Damit die Schlittschuhläufer bald nicht mehr im Freien skaten müssen, baut die Stadt ein neues Eisstadion. Dafür müssen laut SPD Dachau fast 3000 Quadratmeter Wald gerodet werden. 
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Damit die Schlittschuhläufer bald nicht mehr im Freien skaten müssen, baut die Stadt ein neues Eisstadion. Dafür müssen laut SPD Dachau fast 3000 Quadratmeter Wald gerodet werden. 

Wegen Bau der neuen Eishalle

SPD beklagt „Waldrodung“

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Die Dachauer SPD stört es, dass mit dem Bau der neuen Eishalle auf dem ASV-Gelände viel Waldfläche abgeholzt wird. Sören Schneider spricht von einer über 2000 Quadratmeter großen Fläche. 

  • Die SPD Dachau beklagt, dass durch den Bau der neuen Eishalle Waldfläche abgeholzt wird.
  • Ortsvorsitzender Sören Schneider spricht von einer über 2000 Quadratmeter großen Fläche. 
  • Diese Zahl sei aber laut Moritz Reinhold nicht neu. 

Dachau – Der gebürtige Dachauer Hans-Jürgen Bäumler, 78 Jahre jung, ist eins der berühmtesten Kinder der Großen Kreisstadt. Aktuelle Kinder aber dürften mit dem Namen Bäumler nicht mehr viel anfangen können, geschweige denn sich an dessen (unbestrittene) Erfolge als Eiskunstläufer erinnern.

Der Vorstoß der ÜB, die künftige Dachauer Eishalle als „Hans-Jürgen-Bäumler-Eishalle“ zu benennen (wir berichteten), stieß beim ESV Dachau Woodpeckers daher auf wenig Gegenliebe. „Wir mussten lachen“, gibt Sprecher Anthony Vilano auf Nachfrage zu. Und fügt scherzhaft an, dass es im Sinne der Nachwuchsgewinnung vielleicht besser wäre, das Bauwerk „Christoph-Höhenleitner-Halle“ zu taufen; der Etzenhauser Höhenleitner ist aktuell immerhin erfolgreicher DEL-Profi in Diensten der „Grizzly Adams Wolfsburg“. Eher ernst gemeint ist Vilano zufolge in diesem Zusammenhang jedoch die Feststellung, dass es bereits einen Namen für die Halle gegeben hätte: Die Volksbank Raiffeisenbank hätte sich mit einem großen Betrag am Bau einer Halle an der Wallbergstraße beteiligen wollen; im Gegenzug hätte der Bau als „VR-Arena“ firmiert.

Bei der Dachauer SPD aber will man sich noch nicht mit der Namensnennung der künftigen Halle befassen. Lieber erinnert Ortsvorsitzender Sören Schneider daran, dass für den Bau einer Eishalle auf dem ASV-Gelände 3000 Quadratmeter Stadtwald gerodet werden müssen. Wie bekannt, hatten CSU und Grüne vehement gegen den Hallenstandort Wallbergstraße gekämpft und stattdessen den Bau der Halle an der Gröbenrieder Straße durchgesetzt. In ihrem Blogspot im Internet hatte CSU-Stadtrat Norbert Winter argumentiert, dass der Stadtwald „nur in geringem Umfang betroffen“ sei, nach CSU-Recherchen nur zirka 300 Quadratmeter Wald weichen müssten und dieser Wald ohnehin qualitativ „nicht hochwertig“ sei.

Woher Winter diese Informationen hat, ist Bauamtsleiter Moritz Reinhold auf Nachfrage unbekannt: „Von uns hat er diese Zahl nicht!“ Auch die von Sören Schneider nun erneut beklagten 2964 Quadratmeter Stadtwald seien nicht neu: Dass die Platzverhältnisse eng seien und das Bauwerk zwischen Tennisplätzen und Gröbenrieder Straße „gequetscht“ werden müsse, sei lang bekannt.

Neu ist, dass das Parkplatzproblem für die Eishalle mit einem niedrigeren Stellplatzschlüssel gelöst werden soll. Da laut Schneider „mindestens 100 Stellplätze“ mangels Platz nicht gebaut werden können, arbeite das Stadtbauamt an einem „alternativen Mobilitätskonzept“, so Reinhold.

Einzig gute Nachricht: Ein Ende des Dauerstreits ist in Sicht. Dank der in der vergangenen Woche getroffenen Beschlüsse könnte die neue Halle laut Reinhold im Winter 2023 eröffnet werden.  

zip

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