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Nach Preis-Kollaps beim Sprit: Auch Döner wird teurer - Wo jetzt überall die Kosten steigen

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Von: Verena Möckl, Thomas Zimmerly

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Döner Kebab (Symbolbild)
Döner. (Symbolbild) © Söhnke Callsen/dpa/picture alliance

Die Preise für Super und Diesel bewegen sich derzeit weit über zwei Euro. Verteuerungen bemerken die Menschen in Dachau aber nicht nur an der Tankstelle.

Dachau – Die Preise fürs Benzin schnellen Tag für Tag in neue astronomische Höhen. Was sagen die Autofahrer aus Dachau, welche Erfahrungen haben die Tankstellenbetreiber gemacht?

Die Preise für Super und Diesel bewegen sich derzeit weit über zwei Euro. Die Dachauer Nachrichten haben sich umgehört. Die Reaktionen bei Tankstellenbetreibern und Kunden reichen von Fatalismus bis hin zu großem Ärger.

Spritpreise explodieren: Nicht nur an der Tankstelle wird es teurer

Ich bin nicht nur privat, sondern auch beruflich betroffen.

Markus Fritz, Kfz-Mechaniker
Ein Mann
Markus Fritz, Kfz-Mechaniker © Verena Möckl

„Zwei Euro sind zu viel. Ich hab ne Online-Petition unterschrieben für eine Spritpreisbremse“, sagt Markus Fritz, 40, Kfz-Mechaniker aus Dachau. „Die denke nicht, dass die hohen Preise am Ukraine-Krieg liegen. Dafür ist die rot-grüne Regierung mit den ganzen Steuern verantwortlich.“

Fritz ist überzeugt, dass die Preise nicht mehr runtergehen. „Das ist ’ne ziemlich große Frechheit. Ich bin nicht nur privat, sondern auch beruflich betroffen. Ich versuche jetzt weniger zu fahren und stattdessen zu Fuß zu gehen. Aber als Kfz-Mechaniker bin ich darauf angewiesen, dass die Leute mit dem Auto fahren. Durch die Erhöhung der Spritpreise sägt die Politik an meinem Job. Meine Existenz und die der ganzen Automobilbranche ist bedroht.“

Hohe Spritkosten: Auch Serviceleistungen werden teurer

Man hat immer die Spritpreise im Kopf.

Lena Grund, Pferdewirtin
Eine Frau
Lena Grund © Verena Möckl

„Ich muss mit dem Auto fahren. Mein halbes Leben ist im Auto, und ich bin dementsprechend angefressen. Aber es hilft nichts. Als Selbstständige muss ich nun auch mehr für meine Arbeit verlangen. Woanders muss ich das ja wieder reinholen“, meint Lena Grund, 30, Pferdewirtin aus Gröbenzell.

„Man hat immer die Spritpreise im Kopf. Ich hab mein Netzwerk und wir telefonieren uns zusammen, an welchen Tankstellen es am günstigsten ist. Da fahren meine Kollegen und ich dann extra hin, weil wir froh sind, zehn Cent weniger zu zahlen.“ Grund hofft nun, dass „wenn sich das mit dem Krieg erholt hat, dass dann auch die Preise wieder runtergehen“.

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Hohe Spritpreise - auch beliebter Döner verteuert sich in Dachau

Ob sich meine Selbstständigkeit noch rentiert, wird sich mit der Zeit zeigen.

Sadettin Özcakici, Dönerladen-Besitzer
Ein Mann
Sadettin Özcakici betreibt den Dönerladen „1001 Nacht“ in Dachau-Ost © Verena Möckl

„Ich trau mich gar nicht zu tanken. Aber beruflich muss ich Auto fahren. Mein Fleischlieferant liefert nicht mehr, seit die Spritpreise so hoch sind. Für die Menge an Fleisch die ich brauche, lohnt es sich für meine Lieferanten jetzt nicht mehr. Jetzt muss ich meine 100 Kilo Fleisch in Augsburg abholen“, sagt Sadettin Özcakici, 36, Dönerladen-Betreiber aus Dachau.

„Mit den Öffentlichen wird das etwas schwierig. Ich musste den Döner bei 1001 Nacht schon teurer machen, aber das reicht immer noch nicht. Am Ende habe ich immer noch ein Verlustgeschäft.“ Auch Özcakici glaubt nicht, dass die Spritpreise wieder fallen. „Noch teurer will ich meinen Döner aber nicht machen. Das soll kein Luxus werden“, so der Unternehmer. Aber: „Ich muss das im privaten Bereich einsparen. Ich bin also geizig geworden. Ob sich meine Selbstständigkeit noch rentiert, wird sich mit der Zeit zeigen.“

Hohe Spritpreise: Auch Personen ohne Führerschein betroffen

Ich hab zwar noch kein Auto, aber ich spüre die hohen Spritpreise trotzdem.

Anna Loders, Fahrschülerin
Ein Mädchen
Anna Loders, Fahrschülerin aus Dachau © Verena Möckl

„Ich hab zwar noch kein Auto, aber ich spüre die hohen Spritpreise trotzdem. Mein Bruder hat vor zwei Jahren für eine Fahrstunde noch zehn Euro weniger gezahlt als ich jetzt“, meint Anna Loders, 17.

„Ich zahle zwar noch einen Fixpreis – der hat sich in der vergangen Woche zum Glück nicht geändert – aber wer weiß, wie es in ein paar Monaten aussieht. Wenn das so weiter geht, haben junge Leute keine Chance, das mit ihrem Führerschein finanziell hinzubekommen“, so die Schülerin aus Dachau

Hohe Benzinpreise: Tankstellenbetreiber bleiben trotz großer Auswirkungen entspannt

Die Tankstellenbetreiberbleiben demgegenüber gelassen. „Wir führen mit unseren Kunden ja schon seit einiger Zeit Gespräche wegen der steigenden Benzinpreise. Und ich habe den Eindruck, dass die Kunden das hinnehmen. Ich höre immer wieder: Wir können das ja sowieso nicht ändern“, so der Pächter der Karlsfelder Allguth-Tankstelle, Ivica Maric.

Weniger Kunden habe er nicht, so Maric, der behauptet, im Vergleich zur Konkurrenz stets günstige Preise anbieten zu können. Zum Zeitpunkt des Gesprächs kostete der Liter Diesel bei ihm 2,17 Euro, der Liter Super war für 2,16 Euro zu haben.

Große Auswirkungen auf das Tankverhalten seiner Kunden hat Franz Benischke, Pächter der OMV-Tankstellen in der Brucker Straße in Dachau und im Gada-Gewerbegebiet, bis jetzt noch nicht feststellen können. An seinen Zapfsäulen herrsche „normaler Betrieb“. Man müsse schlichtweg noch abwarten, meint er, dann habe man mehr Informationen und Zahlen zum Thema und könne genauere Aussagen treffen.

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