Sparkassen-Fusion

Dachau bekommt die meisten Anteile

In einer gemeinsamen Erklärung haben jetzt die Vorstände der Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen offiziell die Berechnungen der Anteilsverhältnisse ihrer Träger an einer fusionierten Sparkasse bekannt gegeben. Dachau nimmt dabei die Spitzenposition ein.

Dachau – Nach den Berechnungen des Sparkassenverbandes Bayern kommen die Träger der Sparkasse Dachau auf 40,5 Prozent, die Träger der Sparkasse Fürstenfeldbruck auf 37,5 Prozent und die Träger der Sparkasse Landsberg-Dießen auf 22 Prozent. Die Anteilsverhältnisse an einer Sparkasse sind Basis für mögliche Gewinnausschüttungen an die Träger und korrespondieren mit der Festlegung, wie viele zukünftige Verwaltungsräte die einzelnen Träger an der fusionierten Sparkasse stellen dürfen.

Bisherige Träger der Sparkasse Dachau sind der Landkreis Dachau, die Stadt Dachau und die Gemeinden Altomünster und Markt Indersdorf. Die Bewertung der Anteile erfolgte anhand der Kriterien Marktpotential (Anzahl der Einwohner in den Geschäftsgebieten), Geschäftsvolumen (Bilanzsumme), Eigenkapital und Ertragskraft der bisher selbstständigen Sparkassen.

Dass der Sparkasse Dachau dabei der größte Wert zugesprochen wird, ist bemerkenswert, da die Sparkasse Fürstenfeldbruck ein weit größeres Geschäftsgebiet und eine deutlich höhere Bilanzsumme aufweist. Somit ist die hohe Bewertung der Sparkasse Dachau vor allem auf deren höhere Ertragskraft zurückzuführen. Dennoch gibt es vor allem in Teilen des Stadtrats der Stadt Dachau Bedenken, dass durch die Verwendung des Berechnungsverfahrens des Sparkassenverbandes der Wert der Sparkasse Dachau als zu gering eingeschätzt wurde.

Das im Rahmen von Unternehmensbewertungen typischerweise eingesetzte Ertragswertverfahren, das noch mehr auf die Ertragskraft der zu bewertenden Unternehmen schätzt, wurde jedoch bisher auch von Vertretern der Dachauer Sparkasse abgelehnt.

Die Spitzenstellung der Sparkasse Dachau im Vergleich zu den beiden Fusionspartnern zeigt sich nicht nur im wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch in der Vergütung des Verwaltungsrates. So gehört die Sparkasse Dachau zu der Gruppe von 18 bayerischen Sparkassen, die ihren Verwaltungsratsmitgliedern im Jahr 2016 die nach den Richtlinien des Sparkassenverbandes höchstmögliche Vergütung zahlten.

Dies trifft auch für die Räte in Fürstenfeldruck, nicht aber für die aus Landsberg zu. Dies geht aus einer Antwort des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Bau und Verkehr hervor. Das Ministerium teilte auch die Höhe der Vergütungen für die Dachauer Verwaltungsräte mit: So erhielten die elf Mitglieder eine Gesamtvergütung von 198 000 Euro. Die Brucker Kollegen bekamen für das Jahr 2016 159 000 Euro überwiesen.

Das Ministerium teilte auch mit, dass die Vergütungen von der Größe der Sparkasse abhängig seien. Im Rahmen einer Fusion würde somit die Vergütung der Räte der neuen Sparkasse nach den Richtlinien des Sparkassenverbandes ansteigen können. Jedoch haben die bisher selbstständigen Sparkassen auch angekündigt, die Zahl der Mitglieder des neuen Verwaltungsrates über zwei Wahlperioden hinweg bis 2026 abschmelzen zu wollen.

Im Verwaltungsrat der Dachauer Sparkasse sitzen bis auf eine Ausnahme aktive oder ehemalige Kommunalpolitiker. 

Bernhard Hirsch   

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