es für die Sparkassen verbindliche, für die Öffentlichkeit aber nicht zugängliche Richtlinien des Verbandes, die Obergrenzen für die Bezahlung der Vorstände und Verwaltungsräte definierten. Diese Obergrenzen seien zwar von der Größe einer Sparkasse abhängig, da mit der Zunahme der Größe eines Instituts auch ein Mehr an Verantwortung der Vorstände einhergehe. Der Verband habe jedoch Obergrenzen definiert, für die Festlegung der eigentlichen Vorstandsgehälter sei der Verwaltungsrat der jeweiligen Sparkasse zuständig.

Die Sprecherin betonte auch, dass die Praxis der bayerischen Sparkassen zeige, dass die vom Verband festgelegten Obergrenzen nicht in allen Sparkassen ausgeschöpft würden. So wird aus der Analyse der Jahresabschlüsse der Kreisparkasse München Starnberg Ebersberg und der Sparkasse Dachau aus dem Jahr 2015 deutlich, dass eine wesentliche größere Sparkasse nicht automatisch wesentlich höhere Gehälter an ihre Vorstände zahlt. Die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg wies 2015 eine Bilanzsumme von knapp 11 Milliarden Euro auf, die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 2,046 Millionen Euro.

Die Sparkasse Dachau hatte im Jahr 2015 eine Bilanzsumme von knapp 2,8 Milliarden Euro aufzuweisen, der zweiköpfige Vorstand mit Vorstandsvorsitzendem Hermann Krenn und Vorstandsmitglied Thomas Schmid erhielt Gesamtbezüge in Höhe 770 000 Euro. Somit verdiente ein Vorstandsmitglied in Dachau im Durchschnitt 385 000 Euro, in der weitaus größeren Sparkasse München Starnberg Ebersberg waren es 409 000 Euro, also nicht erheblich mehr. Würde man die Bilanzsummen der Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen aus dem Jahr 2015 zusammenzählen, käme die neue Bank auf eine Bilanzsumme von knapp 8,2 Milliarden Euro, wäre also etwas kleiner als die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg.

Die Sprecherin des Sparkassenverbandes betonte auch, dass mit einer möglichen Fusion der Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen keine Erhöhung der Pensionsansprüche ehemaliger Vorstände verbunden sei. Auch dies hatte Gottwald kritisiert. Die Sparkasse Dachau hatte bereits mitgeteilt, dass sie „zu Vergütungsfragen keine Informationen geben“ werde.

Bernhard Hirsch

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