Sportentwicklungskonzept attestiert Stadträten gute Arbeit

Dachauer Sportler können aufatmen

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Regelmäßig und mitunter verbissen wird im Dachauer Stadtrat um die Entwicklung von Sportstätten gestritten. Ein renommiertes Stadtplanungsbüro hat dem Gremium nun jedoch gute Arbeit attestiert: Mit den vorhandenen und geplanten Sportstätten wird der Bedarf der wachsenden Stadt weitgehend gedeckt.

Heinz Tibbe von der Architekten-, Ingenieurs- und Stadtplanergemeinschaft Gruppe Planwerk hat sich am Mittwoch extra von Berlin auf den Weg nach Dachau gemacht, um den Stadträten im Haupt- und Finanzausschuss eine gute Nachricht zu überbringen: Im Großen und Ganzen, so habe seine Untersuchung gezeigt, wird Dachau über genügend Sportflächen verfügen, um die sportlichen Bedürfnisse seiner Bürger mittel- bis langfristig zu bedienen. Oberbürgermeister Florian Hartmann kommentierte das umfangreiche Zahlen- und Folienwerk des Berliners denn auch kurz und knapp mit der erfreuten Feststellung: „Was man also sehen kann: So schlecht stehen wir nicht da!“ Und Sportreferent Günter Dietz (CSU) betonte: „Mir tut’s gut, weil in vielen Punkten ist meine Erklärungsnot nun nicht mehr ganz so groß.“

Tatsächlich hat die Planwerk-Studie, die auf einer schriftlichen Befragung aller Dachauer Sportvereine und der Belegungszahlen der Sportstätten beruht, ein Bild davon ergeben, wo aktuell Bedarf besteht und was sich die Vereine am meisten wünschen. Ob am Ende alle Wünsche erfüllt werden können, so Tibbe, sei „natürlich eine andere Frage“. Apropos Frage: Keine einzige beantwortete im Rahmen der Studie übrigens der Landkreis, der als Betreiber dreier großer Turnhallen an den beiden Gymnasien ebenfalls ein wichtiger Ansprechpartner gewesen wäre. Stadträtin Anke Drexler (SPD) nannte diese mangelnde Kooperationsbereitschaft daher bedauerlich; die Belegungszahlen in den Landkreis-Hallen müsse man nun eben in die Gesamtbilanz „hineinfantasieren“.

Realität ist Tibbe zufolge, dass die Stadt, was die sogenannten Sportinnenraumflächen betrifft, mit 17 600 Quadratmetern Bestandsfläche „noch im Soll“ liegt; werden jedoch die neue Sporthalle am ITG, die neue Georg-Scherer-Halle, die neue Schulsporthalle in Dachau-Ost und die neue Eishalle sowie die Hallen im neuen TSV-Sportpark an der Theodor-Heuss-Straße fertiggestellt, dann, so Tibbe, steigt der Flächenbestand auf 22 300 Quadratmeter an – und liegt damit nur knapp unter dem für das Jahr 2032 errechneten Bedarf von 22 500 Quadratmetern.

Noch besser sieht es bei den Sportaußenflächen aus, dozierte Stadtplaner Tibbe. So werde die Stadt im Jahr 2032 über 151 000 Quadratmeter verfügen und damit den für eine 52 000-Einwohner-Stadt errechneten Bedarf sogar minimal überdecken.

Wichtig in dem Zusammenhang: Beiden Rechnungen zugrunde gelegt ist eine komplette Aussiedlung des TSV Dachau 1865 in den neuen Sportpark an der Theodor-Heuss-Straße – inklusive einem Rückbau der Sportflächen am Stammgelände an der Jahnstraße sowie im Sportpark Ost.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt bewerteten die Vereine übrigens – anonym – als überwiegend „gut“ und „neutral“. Dennoch hatte Tibbe noch einige Ideen im Gepäck, mit denen die Stadt bei Sportlern weiter punkten könnte. Ganz vorn dabei: Bewegungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum, etwa in Form von Calisthenics-Parks. Diese Anlagen, so Tibbe, erfreuen sich derzeit landauf landab „reißender Nachfrage“.

Gleich viel für beide Vereine

Die beiden großen Dachauer Sportvereine ASV und TSV werden von der Stadt großzügig und fair behandelt, wie eine Statistik der laufenden sowie der Investitionszuschüsse der vergangenen fünf Jahre belegt. So erhielt der ASV Dachau in Summe 2,550 Millionen Euro, für den TSV Dachau 1865 gab es 2,279 Millionen Euro.

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